ASML Aktie: Analysten drehen
ASML hat am Freitag einen Kurssprung von knapp 9 Prozent hingelegt und schloss bei 1.164,50 Dollar. Auslöser war eine ungewöhnliche Analyst-Kehrtwende: Aletheia Capital hob die Bewertung direkt von "Sell" auf "Buy" – und verdoppelte das Kursziel auf 1.500 Dollar. Damit steht die Frage im Raum: Rechtfertigen die Wachstumsaussichten die Premium-Bewertung?
Die Begründung: TSMC und EUV-Nachfrage
Analyst Warren Lau von Aletheia Capital begründet seine radikale Neubewertung mit konkreten Zahlen. Er erwartet, dass TSMC seine Produktionskapazität bis 2027 um 40 bis 50 Prozent ausbauen wird. Das bedeute für ASML: Allein 2027 könnten 40 bis 45 EUV-Lithographie-Systeme an den taiwanesischen Chipriesen gehen.
Die Prognose dahinter: ASMLs Umsatzwachstum soll bereits 2026 zweistellig ausfallen und sich 2027 auf rund 25 Prozent beschleunigen. Grund ist die enorme Nachfrage nach fortschrittlichsten Chips für KI-Anwendungen – und die dafür nötigen EUV-Maschinen liefert praktisch nur ASML.
Auch andere Analystenhäuser zogen nach: Citi erhöhte das Kursziel auf 1.200 Euro, Cantor Fitzgerald auf 1.300 Euro, Bank of America auf 1.331 Dollar. Das Handelsvolumen lag bei 160 Prozent des Durchschnitts.
KI-Boom und Speicherchip-Rally
Der Aufschwung bei ASML ist Teil einer breiteren Bewegung im Halbleitersektor. Am selben Tag schoss Micron Technology um über 10 Prozent nach oben, nachdem Bernstein auf die explodierende Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) verwies.
Für ASML ist das förderlich: Die Firma hält faktisch ein Monopol bei EUV-Anlagen, die sowohl für modernste Logikchips (KI-Prozessoren) als auch für fortschrittliche Speicherchips nötig sind. Aletheia rechnet mit einem EUV-Wachstum von 60 bis 70 Prozent bis 2027. Aktuell treibt vor allem die DRAM-Produktion für KI-Anwendungen die Auftragslage – eine Brücke, bis ab 2027 die erwartete TSMC-Welle einsetzt.
China-Rückgang wird kompensiert
Ein kritischer Faktor: In den Jahren 2024 und 2025 steuerte China bis zu 42 Prozent zu ASMLs Umsatz bei. Für 2026 erwarten Analysten einen deutlichen Rückgang aufgrund von Exportsperren und Marktsättigung. Die bullische These lautet jedoch, dass Taiwan und die boomende Speicherbranche diese Lücke mehr als schließen werden.
Nach dem Freitagsanstieg liegt die Forward-KGV-Bewertung bei rund 38 bis 40 – ein Premium, das hohes Wachstum voraussetzt. Am 28. Januar folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann wird sich zeigen, ob die Auftragslage die aggressive 2027-Prognose stützt.
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