Barrick Mining steht vor einem strategisch heiklen Umbau. Der geplante Börsengang der nordamerikanischen Aktivitäten trifft auf vertragliche Hürden, während das Unternehmen gleichzeitig im Top-Management im Übergang steckt. Wie weit trägt der Umbau, wenn ein starker Partner ein Vetorecht hält?

Newmont blockiert den Spin-off vorerst

Kern der aktuellen Unsicherheit ist der geplante Spin-off der nordamerikanischen Vermögenswerte. Barrick will diese Aktivitäten in eine eigenständige Einheit ausgliedern und an die Börse bringen – mit einem geschätzten Wert von rund 42 Milliarden US-Dollar.

Ein Vertrag mit Joint-Venture-Partner Newmont setzt dieser Planung jedoch enge Grenzen. Für den 61,5%-Anteil an Nevada Gold Mines (NGM), dem nordamerikanischen Kernasset, besitzt Newmont ein Vorkaufsrecht auf jede Veräußerung.

Wesentliche Punkte:

  • Jede Übertragung von NGM-Anteilen erfordert die Zustimmung Newmonts
  • Ohne dieses Einverständnis ist ein IPO der nordamerikanischen Assets in der geplanten Struktur nicht umsetzbar
  • Betroffen wären neben NGM auch:
  • Nevada Gold Mines (Flgschiff-Betrieb in Nordamerika)
  • Die Mine Pueblo Viejo in der Dominikanischen Republik
  • Das noch nicht erschlossene Fourmile-Projekt in Nevada

Damit hat Newmont als Joint-Venture-Partner einen spürbaren Hebel über Barricks Restrukturierungsstrategie. Zwar hat Newmont signalisiert, dass bestehende Vereinbarungen unverändert bleiben, doch eine Zusage zur Finanzierung der geplanten Fourmile-Erweiterung fehlt bislang – ein zentraler Baustein für das geplante IPO-Fahrzeug.

Führung im Übergang

Parallel zur strategischen Neuaufstellung läuft bei Barrick ein Führungswechsel. Nach dem Ausscheiden des früheren CEO Mark Bristow wird das Unternehmen derzeit von Interim-CEO Mark Hill geführt.

Hill treibt personelle Veränderungen im Management spürbar voran. Mehrere leitende Führungskräfte haben das Unternehmen bereits verlassen. Am 19. Januar wurde die Ernennung von Helen Cai zur Finanzchefin bekanntgegeben. Sie löst Graham Shuttleworth zum 1. März ab.

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Der Verwaltungsrat sucht weiter nach einer dauerhaften CEO-Lösung. Gleichzeitig pflegt das Unternehmen den Austausch mit großen institutionellen Investoren wie BlackRock sowie dem aktivistischen Investor Elliott, die bei der strategischen Weichenstellung mit am Tisch sitzen dürften.

Kursentwicklung und Bewertung

Trotz operativer und strategischer Unsicherheiten legte die Aktie im Jahr 2025 um 130 % zu. Im längeren Vergleich fällt die Bilanz allerdings schwächer aus: Agnico Eagle kommt in den vergangenen fünf Jahren auf ein Plus von 142 %, während Barrick im gleichen Zeitraum lediglich 52 % Gewinn verzeichnete.

Die Aktie notiert derzeit:

  • an der Toronto Stock Exchange bei rund 69,96 CAD
  • an der New York Stock Exchange bei etwa 51 US-Dollar

In den jüngsten Sitzungen markierte das Papier neue 52‑Wochen-Hochs. Rückenwind kam dabei von einem Goldpreis, der am 24. Januar kurzzeitig die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze überstieg.

Bewertungsseitig sehen Analysten vor allem in den nordamerikanischen Aktivitäten Potenzial. Die Einschätzung: Das Nordamerika-Geschäft könnte eigenständig mit einem Aufschlag gehandelt werden, wenn es von höher riskanten internationalen Assets getrennt wird. Aktuell liegt das Unternehmen insgesamt bei rund 13,2‑fachen erwarteten Gewinnen und damit deutlich unter seinem Zehnjahresdurchschnitt von etwa 20‑fach.

Geopolitische Risiken stützen Abspaltungslogik

Die Ereignisse des vergangenen Jahres liefern einen Teil der Begründung für den geplanten Umbau. 2025 hatte die Militärregierung in Mali eine Barrick-Mine zeitweise unter staatliche Kontrolle gestellt und Mitarbeiter festgesetzt. Erst im November wurde der Konflikt beigelegt.

Diese Episode unterstreicht die geopolitischen Risiken in einigen internationalen Kernmärkten. Vor diesem Hintergrund erscheint die Trennung der stabileren nordamerikanischen Aktivitäten von volatileren Standorten für viele Marktteilnehmer nachvollziehbar.

Februar-Zahlen sollen Klarheit bringen

Am 5. Februar will Barrick die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Das Management hat angekündigt, in diesem Rahmen detailliertere Informationen zum Zeitplan der Restrukturierung und zur konkreten Ausgestaltung des Spin-offs zu geben.

Besonders im Fokus stehen dürfte dabei, ob und wie sich die offenen Punkte mit Newmont – inklusive der Kapitalplanung für Fourmile – in ein tragfähiges IPO-Konzept einbinden lassen und welche Rolle die nordamerikanischen Assets künftig eigenständig am Markt spielen können.

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