Nach einem abrupten Rücksetzer zu Wochenbeginn hat sich die Arafura-Aktie wieder stabilisiert. Auslöser der Korrektur war weniger ein Problem im Unternehmen selbst, sondern eine Branchenreaktion auf personelle Veränderungen beim Wettbewerber Lynas. Gleichzeitig rückt ein neues, milliardenschweres Regierungsprogramm Arafuras Nolans-Projekt in den Fokus. Wie passt diese volatile Kursentwicklung zu den deutlich verbesserten Fundamentaldaten?

Sektorverkauf nach Lynas-News

Der Kursrutsch bei Arafura zu Wochenbeginn war Folge eines Sektor-Sell-offs im Bereich Seltene Erden. Hintergrund: Lynas-CEO Amanda Lacaze, seit zwölf Jahren an der Spitze des größten nicht-chinesischen Produzenten, kündigte am 12. Januar ihren Rücktritt an. Die Meldung löste eine Neubewertung des gesamten Segments aus.

Am 13. Januar verlor Arafura 9,23 % und fiel von 0,325 AUD auf 0,295 AUD. Bemerkenswert war dabei das außergewöhnlich hohe Handelsvolumen: 64,1 Millionen gehandelte Aktien lagen deutlich über dem üblichen Niveau. Die Zone um 0,29 AUD etablierte sich im Anschluss als wichtige technische Unterstützungsmarke.

Auffällige Umsätze

Die stark erhöhten Umsätze deuten darauf hin, dass größere Marktteilnehmer ihre Positionen deutlich angepasst haben. Am 14. Januar setzte eine leichte Erholung ein, der Kurs legte um 1,69 % auf 0,30 AUD zu.

Wichtige Marken im Überblick:

  • Unterstützung: 0,29 AUD
  • Widerstand: 0,32 AUD
  • 52-Wochen-Spanne: 0,11–0,62 AUD

Regierungsreserve über 1,2 Milliarden AUD

Die Kursschwankungen treffen auf ein Umfeld klar positiver politischer Signale. Am 12. Januar stellte die australische Regierung eine „Critical Minerals Reserve“ über 1,2 Milliarden AUD vor. Dabei nannte sie das Nolans-Projekt explizit neben Lynas und Iluka als einen der Hauptadressaten.

Ressourcenministerin Madeleine King skizzierte zentrale Elemente des Programms:

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  • Preisuntergrenzen, um Produzenten vor Marktmanipulation zu schützen
  • Abnahmeverträge mit festen oder variablen Preisstrukturen
  • Lagerhaltungs- und Bestandsmanagement über „Contracts for Difference“ (CFD)
  • Vollständige operative Umsetzung des Programms bis Ende 2026

Arafura-CEO Darryl Cuzzubbo hob insbesondere den CFD-Mechanismus mit seiner Preisspanne hervor. Aus seiner Sicht ermöglicht er eine faire Verteilung von Risiko und Ertrag zwischen Staat und privaten Investoren.

Nolans-Finanzierung fast abgeschlossen

Der jüngste Rücksetzer unterbricht eine starke Kursentwicklung im Jahr 2025. Über das Gesamtjahr verzeichnete die Arafura-Aktie ein Plus von 134,78 %. Treiber waren entscheidende Fortschritte bei der Finanzierung des Nolans-Projekts.

Die wichtigsten Schritte:

  • Kapitalerhöhung: rund 482 Mio. AUD Ende 2025
  • Strategische Beteiligung: 125 Mio. AUD durch Hancock Prospecting; Beteiligung von Gina Rinehart nun bei rund 15,7 %
  • Senior-Kredite: 775 Mio. USD plus 80 Mio. USD Kostenerhöhungsfazilität
  • Nachrangige Liquiditätsfazilität: 200 Mio. USD
  • Exportkredit-Unterstützung: Zusagen u. a. von Export Finance Australia, der US Export-Import Bank und dem deutschen Rohstofffonds

FID für Q1 2026 geplant

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,37 Mrd. AUD spiegeln sich hohe Erwartungen an die Final Investment Decision (FID) für das Nolans-Projekt wider, die für das erste Quartal 2026 vorgesehen ist. Ein positives Votum würde den Startschuss für den Bau der ersten vollständig integrierten „Ore-to-Oxide“-Anlage für Seltene Erden in Australien geben.

Die geplante Jahreskapazität liegt bei 4.440 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr). Das entspräche etwa 4 % des weltweiten Angebots an Magnet-Seltenen-Erden. Vom FID bis zum Produktionsstart kalkuliert Arafura mit rund 42 Monaten.

Unterstützendes Marktumfeld

Das makroökonomische Umfeld bleibt für Anbieter außerhalb Chinas grundsätzlich günstig. Chinesische Exportbeschränkungen für Permanentmagnete treffen auf anhaltend hohe Nachfrage, insbesondere aus der Elektroauto- und Windkraftindustrie. Prognosen zufolge könnte sich die weltweite Nachfrage nach Seltenen Erden in den kommenden zehn Jahren in etwa verdoppeln.

Gleichzeitig ist die Bewertung ambitioniert: Die Arafura-Aktie wird aktuell zu einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 9,2 gehandelt, deutlich über dem Sektor-Durchschnitt der australischen Metall- und Minenwerte von 2,6. Dieses Bewertungsniveau spiegelt die eingepreisten Erwartungen an Nolans wider, obwohl das Unternehmen noch keine Umsätze erzielt, Verluste schreibt und eine Eigenkapitalrendite von rund -12,89 % aufweist.

Für die weitere Kursentwicklung dürfte damit vor allem entscheidend sein, ob die FID im ersten Quartal 2026 wie geplant erfolgt und ob das Projekt anschließend im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt wird.

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