Die US-Biotechfirma hat am Donnerstag auf dem virtuellen Piper Sandler Symposium ihre Immunologie-Pipeline vorgestellt. Während neue Indikationen für TEZSPIRE und UPLIZNA Wachstumspotenzial versprechen, bleibt die Frage: Reicht das, um den Druck durch Biosimilar-Konkurrenz auszugleichen?

UPLIZNA erobert Europa

Zeitgleich zum Symposium kam positive Nachricht aus Brüssel: Die Europäische Kommission hat UPLIZNA am 12. Februar 2026 für generalisierte Myasthenia gravis zugelassen. Damit steht erstmals eine CD19-gerichtete Therapie für Erwachsene mit dieser seltenen Autoimmunerkrankung zur Verfügung. Die Zulassung gilt für Patienten mit anti-Acetylcholin-Rezeptor-positiven und anti-MuSK-positiven Antikörpern.

Das Besondere: Nach zwei initialen Infusionen benötigen Patienten nur noch zweimal jährlich eine Erhaltungsdosis. In Europa leben geschätzt 56.000 bis 123.000 Menschen mit Myasthenia gravis, etwa 85 Prozent davon in der generalisierten Form. Die Zulassung basiert auf der MINT-Studie mit 238 Erwachsenen, die signifikante Verbesserungen im Vergleich zu Placebo zeigte.

Amgen plant nun, UPLIZNA auch bei Autoimmunhepatitis und chronischer entzündlicher demyelinisierender Polyneuropathie zu testen. Phase-III-Studien sollen noch in diesem Jahr starten. Bei CIDP geht man von etwa 35.000 Betroffenen in den USA aus, mit 7.000 bis 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

TEZSPIRE sucht neue Indikationen

Beim TSLP-Antikörper TEZSPIRE hat Amgen kürzlich die Zulassung für chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen erhalten. Da etwa 20 Prozent der Asthma-Patienten auch an dieser Begleiterkrankung leiden, erhofft sich das Unternehmen zusätzliche Verschreibungen bei bestehenden Patienten.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Amgen?

Phase-III-Studien laufen zudem bei COPD und eosinophiler Ösophagitis. Für letztere werden Daten in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet. Allerdings wächst die Konkurrenz: Neue ultra-langwirksame Biologika für Asthma drängen auf den Markt – Dupilumab ist neuerdings als Ein- bis Zweimal-Jahres-Therapie verfügbar.

Amgen betonte auf dem Symposium den mechanistischen Vorteil von TEZSPIRE: Anders als IL-4-, IL-5- oder IL-13-Hemmer greife man ganz oben in der Entzündungskaskade an und könne so mehrere Entzündungswege gleichzeitig blockieren. In der Waypoint-Studie bei Nasenpolypen zeigte sich eine nahezu vollständige Vermeidung von Operationen.

Analystenskepsis trotz solider Zahlen

Freedom Capital Markets stufte die Aktie am Donnerstag von "Kaufen" auf "Halten" herab, hob das Kursziel aber auf 375 Dollar an. Der aktuelle Kurs liegt bei 366,20 Dollar, das 52-Wochen-Hoch erreichte 385,12 Dollar. Die Begründung: Die Aktie habe ihren fairen Wert weitgehend erreicht.

Dabei hatte Amgen im vierten Quartal 2025 die Erwartungen übertroffen. Der Umsatz lag bei 9,87 Milliarden Dollar statt erwarteter 9,47 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie bei 5,29 Dollar statt geschätzter 4,73 Dollar. Besonders Prolia, Repatha, Evenity und Uplizna liefen stark. Für 2026 übertraf selbst die untere Grenze der Unternehmensprognose die Analystenschätzungen.

Doch die Analysten sehen dunkle Wolken: Biosimilar-Konkurrenz für die Blockbuster Prolia und XGEVA wird den Umsatz belasten. Die Exklusivitätsfristen laufen aus. Ob die neuen Indikationen für TEZSPIRE und UPLIZNA diese Erosion kompensieren können, bleibt offen.

Anzeige

Amgen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amgen-Analyse vom 13. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Amgen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amgen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Amgen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...