Die Unabhängigkeit der US-Notenbank steht so stark im Feuer wie seit Jahrzehnten nicht. Eine Ermittlungsankündigung des US-Justizministeriums gegen Fed-Chef Jerome Powell hat die Vertrauensfrage in der Geldpolitik auf die Spitze getrieben – mit klaren Folgen an den Märkten. Anleger suchen verstärkt Schutz im „harten“ Geld, und davon profitiert Barrick Gold direkt. Wie eng der aktuelle Höhenflug der Aktie mit dieser Flucht in sichere Häfen verknüpft ist, zeigt ein Blick auf die Hintergründe.

Politische Spannungen treiben Gold – und Barrick

Auslöser der jüngsten Bewegung war die Nachricht, dass das US-Justizministerium eine Untersuchung gegen Fed-Chef Powell eingeleitet hat. Für viele Marktteilnehmer ist das ein Warnsignal: Sie fürchten politische Einflussnahme auf die Geldpolitik und damit eine Schwächung der Notenbank-Unabhängigkeit.

Die Reaktion an den Rohstoffmärkten war deutlich. Gold legte sprunghaft zu und markierte am 12. Januar ein Rekordhoch von rund 4.625 US-Dollar je Unze. Der US-Dollar und andere riskantere Anlagen gerieten dagegen unter Druck. In diesem Umfeld wurden Goldminen-Titel zum gesuchten Schutzinstrument – allen voran Barrick Gold.

Die Aktie erreichte an den Heimat- und US-Börsen neue 52‑Wochen-Höchststände. Der starke Lauf der vergangenen Monate spiegelt sich auch in den aktuellen Daten wider: In Euro gerechnet liegt der Kurs heute bei 42,19 Euro und damit auf Rekordniveau. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von knapp 179 Prozent zu Buche – eine Entwicklung, die die enge Kopplung von Barrick an den Goldpreis unterstreicht.

Rückhalt durch Zahlen und Analysten

Der Kurssprung kommt nicht aus dem Nichts. Fundamentale Daten und Analystenurteile hatten bereits im Vorfeld eine Basis gelegt, auf der die politische Zuspitzung nun wie ein Beschleuniger wirkt.

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Im dritten Quartal 2025 lieferte Barrick solide Zahlen. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,58 US-Dollar leicht über den erwarteten 0,57 US-Dollar. Deutlich stärker fiel das Wachstum beim Umsatz aus: Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 23,2 Prozent auf 4,19 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich erhöhte das Unternehmen seine Quartalsdividende auf 0,175 US-Dollar je Aktie – ein Signal, dass das Management der eigenen Finanzkraft vertraut.

Auch von Analystenseite kam im Vorfeld Rückenwind:

  • Citigroup stufte die Aktie am 24. November 2025 von „Hold“ auf „Buy“ hoch.
  • National Bankshares erhöhte am 9. Dezember 2025 ihr Kursziel auf 77,50 Kanadische Dollar.
  • Die Mehrzahl der aktuellen Einschätzungen liegt im Bereich „Buy“ oder „Strong Buy“.

Diese Bewertungen wurden zwar nicht durch das Ereignis vom 12. Januar ausgelöst, sie verstärken aber den positiven Grundton im Markt. Die politisch getriebene Goldrally trifft somit auf einen Wert, der fundamental nicht als „Wackelkandidat“ wahrgenommen wird.

Historische Flucht in Sachwerte

Im größeren Kontext ist die jüngste Bewegung Teil einer historischen Umschichtung hin zu Sachwerten. Der Konflikt zwischen US-Regierung und Federal Reserve wird von vielen Investoren als direkter Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbank interpretiert. Das hat eine breit angelegte Umschichtung ausgelöst: Weg vom US-Dollar und ausgewählten Finanzanlagen, hin zu Gold und anderen Edelmetallen.

Gold legte allein am 12. Januar um 2,6 Prozent zu und erreichte das genannte Rekordniveau. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Plus auf rund 73 Prozent. Silber zog ebenfalls kräftig an. Barrick profitiert doppelt: zum einen von den höheren Verkaufspreisen, zum anderen davon, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren operative Risiken reduziert und Streitpunkte in wichtigen Förderregionen beigelegt hat. Marktbeobachter sehen das als Argument, warum der Titel in dieser Phase besonders stark gefragt ist.

Technische Stärke und der Blick nach vorn

Charttechnisch wirkt die Aktie derzeit überaus robust. In Euro notiert sie gut 16 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt und mehr als zwei Drittel über dem 200‑Tage-Durchschnitt – ein klares Zeichen eines etablierten Aufwärtstrends, auch wenn kurzfristig Rückschläge jederzeit möglich sind.

Der nächste konkrete Meilenstein steht bereits an: Anfang Februar, rund um den 5. Februar 2026, legt Barrick die nächsten Quartalszahlen vor. Da der Goldpreis im vierten Quartal 2025 im Schnitt auf Rekordniveaus lag, erwarten viele Marktteilnehmer kräftige Zuflüsse beim freien Cashflow. Auf kurze Sicht gilt vor allem eines als Risiko: Eine schnelle Entspannung der politischen Lage in den USA könnte den Goldpreis unter Druck bringen und damit auch die Dynamik der Barrick-Aktie dämpfen. Solange die Spannungen jedoch anhalten und der strukturelle Aufwärtstrend bei den Goldminen intakt bleibt, treten die aktuellen Höchststände eher als Zwischenetappe denn als Endpunkt der Entwicklung in Erscheinung.

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