BioNTech hat die Übernahme von CureVac abgeschlossen — und damit einen der bedeutendsten Deals der deutschen Biotech-Geschichte finalisiert. Das Mainzer Unternehmen erweitert seine mRNA-Technologiebasis erheblich, während gleichzeitig die Gründer ihren Abgang vorbereiten. Selten lagen Aufbruch und Umbruch so nah beieinander.

Was BioNTech mit CureVac gewonnen hat

Die Transaktion wurde im Dezember 2025 abgeschlossen, nachdem rund 86,75 Prozent der CureVac-Aktien in das Tauschangebot eingebracht worden waren. Am 6. Januar 2026 übernahm BioNTech formal die alleinige Kontrolle über alle Geschäftsbereiche, am 16. Januar folgte der Rückzug von der Nasdaq.

Technologisch bringt die Integration konkrete Vermögenswerte: BioNTech erhält Zugang zur RNA Printer®-Plattform sowie zum FRAMEpro-Algorithmus zur Antigenidentifikation. Hinzu kommt das Forschungs- und Produktionsstandort in Tübingen. CureVac hatte die Rechte an Influenza- und COVID-19-Impfstoffen bereits vor der Übernahme an GSK lizenziert — BioNTech erwarb damit im Wesentlichen die Kerntechnologie und die Onkologie-Pipeline, ohne in Konflikt mit GSK-Programmen zu geraten. Zudem beendet der Deal jahrelange Patentstreitigkeiten zwischen den beiden Unternehmen.

Führungswechsel trifft auf schwache Zahlen

Die Integration vollzieht sich in einem turbulenten Umfeld. Im März 2026 meldete BioNTech für das vierte Quartal 2025 einen Umsatz von 907,4 Millionen Euro bei einem Nettoverlust von 305 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2025 stehen Erlöse von 2,87 Milliarden Euro und ein bereinigter Nettoverlust von 117,1 Millionen Euro zu Buche. Der Kassenbestand belief sich zum Jahresende auf 17,24 Milliarden Euro.

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Die Prognose für 2026 setzt den Rahmen enger: 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro Umsatz, bei bereinigten Forschungsausgaben von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig werden die Comirnaty-Erlöse leicht zurückgehen — bedingt durch veränderte Impfempfehlungen in den USA und den Übergang von Mehrjahresverträgen zu privaten Märkten.

Erschwerend kommt der angekündigte Abgang von CEO Ugur Sahin und CMO Özlem Türeci hinzu, die BioNTech bis Ende 2026 verlassen werden, um ein eigenständiges mRNA-Unternehmen zu gründen. BioNTech wird diesem Unternehmen bestimmte Technologierechte übertragen; ein verbindliches Abkommen soll bis Ende des ersten Halbjahres 2026 unterzeichnet werden.

Onkologie-Pipeline als Prüfstein

Goldman Sachs und Canaccord Genuity bestätigten Mitte März ihre Kaufempfehlungen. Canaccord setzte das Kursziel auf 171 US-Dollar. Die Mehrheit der Analysten bleibt konstruktiv, benennt aber den Führungswechsel und die gesenkten Umsatzerwartungen als zentrale Risikofaktoren.

BioNTechs Glaubwürdigkeit hängt nun stark an der klinischen Umsetzung. Das Unternehmen plant bis Ende 2026 insgesamt 15 Phase-3-Studien sowie sieben Datenpräsentationen aus späten Studienphasen. Ein früher Indikator: Phase-2-Daten für Pumitamig bei triple-negativem Brustkrebs. Die Aktie notiert aktuell rund 15 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — der Markt wartet auf klinische Belege, dass die neue Technologiebasis tatsächlich liefert.

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