Bei BayWa spitzt sich die Diskussion um die Konzernführung zu. Eine Ad-hoc-Mitteilung vom späten Dienstagabend über ergebnisoffene Beratungen zur „personellen Ausrichtung des Vorstands“ sorgt heute für Verunsicherung im Markt. Der Kurs reagiert bislang moderat, doch die Signale aus Aufsichtsrat und Medien deuten auf eine heikle Phase für das Unternehmen hin.

  • Aufsichtsrat berät offen über die Zukunft des Vorstands
  • Medienberichte sprechen von „Führungschaos“, CEO Hiller soll in der Kritik stehen
  • Finanzielle Altlasten aus aggressivem Wachstum belasten weiter
  • Kurs pendelt um 3,18 Euro, kurzfristig begrenztes Aufwärtspotenzial

Ad-hoc-Mitteilung schürt Unsicherheit

Am Dienstagabend veröffentlichte BayWa um 20:17 Uhr eine Insiderinformation nach Artikel 17 MAR. Darin heißt es, der Aufsichtsrat habe „ergebnisoffen über die zukünftige personelle Ausrichtung des Vorstands beraten“. Konkrete Beschlüsse wurden nicht genannt.

Allein die Mitteilung solcher Beratungen wird am Markt als Zeichen gewertet, dass die Unterstützung für die aktuelle Führung bröckelt. Die Formulierung „ergebnisoffen“ lässt bewusst alle Optionen auf dem Tisch und erhöht damit die Unsicherheit.

Heute Vormittag gab die Aktie im Xetra-Handel bis 11:31 Uhr leicht auf 3,175 Euro nach, ein Minus von 0,47 Prozent. Auf Tradegate fielen die Notierungen zeitweise um 1,85 Prozent auf 3,180 Euro. Der Rückgang bleibt damit bislang überschaubar, spiegelt aber die angespannte Stimmung wider.

Vorstand im Fokus der Kritik

Medienberichte zeichnen ein Bild zunehmender Spannungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Die FAZ spricht von „Führungschaos“. Finanzportale wie NTG24 berichten, dass insbesondere CEO Frank Hiller beim Aufsichtsrat in der Kritik stehe.

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Auslöser sind demnach die Folgen eines aggressiven, fremdfinanzierten Expansionskurses der vergangenen Jahre. BayWa war dabei in eine finanzielle Schieflage geraten und einer Insolvenz nur knapp entgangen. Vor diesem Hintergrund erscheinen die nun öffentlich gemachten Personaldebatten als Konsequenz aus strategischen Fehlentwicklungen.

Am Orderbuch auf Xetra zeigt sich die Nervosität konkret: Auf der Käuferseite ist im Bereich von 3,110 bis 3,145 Euro Unterstützung erkennbar. Gleichzeitig liegen Verkaufsorders geballt zwischen 3,175 und 3,230 Euro. Dieses Übergewicht auf der Angebotsseite begrenzt das kurzfristige Aufwärtspotenzial.

Restrukturierung und Signalwirkung

Die Diskussion um die Besetzung des Vorstands trifft BayWa in einer sensiblen Phase der Restrukturierung. Der Kursbereich um 3,18 Euro steht sinnbildlich für das ausgeprägte Misstrauen des Kapitalmarkts gegenüber der bisherigen Strategie.

Branchenbeobachter ziehen Parallelen zu anderen Sanierungsfällen wie Leoni, wo Aktionäre im Zuge von StaRUG-Verfahren erhebliche Einschnitte hinnehmen mussten. BayWa versucht bisher, die Sanierung ohne derart einschneidende Schritte zu bewältigen. Ein personeller Neuanfang an der Spitze könnte als Signal an Banken und Gläubiger verstanden werden, dass der Konzern die Restrukturierung beschleunigen will.

Ob ein Wechsel im Vorstand allein ausreicht, um das Vertrauen nachhaltig zurückzugewinnen, hängt jedoch von der weiteren Ausgestaltung der finanziellen und strategischen Maßnahmen ab, die aus der aktuellen Debatte folgen.

Kurzfristige Marken und mögliche Schritte

Kurzfristig bleibt die Marke von 3,10 Euro eine zentrale technische Unterstützung. Ein Rutsch darunter könnte zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen und die Nervosität verstärken. Auf der Oberseite begrenzen die genannten Verkaufszonen um 3,20 Euro derzeit die Spanne.

Inhaltlich richtet sich der Blick nun auf eine mögliche weitere Ad-hoc-Mitteilung, in der der Aufsichtsrat Ergebnisse seiner Beratungen veröffentlicht. Ein sofortiger Wechsel an der Konzernspitze würde voraussichtlich zu deutlich steigender Volatilität führen. Solange die Personalfrage offen bleibt, erscheint eine stabile Erholung des Aktienkurses wenig wahrscheinlich.

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