Beyond Meat gerät weiter unter Druck. Nach einem massiven Kursverfall in den vergangenen zwölf Monaten sieht sich der Hersteller pflanzlicher Fleischalternativen nun einer neuen Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs gegenüber. Parallel nehmen finanzielle Belastungen und Short-Positionen deutlich zu.

Neue Sammelklage in Kalifornien

Die Kanzlei Pomerantz LLP hat eine Wertpapier-Sammelklage gegen Beyond Meat und mehrere Führungskräfte beim U.S. District Court for the Central District of California eingereicht (Aktenzeichen 26-cv-00742). Betroffen sind Anleger, die zwischen dem 27. Februar 2025 und dem 11. November 2025 Wertpapiere des Unternehmens erworben haben.

Im Kern wirft die Klage dem Unternehmen vor, wesentliche Sachverhalte unzureichend oder irreführend dargestellt zu haben. Konkret wird behauptet:

  • Der Buchwert bestimmter langlebiger Vermögenswerte habe über deren beizulegendem Zeitwert gelegen.
  • Es sei absehbar gewesen, dass ein wesentlicher, nicht zahlungswirksamer Wertminderungsaufwand anfalle.
  • Diese Situation habe die fristgerechte Einreichung von SEC-Berichten gefährdet.
  • Das Management habe diese Themen während des genannten Zeitraums nicht ausreichend offengelegt.

Anleger haben bis zum 24. März 2026 Zeit, sich um die Rolle des Lead Plaintiff in der Sammelklage zu bewerben.

77,4 Millionen Dollar Abschreibung als Wendepunkt

Die nun vor Gericht verhandelten Vorwürfe knüpfen an eine Reihe belastender Meldungen im Herbst 2025 an.

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  • Am 24. Oktober 2025 kündigte Beyond Meat an, einen wesentlichen nicht cash-wirksamen Wertminderungsaufwand auf bestimmte langlebige Vermögenswerte zu erwarten. Die Aktie brach daraufhin um 23,06 % ein.
  • Am 3. November 2025 folgte die Meldung, dass die Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal 2025 verschoben wird, um die Wertminderungsprüfung abzuschließen. Der Kurs gab an diesem Tag weitere 16,01 % nach.
  • Am 10. November 2025 legte das Unternehmen schließlich die Q3-Zahlen vor und meldete einen operativen Verlust von 112,3 Millionen US-Dollar. Darin enthalten waren 77,4 Millionen US-Dollar an nicht cash-wirksamen Wertminderungen auf Sachanlagen, Nutzungsrechte aus Leasingverträgen und vorausbezahlte Leasingkosten.

Diese Kette von Ereignissen steht im Zentrum der Klage, da Anleger nach Darstellung der Klägerseite über die Werthaltigkeit der Vermögenswerte und die daraus resultierenden Folgen nicht rechtzeitig informiert worden seien.

Short-Interest und Börsenbewertung

Parallel zu den juristischen Risiken steigt der Druck von der Marktseite. Daten vom 24. Januar 2026 zeigen, dass der indikative Leihesatz für Beyond-Meat-Aktien um 0,49 Prozentpunkte auf 12,97 % gestiegen ist. Damit zählt die Aktie zu den liquiden Titeln mit den stärksten Zuwächsen bei den Leihgebühren und signalisiert erhöhte Short-Aktivität.

Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 0,9151 US-Dollar, ein Minus von rund 2 % zum Vortag. Die Marktkapitalisierung ist auf etwa 415 Millionen US-Dollar geschrumpft. Unter Einbeziehung der Schulden ergibt sich ein Enterprise Value von rund 1,62 Milliarden US-Dollar. Vom 52-Wochen-Hoch bei 7,69 US-Dollar ist der Titel damit um etwa 88 % gefallen.

Zunehmende finanzielle Belastungen

Die Bilanzlage bleibt angespannt. Wichtige Belastungsfaktoren sind:

  • Begrenzte Liquidität: Zum September 2025 verfügte Beyond Meat über Barmittel und Zahlungsmitteläquivalente von lediglich 117 Millionen US-Dollar.
  • Negative Bruttomargen: Das Kerngeschäft arbeitet bereits auf Bruttoebene unprofitabel.
  • Umsatzrückgang: Die Erlöse gehen zurück, unter anderem wegen schwächerer Nachfrage nach pflanzlichen Fleischalternativen.
  • Verschuldung: Ende 2025 wurde ein Tausch von Wandelanleihen durchgeführt, der die Kapitalstruktur zusätzlich verkompliziert.

Das Management verfolgt das Ziel, bis Ende 2026 ein EBITDA-positives Geschäft zu erreichen. Mizuho bleibt jedoch skeptisch und führt die Aktie mit „Underperform“ sowie einem Kursziel von 1,00 US-Dollar, gesenkt von 1,50 US-Dollar im November 2025.

Strategischer Vorstoß mit Protein-Getränk

Auf der Produktschiene versucht das Unternehmen, neue Erlösquellen zu erschließen. Am 15. Januar 2026 brachte Beyond Meat mit „Beyond Immerse“ erstmals ein pflanzliches Protein-Getränk auf den Markt und verlässt damit das reine Segment der Fleischalternativen.

Der Schritt in die Getränkekategorie soll die eigene Protein-Expertise in ein neues Anwendungsfeld übertragen und die Abhängigkeit vom schwächelnden Kerngeschäft verringern. Ob diese Diversifikation die strukturellen Probleme spürbar abmildern kann, dürfte sich im Zusammenspiel aus Absatzentwicklung, Fortschritten bei der Profitabilität und dem Ausgang der Sammelklage im Laufe des Jahres 2026 zeigen.

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