Barrick Aktie: Rückenwind
Barrick erlebt eine außergewöhnliche Phase: Der Gold- und Kupferkonzern profitiert von der anhaltenden Edelmetallrally, starken Quartalszahlen und einem klar positiven Votum der Analysten. Parallel mischen große Adressen im Hintergrund ihre Positionen neu – mit teils milliardenschweren Engagements. Wie solide ist dieser Rückenwind tatsächlich?
Große Adressen setzen auf Barrick
Im institutionellen Lager kommt Bewegung auf. Zwar hat ORG Partners LLC seine Position im dritten Quartal um mehr als 90 % reduziert und über 22.000 Aktien verkauft. Gleichzeitig sind jedoch mehrere Schwergewichte neu oder deutlich größer eingestiegen.
Zu den auffälligsten Transaktionen zählen:
- Vanguard Group Inc. mit einem neuen Engagement von rund 1,46 Mrd. US‑Dollar
- Arrowstreet Capital mit einem Einstieg von etwa 1,09 Mrd. US‑Dollar
- First Eagle Investment Management mit Käufen über rund 822 Mio. US‑Dollar
- TD Asset Management mit neu aufgebauten Beständen von rund 386 Mio. US‑Dollar
Insgesamt liegt der institutionelle Anteil nun bei gut 90 % der ausstehenden Aktien. Das deutet auf ein hohes Vertrauen professioneller Investoren in die aktuelle Strategie und die Ertragskraft hin – trotz einzelner Positionsabbauten.
Edelmetallrally und Währungsabsicherung
Auf der Makro-Ebene spielt der Goldpreis Barrick in die Karten. Das Analysehaus Bernstein zählt den Titel zu seinen drei favorisierten Minenwerten für eine erwartete Edelmetallrally bis 2026. Grundlage der Studie ist ein für 2026 unterstellter Goldpreis von 4.180 US‑Dollar je Unze.
Bernstein verweist auf anhaltende Käufe der Notenbanken, die ihre Reserven weiter weg vom US‑Dollar diversifizieren. Davon profitieren physisches Gold, Minenaktien und auch goldbasierte ETFs. Die Zuflüsse in entsprechende ETFs haben sich im Jahr 2025 deutlich beschleunigt, was auf verstärktes Interesse institutioneller wie privater Anleger schließen lässt.
Barrick wird in dieser Einschätzung ausdrücklich als mögliche Währungsabsicherung in einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld hervorgehoben. Der Titel dient damit nicht nur als Hebel auf den Goldpreis, sondern auch als Diversifikationsbaustein.
Geplantes IPO der Nordamerika-Assets
Strategisch könnte Barrick einen weiteren Werttreiber heben: Das Unternehmen prüft einen möglichen Börsengang seiner nordamerikanischen Goldaktivitäten. Ein solcher Schritt würde voraussichtlich versteckte Werte sichtbarer machen und zusätzliche finanzielle Flexibilität schaffen.
BNP Paribas Exane hat die Aktie vor diesem Hintergrund – und mit Blick auf weitere potenzielle Katalysatoren – auf „Outperform“ hochgestuft. Ein separates Listing ausgewählter Assets könnte etwa helfen, regionale Schwerpunkte klarer zu positionieren und Investoren zielgerichteter anzusprechen.
Starke Q3-Zahlen untermauern Story
Die operative Entwicklung liefert derzeit Rückendeckung. Im dritten Quartal übertraf Barrick die Gewinnerwartungen leicht mit einem Gewinn je Aktie von 0,58 US‑Dollar gegenüber 0,57 US‑Dollar im Konsens. Deutlich stärker fällt das Umsatzwachstum aus: Die Erlöse stiegen um 23,2 % auf 4,19 Mrd. US‑Dollar im Jahresvergleich.
Kennzahlen wie eine Marktkapitalisierung von 82,66 Mrd. US‑Dollar, ein KGV von 23,72 und eine Nettomarge von 24,53 % zeichnen das Bild eines profitablen Großkonzerns. Die Bilanz wirkt zudem robust: Mit einer Debt-to-Equity-Ratio von 0,14 ist die Verschuldung moderat, die Current Ratio von 2,94 signalisiert eine komfortable kurzfristige Liquiditätsposition.
Dividende als Vertrauenssignal
Parallel zu den guten Zahlen erhöht Barrick die Ausschüttung. Die Quartalsdividende steigt von 0,15 auf 0,175 US‑Dollar je Aktie. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies 0,70 US‑Dollar und einer Rendite von 1,4 %.
Die Ausschüttungsquote liegt bei 33,82 %. Das lässt Spielraum für weitere Erhöhungen, falls sich der positive Ergebnis- und Cashflow-Trend fortsetzt. Die Anhebung wirkt damit wie ein klares Signal des Managements, dass man der eigenen Ertragskraft auch langfristig zutraut, die Dividende zu tragen.
Analysten deutlich zuversichtlich
Auf Wall Street-Seite überwiegt klar der Optimismus. Mehrere Institute haben ihre Einschätzungen zuletzt angepasst und dabei sowohl Ratings als auch Kursziele angehoben:
- Canaccord Genuity Group erhöhte das Kursziel auf 57 US‑Dollar und vergibt ein „Buy“-Rating
- TD Securities hob das Ziel von 38 auf 46 US‑Dollar an
- Citigroup stufte von „Hold“ auf „Buy“ hoch
- Jefferies setzte das Kursziel auf 55 US‑Dollar und bezeichnet Barrick als Top-Pick unter den großen Goldproduzenten
In Summe kommen drei Analysten auf „Strong Buy“, 17 auf „Buy“ und zwei auf eine neutrale Einstufung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 47,17 US‑Dollar und signalisiert aus Sicht der Analysten weiteres Potenzial oberhalb des aktuellen Kursniveaus.
Technisches Bild und aktuelle Bewertung
Auch technisch spiegelt sich der Aufwärtstrend wider. Der aktuelle Kurs von 42,02 Euro liegt nur minimal unter dem frischen 52‑Wochen-Hoch und rund zwei Drittel über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Der RSI von 28,4 deutet allerdings darauf hin, dass die Aktie kurzfristig in überverkauftes Terrain gerutscht ist – nach einer zuvor extrem starken Zwölfmonatsperformance von knapp 180 % in Euro.
Mit einem Beta von 0,41 schwankt der Titel historisch weniger stark als der Gesamtmarkt. In Kombination mit den soliden Fundamentaldaten, der geplanten Strukturmaßnahme in Nordamerika und der positiven Analystenlage entsteht damit ein Gesamtbild, in dem Barrick derzeit gleich von mehreren Seiten Unterstützung erhält – von der Makroebene über die Bilanz bis hin zur Stimmung großer Investoren.
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