AMD hat eine der stärksten Gewinnserien der letzten Jahre hingelegt – neun Handelstage in Folge mit einem Plus von insgesamt 28 Prozent. Der Börsenwert des Chip-Konzerns kletterte dabei um rund 84 Milliarden Dollar auf 422 Milliarden Dollar. Verantwortlich für den Höhenflug sind nicht nur optimistische Analysteneinschätzungen, sondern vor allem die Schwäche des Erzrivalen Intel.

KeyBanc sieht Server-CPUs ausverkauft

Den Startschuss für die Rally gab Mitte Januar KeyBanc-Analyst John Vinh. Er hob AMD von "Sector Weight" auf "Overweight" an und setzte ein Kursziel von 270 Dollar. Seine Begründung: Die Nachfrage nach Server-Prozessoren sei so stark, dass AMD für 2026 praktisch ausverkauft sei. Wegen der Engpässe könnte AMD die Preise im ersten Quartal 2026 um 10 bis 15 Prozent anheben.

Weitere Prognosen von KeyBanc:

  • AI-GPU-Umsätze: 14 bis 15 Milliarden Dollar für 2026 erwartet
  • MI355-Auslieferungen: Rund 200.000 Einheiten in der ersten Jahreshälfte 2026
  • MI450-Volumen: 400.000 bis 500.000 Einheiten in H2 2026
  • Helios-Lösung: Serienauslieferung ab Q4 2026 geplant

Bemerkenswert: Vinh hatte AMD im April 2025 noch herabgestuft – seither hat sich die Aktie mehr als verdoppelt.

Intel-Zahlen als Brandbeschleuniger

Am Freitag legte AMD nochmals 2,35 Prozent zu, nachdem Intel seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Zwar übertraf Intel im vierten Quartal mit 13,7 Milliarden Dollar Umsatz und 0,15 Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie die Erwartungen. Doch der Ausblick auf Q1 2026 schockierte:

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  • Umsatz: 11,7 bis 12,7 Milliarden Dollar (Mitte bei 12,2 Milliarden, unter Konsens von 12,5 Milliarden)
  • Bereinigte EPS: 0,00 Dollar (Analysten rechneten mit 0,05 bis 0,08 Dollar)
  • GAAP-EPS: Minus 0,21 Dollar
  • Lieferengpässe: CFO David Zinsner warnte, die Versorgungslage werde im ersten Quartal ihren Tiefpunkt erreichen

Intel-Aktien brachen daraufhin um 17 Prozent ein – der stärkste Tagesverlust seit anderthalb Jahren.

Was AMD besser macht

Mizuho-Analyst Jordan Klein kommentierte, alles was Intel berichtet habe, sei gut für AMD. Die Vorteile liegen auf der Hand: AMD lässt seine Chips bei Taiwan Semiconductor fertigen und umgeht damit Intels Produktionsprobleme. Die EPYC-Prozessoren der fünften Generation sind bei Hyperscalern gefragter als Intels Angebot. Zudem wachsen bei AMD Umsatz und Margen stärker, während die Instinct-Beschleuniger im KI-Bereich gegen Nvidia konkurrieren können.

Auch andere Analystenhäuser zeigen sich optimistisch vor den AMD-Zahlen am 3. Februar 2026. KeyBanc erwartet für Q4 2025 einen Umsatz von 9,75 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 1,36 Dollar – beides über Konsens. Für Q1 2026 prognostiziert die Bank 9,75 Milliarden Dollar Umsatz und 1,35 Dollar EPS, ebenfalls deutlich über den Marktschätzungen.

Rund drei Viertel der Analysten stufen AMD mittlerweile als Kauf ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 281,50 Dollar.

Jüngste Geschäftsentwicklung

AMD hat seine Marktposition zuletzt durch mehrere Initiativen gestärkt. Mitte Januar kündigte der Konzern eine strategische Partnerschaft mit Tata Consultancy Services an, um Unternehmens-KI voranzutreiben. Auf der CES 2026 präsentierte AMD die MI455-Prozessoren für Rechenzentren, die MI440X für Unternehmenseinsätze und gab einen Ausblick auf die MI500-Serie für 2027. Laut Bank of America könnte allein das OpenAI-Projekt mit einem Gigawatt Leistung sowie die 500-Megawatt-Installation bei Oracle über 20 Milliarden Dollar Nettoumsatz bringen.

Am Freitag schloss die Aktie bei 263,70 Dollar und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 267,08 Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 21,3 Prozent zu Buche, während der S&P 500 lediglich ein Prozent zulegte. Die Quartalszahlen am 3. Februar dürften zeigen, ob AMD die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann.

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