Beyond Meat Aktie: Bleierne Stimmung?
Die Beyond-Meat-Aktie bleibt Anfang 2026 hochvolatil. Nach einem Kurssprung von zeitweise mehr als 25 % innerhalb einer Woche brach der Titel wieder ein. Hintergrund sind anhaltend schwache Geschäftszahlen, ein extrem gefallener Aktienkurs und spekulative Social-Media-Rallys, die sich bislang als nicht tragfähig erwiesen haben.
Vom Hype zur Penny-Stock-Zone
Die Aktie hat inzwischen klar Penny-Stock-Niveau erreicht. Die Marktkapitalisierung liegt nur noch bei rund 442 Millionen US-Dollar, der Kurs notiert um 0,98 US-Dollar – weit entfernt vom Rekordhoch von etwa 235 US-Dollar aus dem Jahr 2019. Auf Zwölfmonatssicht ergibt sich ein Kursverlust von rund 73 %.
Die jüngste Handelsspanne verdeutlicht den Einbruch:
- 52-Wochen-Tief: 0,50 US-Dollar
- 52-Wochen-Hoch: 7,69 US-Dollar
- Aktueller Kurs: ca. 0,98 US-Dollar
Im Vergleich zum Allzeithoch hat die Aktie damit in fünf Jahren über 99 % an Wert verloren.
Meme-Rallys ohne Fundament
Zu Jahresbeginn 2026 kam es erneut zu einer von Social Media getriebenen Kursbewegung. Ein Trader auf X meldete den Kauf von 1,5 Millionen Aktien im Volumen von etwa 1,5 Millionen US-Dollar. Das löste verstärkte Käufe von Privatanlegern aus, der Kurs sprang innerhalb einer Woche um 17 %, an einem Tag lag das Plus bei 11 % bei außergewöhnlich hohem Handelsvolumen.
Ein ähnliches Muster war bereits im Oktober 2025 zu beobachten, als Social-Media-Trader die Aktie in einem Short-Squeeze-Versuch zeitweise um mehr als 1.000 % nach oben trieben. Beide Rallys hielten jedoch nicht lange, die Kurse fielen rasch zurück.
Wesentliche Volatilitätskennzahlen:
- Wöchentliche Rendite: +25,61 % (vor dem Rückgang am Freitag)
- Durchschnittliches Tagesvolumen: 216 Millionen Aktien
- Beta (5 Jahre): 2,55
Die Daten unterstreichen, wie stark der Titel von spekulativen Bewegungen geprägt ist.
Geschäftszahlen bleiben schwach
Operativ setzt sich die Schwächephase fort. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 meldete Beyond Meat:
- Umsatz: 70,2 Mio. US-Dollar (–13,3 % gegenüber Vorjahr)
- Nettoverlust: 110,7 Mio. US-Dollar
- Bereinigter EBITDA-Verlust: 21,6 Mio. US-Dollar
- Bruttomarge: 10,3 %
- Umsatz (letzte 12 Monate): 290,56 Mio. US-Dollar
- Nettoverlust (letzte 12 Monate): 237,71 Mio. US-Dollar
- EPS (TTM): –3,17 US-Dollar
Besonders schwach entwickelt sich das US-Geschäft mit Restaurants und anderen Food-Service-Partnern, wo Kooperationen weiter abnehmen. Zudem hat sich das Unternehmen aus China zurückgezogen – begründet mit schwacher Nachfrage und hohen Kosten.
Rechtliche Prüfung und skeptische Analysten
Anfang Januar 2026 kündigte die Kanzlei Pomerantz eine Untersuchung gegen Beyond Meat im Auftrag von Investoren an. Diese rechtliche Prüfung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen ohnehin versucht, sein Geschäft zu stabilisieren.
Auch von Analystenseite überwiegt der Druck:
- Mizuho: Einstufung „Underperform“, Kursziel von 1,50 auf 1,00 US-Dollar gesenkt
- Argus: Herabstufung auf „Sell“
- Durchschnittliches Analysten-Kursziel: 1,61 US-Dollar
- Spanne der Kursziele: 0,80 bis 4,00 US-Dollar
Die Bewertungen spiegeln die skeptische Sicht auf die weitere Entwicklung wider.
Bilanzmaßnahmen und hohe Verschuldung
Das Management versucht, die Bilanzstruktur zu stärken. CEO Ethan Brown verwies auf folgende Schritte:
- Umwandlung sämtlicher Wandelanleihen zur Reduktion der Verschuldung
- Verlängerung von Fälligkeiten bestehender Schulden
- Erhöhung der Liquidität
Zentrales Ziel der laufenden Restrukturierung ist eine Bruttomarge von über 30 %. Das entspräche fast einer Verdreifachung gegenüber dem aktuellen Niveau von 10,3 %.
Trotz des stark gefallenen Börsenwerts liegt der Unternehmenswert (Enterprise Value) mit 1,65 Milliarden US-Dollar deutlich darüber. Grund ist die hohe Verschuldung. Das Verhältnis Enterprise Value zu Umsatz von 5,68 zeigt sich vor dem Hintergrund sinkender Erlöse ambitioniert.
Strukturelle Probleme im Markt
Der Kursverfall von Beyond Meat steht auch für die Schwierigkeiten des gesamten Marktes für pflanzenbasierte Fleischalternativen. Nach einer Phase großer Aufmerksamkeit hat das Interesse vieler Verbraucher nachgelassen. Die anvisierte Kernzielgruppe – Fleischesser, die gesündere Alternativen suchen – greift vielfach doch zu klassischen tierischen Produkten. Gleichzeitig bevorzugen viele vegane Konsumenten Produkte mit einfacheren, „cleaneren“ Zutatenlisten.
Zusätzlich belastet eine mögliche neue Aktienemission, die das Unternehmen in Aussicht gestellt hat. Eine solche Kapitalmaßnahme würde bestehende Aktionäre weiter verwässern und erhöht damit den Druck auf eine ohnehin bereits stark beanspruchte Eigenkapitalbasis.
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