Die Neubesetzung der Führungsspitze bei der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) entwickelt sich zum regulatorischen Hürdenlauf. Knapp zwei Wochen vor der entscheidenden Hauptversammlung am 15. April rücken die Europäische Zentralbank (EZB) und der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS mit deutlicher Kritik an den geplanten Personalien in den Fokus. Das Institut steht vor einer Zerreißprobe zwischen Aktionärsinteressen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Zweifel an der CEO-Eignung

Im Zentrum der Debatte steht Fabrizio Palermo, der als neuer CEO vorgesehen ist. Die EZB-Bankenaufsicht hat Berichten zufolge erhebliche Vorbehalte hinsichtlich seiner fachlichen Eignung geäußert. Die Aufseher hinterfragen, ob Palermos bisherige Laufbahn bei der staatlichen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) ausreicht, um die Leitung eines großen kommerziellen Kreditinstituts zu rechtfertigen.

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Sollten die Aktionäre bei der Abstimmung Mitte April an Palermo festhalten, plant die EZB offenbar strenge Auflagen. Im Gespräch sind obligatorische Nachschulungen, um die identifizierten Lücken in seiner Erfahrung im klassischen Bankgeschäft zu schließen. Diese ungewöhnliche Maßnahme verdeutlicht, wie kritisch die Regulatoren die aktuelle Governance-Planung der Bank bewerten.

ISS empfiehlt selektive Wahl

Zusätzlicher Druck kommt vom Stimmrechtsberater ISS. In einer aktuellen Analyse wird den Aktionären zwar empfohlen, grundsätzlich für die Liste des scheidenden Verwaltungsrats zu stimmen – auf der auch Palermo steht. Gleichzeitig rät ISS jedoch dazu, gezielt gegen einzelne prominente Kandidaten vorzugehen.

Betroffen von dieser Wahlempfehlung sind unter anderem der amtierende Präsident Nicola Maione sowie weitere Verwaltungsratsmitglieder wie Alessandro Caltagirone. Stattdessen spricht sich ISS für alternative Kandidaten wie Corrado Passera und Carlo Vivaldi aus. Diese differenzierte Strategie zielt darauf ab, die Unabhängigkeit des Gremiums zu stärken. Die EZB hatte bereits Anfang März in einem Schreiben gemahnt, dass der künftige Verwaltungsrat ausschließlich im Interesse der Bank handeln müsse und nicht als verlängerter Arm einzelner Großaktionäre fungieren dürfe.

Für die Anleger bleibt die Lage angespannt. Die Aktie notiert aktuell bei 7,39 Euro und hat seit Jahresbeginn bereits knapp 21 Prozent an Wert verloren. Am 15. April wird sich zeigen, ob die Aktionäre den Empfehlungen der Berater folgen oder das Risiko eines Konflikts mit der EZB-Aufsicht eingehen. Davon wird maßgeblich abhängen, wie stabil die Führung der ältesten Bank der Welt in die kommenden Monate geht.

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