Ein Erdbeben in der deutschen Biotech-Landschaft: Ugur Sahin und Özlem Türeci werden BioNTech spätestens Ende 2026 verlassen und ein neues Unternehmen gründen. Die Aktie reagierte prompt – und rutschte im vorbörslichen Nasdaq-Handel zeitweise um knapp 12 Prozent auf rund 90 US-Dollar ab.

Neues Kapitel, neues Unternehmen

Das Gründerpaar, das BioNTech 2008 ins Leben gerufen hat, zieht es erneut in den Pioniergeist. Ihr neues Biotechnologie-Vorhaben soll sich der nächsten Generation mRNA-basierter Medikamente widmen. Anteilseigner bei BioNTech bleiben beide – mit aktuell rund 15 Prozent eine substanzielle Beteiligung, die signalisiert: Der Bruch ist kein vollständiger Abschied.

Strukturell ist der Deal für BioNTech nicht ohne Gegenleistung. Das Mainzer Unternehmen erhält eine Minderheitsbeteiligung am neuen Vorhaben sowie Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen – also Zahlungen bei Erreichen bestimmter Entwicklungsziele. Rechte und mRNA-Technologien hingegen wandern in die neue Firma. Eine bindende Vereinbarung soll bis Mitte 2026 stehen.

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Rote Zahlen als Begleitung

Die Nachricht trifft BioNTech in finanziell angespannter Verfassung. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 1,12 Milliarden Euro – deutlich mehr als die 665 Millionen Euro Verlust aus dem Jahr davor. Der Umsatz stieg zwar leicht auf 2,87 Milliarden Euro, getragen vor allem durch Erlöse aus der Kooperation mit Bristol Myers Squibb. Doch die Forschungs- und Entwicklungskosten fressen die Einnahmen auf.

Für 2026 rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro – bei geplanten F&E-Ausgaben von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro. Unterm Strich dürfte also erneut ein Defizit entstehen. Das einzige zugelassene Produkt bleibt der Corona-Impfstoff, der regelmäßig weiterentwickelt wird. Die große Hoffnung liegt auf mehreren Onkologie-Kandidaten, für die BioNTech bis 2030 Zulassungsanträge anstrebt.

Suche nach Nachfolgern läuft

Der Aufsichtsrat hat bereits mit der Suche nach Nachfolgern begonnen. Aufsichtsratschef Helmut Jeggle unterstützt den Schritt der Gründer, betonte aber gleichzeitig, dass das bestehende Produktportfolio und die Forschungspipeline vom Weggang unberührt bleiben sollen.

Ob das die Märkte beruhigt, bleibt fraglich. Sahin und Türeci stehen für BioNTech wie kein anderer – als Gesichter, als Wissenschaftler, als Antriebskräfte. Ihr Abgang hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein dürfte. Für das Gründerpaar hingegen ist es bereits die dritte Firmengründung – nach Ganymed Pharmaceuticals 2001 und BioNTech 2008.

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