AMD steckt in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite stehen immer optimistischere Analysten, auf der anderen Seite wächst der Wettbewerbsdruck – sogar von wichtigen Partnern wie Microsoft. Im Fokus steht dabei vor allem der Markt für KI- und Rechenzentrums-Chips, der über die künftige Dynamik des Geschäfts entscheiden dürfte. Wie ordnet sich die Aktie kurz vor den nächsten Quartalszahlen in diesem Umfeld ein?

Analysten erhöhen Kursziele

Mehrere Investmenthäuser haben zuletzt ihre Erwartungen für AMD nach oben geschraubt. Sie signalisieren damit Vertrauen in die mittelfristigen Wachstumsaussichten – trotz kurzfristiger Unsicherheiten.

  • Loop Capital hob am Dienstag sein Kursziel von 290 auf 310 US‑Dollar an und bestätigte eine Kaufempfehlung.
  • Bereits am Vortag hatte UBS das Ziel von 300 auf 330 US‑Dollar erhöht.
  • Piper Sandler folgt derselben Richtung und setzte sein Ziel von 280 auf 300 US‑Dollar herauf.

Gemeinsam ist diesen Anpassungen die Botschaft, dass die Analysten dem Unternehmen weiteres Potenzial zutrauen, insbesondere mit Blick auf Datenzentren und KI-Anwendungen. Die Kursziele liegen klar über dem aktuellen Niveau von 253,14 US‑Dollar und spiegeln damit eine grundsätzlich positive Einschätzung wider.

Microsoft-Chip sorgt für Unruhe

Gleichzeitig steht die Aktie aber auch unter Druck von der Wettbewerbsseite. Auslöser der jüngsten Schwächephase war die Vorstellung von Microsofts hauseigenem KI-Chip „Maia 200“.

Microsoft ist nicht nur ein Großkunde, sondern auch ein zentraler Partner im Cloud- und Rechenzentrumsbereich. Dass der Konzern nun eigenes, proprietäres Silizium entwickelt, hat bei Anlegern die Sorge geweckt, ein Teil der künftigen Nachfrage nach frei am Markt erhältlichen Datenzentrums-Chips könnte sich verschieben.

Marktbeobachter führen den Rücksetzer der Aktie zu Wochenbeginn vor allem auf diese Ankündigung zurück. Der Schritt von Microsoft wird als möglicher Hinweis gewertet, dass große Cloud-Anbieter stärker auf eigene Lösungen setzen könnten – ein Risiko für Anbieter wie AMD, die bisher von der stark wachsenden KI-Nachfrage im Hyperscaler-Umfeld profitieren.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei AMD?

Trotz dieser Unsicherheit bleibt die übergeordnete Entwicklung eindrucksvoll: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie rund 130 % im Plus, und der Kurs notiert nur wenige Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch. Das unterstreicht, wie stark der Markt AMD bereits auf ein KI-getriebenes Wachstum einpreist.

Quartalszahlen als nächster Test

Der nächste große Prüfstein steht bereits fest: AMD wird seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 am Dienstag, 3. Februar 2026, nach US-Börsenschluss vorlegen.

Der Konsens der Analysten erwartet für das Quartal:

  • Gewinn je Aktie (EPS): rund 1,31 US‑Dollar
  • Umsatz: etwa 9,65 Milliarden US‑Dollar

Für das Gesamtjahr 2025 wird ein Gewinn je Aktie von etwa 3,13 US‑Dollar prognostiziert. Diese Schätzungen basieren im Wesentlichen auf weiterem Wachstum im Datenzentrums- und KI-Geschäft. Gerade vor diesem Hintergrund kommt den Zahlen und dem Ausblick eine hohe Bedeutung zu: Der Markt wird genau darauf achten, ob AMD die hohen Erwartungen an das KI-Geschäft bestätigt oder anpasst.

Marktumfeld und Bewertung der Lage

Im bisherigen Jahresverlauf 2026 schlägt sich die Aktie deutlich besser als der Gesamtmarkt: Seit Jahresanfang liegt das Plus bei 13,28 %, während der Nasdaq 100 zuletzt nur moderat zulegte.

Technisch betrachtet handelt der Titel klar über seinen Durchschnittslinien – der Abstand von gut 55 % zum 200‑Tage-Durchschnitt zeigt, wie stark der Aufwärtstrend der vergangenen Monate ausfiel. Gleichzeitig deutet ein RSI von 42,4 darauf hin, dass die Aktie aktuell eher in einer Konsolidierungsphase als im überhitzten Bereich unterwegs ist.

Im Kursverlauf spiegelt sich damit ein Kräfteverhältnis wider: Auf der einen Seite hohe Erwartungen an das KI-Wachstum und Rückenwind durch Analysten, auf der anderen Seite konkrete Wettbewerbssignale wie der eigene KI-Chip von Microsoft.

Fazit: Fokus auf Februar

In Summe steht AMD aktuell zwischen klar positivem Analysten-Sentiment und wachsendem Konkurrenzdruck im Rechenzentrums- und KI-Markt. Die deutlich angehobenen Kursziele zeigen, dass viele Häuser dem Unternehmen weiteres Potenzial zutrauen, solange das Wachstum im Datenzentrumssegment trägt. Entscheidend wird nun der 3. Februar: Mit den Q4-Zahlen und dem Ausblick für 2026 wird sich erstmals konkret zeigen, wie AMD die neue Wettbewerbssituation einschätzt und ob die bisher eingepreisten KI-Erwartungen belastbar sind.

AMD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AMD-Analyse vom 27. Januar liefert die Antwort:

Die neusten AMD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AMD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

AMD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...