Mehrere positive Nachrichten aus Pharma, Agrar und Rechtsstreitigkeiten haben der Bayer-Aktie neuen Schwung gegeben. Der Konzern meldet Fortschritte in zukunftsträchtigen Therapiefeldern, geht juristisch in die Offensive und könnte von regulatorischen Änderungen in der EU profitieren. Reicht dieser Mix, um die laufende Aufholbewegung weiterzutragen?

Breiter News-Schub für den Konzern

Die starke Nachfrage nach der Aktie speist sich aus drei zentralen Themenfeldern, die zusammen ein deutlich freundlicheres Bild für die mittelfristige Perspektive zeichnen.

1. Pharma-Pipeline: Kooperation und Gentherapie

Im Herz-Kreislauf-Bereich setzt Bayer auf eine neue Technologieplattform. Dazu wurde eine globale Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung mit dem Biotech-Unternehmen Soufflé Therapeutics geschlossen. Im Fokus stehen siRNA-basierte Wirkstoffe zur Behandlung bestimmter Formen der dilatativen Kardiomyopathie, einer schweren Herzmuskelerkrankung. Mit der Kooperation will Bayer seine Position in kardiologischen Zukunftsmärkten ausbauen.

Parallel meldete die Tochtergesellschaft AskBio einen wichtigen Meilenstein in der Gentherapie: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den IND-Antrag für das Präparat AB-1009 zur Behandlung der Pompe-Krankheit akzeptiert. Damit können klinische Studien in den USA starten – ein formaler, aber entscheidender Schritt, um die Therapie in Richtung Zulassung zu bringen.

2. Patentklage im mRNA-Umfeld

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine klare juristische Offensive: Bayer hat Klage gegen BioNTech, Pfizer und Moderna eingereicht. Der Vorwurf lautet, dass die Hersteller ihrer COVID-19-Impfstoffe Patente verletzt haben sollen, die in den 1980er-Jahren von Monsanto angemeldet wurden und heute im Bayer-Portfolio liegen.

Marktbeobachter sehen darin den Versuch, am wirtschaftlichen Erfolg der mRNA-Technologie teilzuhaben und die eigene Patentbasis konsequent zu monetarisieren. Das Potenzial möglicher Lizenz- oder Vergleichszahlungen stärkt die Stimmung rund um den Titel – auch wenn Ausgang und Dauer solcher Verfahren naturgemäß offen sind.

3. Rückenwind für die Agrarsparte

Auch die Agrar-Sparte erhält neue Fantasie. Laut einem Bericht der Financial Times deutet sich in der EU eine Einigung auf gelockerte Regeln für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen (Gene Editing) an. Eine solche Deregulierung würde die Markteinführung neuer Saatgut-Technologien beschleunigen und könnte die Wettbewerbsposition der Crop-Science-Sparte in Europa deutlich verbessern.

Passend dazu hat Bayer heute die Einführung einer neuen Erdbeersorte angekündigt, die auf innovative Züchtungsmethoden setzt. Die Meldung unterstreicht den Anspruch, technologische Fortschritte in der Pflanzenzüchtung zügig in marktreife Produkte zu überführen.

Die Fakten im Überblick

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Bayer?

  • Neue Pharma-Kooperation im Herz-Kreislauf-Bereich mit Soufflé Therapeutics
  • FDA akzeptiert IND-Antrag für AskBios Gentherapie AB-1009 (Pompe-Krankheit)
  • Patentklagen gegen BioNTech, Pfizer und Moderna wegen angeblicher Verletzung alter Monsanto-Patente
  • Erwartete Lockerung der EU-Regeln für Gene-Editing-Pflanzen stützt Crop Science
  • Neue innovative Erdbeersorte als Signal produktnaher Innovationskraft
  • Barclays stuft auf „Overweight“ hoch, Kursziel 45 Euro
  • Aufnahme in die „European Conviction List“ von Goldman Sachs

Dynamische Kursentwicklung und Analystenrückenwind

An der Börse spiegelt sich das Bündel positiver Impulse deutlich wider. Heute legt die Aktie um rund 3 Prozent auf 39,50 Euro zu und knüpft damit an den Aufwärtstrend der vergangenen Monate an. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs nahezu verdoppelt. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief bei 19,62 Euro beträgt der Abstand inzwischen gut 100 Prozent.

Mit dem aktuellen Niveau rückt auch das 52-Wochen-Hoch bei 42,22 Euro wieder in Reichweite. Der Kurs liegt klar über den gleitenden Durchschnitten: rund 17 Prozent über dem 50-Tage- und etwa 40 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Das deutet auf eine gefestigte Erholung hin, auch wenn der sehr niedrige RSI-Wert von 19,6 kurzfristig auf ein technisch überverkauftes bzw. stark schwankungsanfälliges Umfeld hinweisen kann – im Zusammenspiel mit einer hohen 30-Tage-Volatilität von knapp 69 Prozent.

Die positiven Nachrichten bleiben auch bei Analysten nicht ohne Wirkung. Barclays hat die Einstufung von „Equal Weight“ auf „Overweight“ angehoben und ein Kursziel von 45 Euro ausgegeben. Goldman Sachs hatte die Aktie bereits Anfang der Woche auf die „European Conviction List“ gesetzt. Beides signalisiert, dass große Adressen die jüngsten operativen und regulatorischen Entwicklungen als ausreichend substanziell ansehen, um eine Neubewertung zu rechtfertigen.

Charttechnik und Ausblick auf 2026

Charttechnisch steht ein wichtiger Bereich im Fokus: Mit 39,50 Euro bewegt sich der Kurs knapp unter der Marke von 40 Euro, die im Tagesverlauf bereits getestet wurde. Ein stabiler Ausbruch über diesen Bereich würde den Aufwärtstrend technisch bestätigen und könnte den Weg in Richtung des Hochs bei 42,22 Euro freimachen.

Inhaltlich hängen die weiteren Kurschancen maßgeblich an drei Strängen:
Erstens am Fortgang der Patentklagen gegen die mRNA-Hersteller, die im Erfolgsfall erhebliches finanzielles Potenzial bergen könnten. Zweitens an der konkreten Ausgestaltung der geplanten EU-Regeländerungen im Agrarbereich, die für die Crop-Science-Sparte neue Umsatzoptionen eröffnen würden. Und drittens an der Umsetzung der klinischen und strategischen Projekte in der Pharmasparte, etwa den siRNA-Programmen und der Gentherapie-Pipeline.

Gelingt es Bayer, diese juristischen, regulatorischen und forschungsseitigen Chancen im Laufe des Jahres 2026 in messbare Fortschritte zu übersetzen, hätte die laufende Neubewertung der Aktie eine solide Grundlage für eine Fortsetzung der Erholung.

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 8. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...