Barrick Gold gerät von unerwarteter Seite unter Druck. Joint-Venture-Partner Newmont droht damit, den geplanten Börsengang der nordamerikanischen Goldanlagen zu blockieren – und beruft sich dabei auf vertragliche Schutzklauseln. Im Zentrum des Konflikts: Nevada Gold Mines, eine der größten Goldminen der Welt.

Die wichtigsten Fakten:

  • Newmont wirft Barrick verschlechterte Betriebsergebnisse vor
  • Geplanter IPO über 60 Milliarden Dollar könnte sich verzögern
  • Barrick steigerte Umsatz 2025 um 31% auf 16,96 Milliarden Dollar
  • Dividende wurde um 40% angehoben

Vertraglicher Konflikt eskaliert

Newmont, der weltgrößte Goldproduzent, hat am 12. Februar öffentlich gemacht, dass es Schutzklauseln im Joint-Venture-Vertrag geltend machen könnte. Der Vorwurf: Die Betriebsführung durch Barrick bei Nevada Gold Mines liefere nicht die erwarteten Resultate.

Der Streit geht über operative Fragen hinaus. Es geht um grundsätzliche Bewertungsfragen und darum, wie der Wert von Nevada Gold Mines künftig an die Aktionäre fließen soll. Die Drohung von Newmont könnte die Struktur des geplanten Deals, die Governance-Regelungen und den Zeitplan des Spin-offs beeinflussen.

IPO-Pläne bleiben bestehen

Barricks Vorstand hat das Management ermächtigt, den Börsengang einer neuen Gesellschaft vorzubereiten, die erstklassige nordamerikanische Goldanlagen bündelt. Der für Ende 2026 geplante Spin-off soll neben den Joint-Venture-Anteilen an Nevada Gold Mines und Pueblo Viejo auch die Fourmile-Lagerstätte umfassen.

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Die neue Gesellschaft wird mit über 60 Milliarden Dollar bewertet. Barrick plant, eine Minderheitsbeteiligung zu verkaufen und die Kontrolle zu behalten.

Analysten reagieren auf starke Quartalszahlen

Nach den Zahlen zum vierten Quartal 2025 haben mehrere Investmentbanken ihre Einschätzungen angepasst:

  • Stifel erhöhte das Kursziel am 10. Februar auf 95 kanadische Dollar (zuvor 65 C$), Rating Buy
  • Citi hob das Ziel auf 48 Dollar (zuvor 38 Dollar), behält aber Neutral bei
  • UBS senkte das Kursziel auf 55 Dollar (zuvor 59 Dollar), bleibt bei Buy

Das vierte Quartal übertraf die Erwartungen deutlich. Der Umsatz stieg auf 6,0 Milliarden Dollar, während Analysten nur 5,16 Milliarden erwartet hatten. Die Goldproduktion legte im Quartalsvergleich um 5 Prozent auf 871.000 Unzen zu, die Kupferförderung erreichte 62.000 Tonnen.

Für das Gesamtjahr 2025 meldete Barrick einen Umsatz von 16,96 Milliarden Dollar (plus 31 Prozent) und einen Nettogewinn von 4,99 Milliarden Dollar (plus 133 Prozent). Das EBITDA stieg um 57 Prozent auf 8,16 Milliarden Dollar. Die EBITDA-Marge verbesserte sich im vierten Quartal auf 64 Prozent nach 59 Prozent im Vorquartal.

Finanzkraft gestärkt

Die Dividendenerhöhung um 40 Prozent spiegelt die verbesserte Cashflow-Situation wider. Barrick beendete das Jahr mit 2 Milliarden Dollar Netto-Liquidität. Die Gold- und Kupferreserven blieben mit 85 Millionen Unzen beziehungsweise 18 Millionen Tonnen stabil.

Der durchschnittlich erzielte Goldpreis lag 2025 bei 3.501 Dollar je Unze, verglichen mit 2.386 Dollar im Vorjahr. Die Aktie notiert bei einem KGV von etwa 16 und bietet eine Dividendenrendite von rund 3,5 Prozent. Am 11. Februar schloss der Titel bei 47,64 Dollar, ein Plus von 1,47 Prozent.

Der Konflikt mit Newmont wird zeigen, ob Barrick den ambitionierten Zeitplan für den IPO einhalten kann. Die starken Finanzzahlen schaffen zwar eine solide Ausgangsbasis, doch vertragliche Auseinandersetzungen mit dem zweitgrößten Goldproduzenten der Welt könnten den Prozess komplizierter machen als geplant.

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