Die Nachricht kam überraschend und traf die Märkte mit voller Wucht: Ugur Sahin und Özlem Türeci, das Gründerduo hinter BioNTech, verlassen das Mainzer Unternehmen bis spätestens Ende 2026. Ein Abgang, der die Aktie innerhalb eines Tages um rund 21 Prozent in die Tiefe riss – und Anleger seither in zwei Lager spaltet.

Forscher-Seele vs. Pharmakonzern-Alltag

Die offizielle Erklärung klingt nach einem geordneten Neuanfang: Sahin und Türeci wollen ein unabhängiges Unternehmen gründen, das sich auf frühe mRNA-Forschung konzentriert. Ihr Herz schlage für Pionierarbeit, nicht für die Verwaltung eines globalen Pharmakonzerns – so die Aussage beider gegenüber Medien. Das neue Unternehmen soll keine Tochtergesellschaft sein, aber von BioNTech durch Technologielizenzen unterstützt werden. Im Gegenzug erhält BioNTech eine Minderheitsbeteiligung sowie potenzielle Lizenzeinnahmen.

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Hinter den Kulissen könnten allerdings auch strukturelle Reibungspunkte eine Rolle gespielt haben. Die Transformation vom agilen Forschungs-Startup zum schwerfälligen Konzern mit globalen Vermarktungsstrukturen, dazu regulatorische Hürden und zunehmende Bürokratisierung – ein ehemaliger Unternehmensberater deutete jedenfalls an, dass mehr dahinterstecke als bloße Laborsehnsucht.

Schwache Zahlen verschärfen den Druck

Das Timing des Abgangs ist ungünstig. Für das Geschäftsjahr 2025 verbuchte BioNTech einen Nettoverlust von rund 1,1 Milliarden Euro. Das COVID-Geschäft schrumpft spürbar, die Umsatzprognose für 2026 liegt bei rund 2,15 Milliarden Euro – ein Rückgang von etwa 7 Prozent gegenüber 2025, bereinigt um eine einmalige Zahlung aus einem Bristol-Myers-Squibb-Deal. Immerhin übertraf der Umsatz im vierten Quartal mit 907 Millionen Euro die Erwartungen der Analysten deutlich.

Mehrere Banken reagierten dennoch mit Kurszielsenkungen: BMO Capital kappte das Ziel von 143 auf 128 US-Dollar, Jefferies von 151 auf 138 US-Dollar, BofA Securities auf ebenfalls 128 US-Dollar. Alle drei beließen ihre Einstufung auf „Buy" bzw. „Outperform". Die Deutsche Bank hält unverändert an einem Kursziel von 140 US-Dollar und einer Kaufempfehlung fest – sieht den Gründerabgang aber mit gemischten Gefühlen, da ein potenzieller Konkurrent entstehen könnte.

Stabilisierung nach dem Schock

Heute zeigt die Aktie erste Erholungszeichen und gewinnt im XETRA-Handel zeitweise rund 6 Prozent auf 73,10 Euro. Die Vortagesverluste sind damit aber noch lange nicht aufgeholt. Optimistischere Stimmen unter den Analysten verweisen auf die günstige Bewertung und das Potenzial, dass ein neues Management mit stärkerem Fokus auf die kommerzielle Verwertung der Pipeline langfristig sogar Vorteile bringen könnte. Zudem könnte BioNTech – sofern der Tumor-Antikörper Pumitamig in der klinischen Entwicklung überzeugt – für größere Pharmakonzerne als Übernahmeziel interessant werden. Noch ist das allerdings Zukunftsmusik.

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