Amazon eilt an der Börse von Rekord zu Rekord, doch CEO Andy Jassy tritt auf die Euphoriebremse. In Davos warnte der Konzernchef vor den Folgen der US-Zollpolitik, während gleichzeitig eine missglückte Investition hunderte Millionen verschlingt. Anleger stehen vor einem Rätsel: Wie lange kann die Aktie die fundamentalen Warnschüsse noch ignorieren?

CEO Jassy schlägt Alarm

Während der Aktienkurs neue Höhen erklimmt, fand Konzernchef Andy Jassy auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos deutliche Worte zur realwirtschaftlichen Lage. Die im Jahr 2025 angelegten Lagerbestände, die als Puffer gegen neue US-Zölle dienten, seien mittlerweile vollständig aufgebraucht. Die Konsequenz ist spürbar: Die Kosten der protektionistischen Handelspolitik schlagen nun direkt auf die Preise durch.

Jassy betonte gegenüber CNBC, dass der Einzelhandel traditionell mit extrem niedrigen Margen operiert. Amazon und seinen Drittanbietern bleibt daher kaum Spielraum, Kostensteigerungen von rund 10 Prozent selbst abzufedern. Diese Mehrkosten müssen zwangsläufig an die Kunden weitergereicht werden, was die Kauflaune bei nicht lebensnotwendigen Gütern im ersten Halbjahr 2026 erheblich dämpfen könnte.

Millionengrab Saks Global

Neben den makroökonomischen Sorgen belastet ein konkreter finanzieller Rückschlag die Bilanz. Nach dem Insolvenzantrag der Luxuskaufhaus-Kette Saks Global muss der Tech-Riese eine Investition von 475 Millionen US-Dollar abschreiben. In Gerichtsdokumenten bezeichnet Amazon die Beteiligung inzwischen als „faktisch wertlos“.

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Das Unternehmen wirft dem Einzelhändler vor, hunderte Millionen Dollar in nur einem Jahr verbrannt zu haben, und hat Einspruch gegen den Sanierungsplan eingelegt. Auch wenn dieser Verlust die Liquidität des Konzerns nicht ernsthaft gefährdet, trübt die Abschreibung die Stimmung in einem Marktumfeld, das sensibel auf negative Nachrichten reagiert.

Strategischer Rohstoff-Deal für KI

Weitsicht beweist das Management hingegen beim Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Um sich gegen die explodierenden Kupferpreise – ein Anstieg von rund 40 Prozent im Jahr 2025 – abzusichern, schloss Amazon einen Zweijahresvertrag mit dem Bergbaukonzern Rio Tinto. Das Metall soll aus dem Kennecott-Werk in Utah direkt in den Bau neuer Rechenzentren in Arizona fließen. Damit macht sich die Cloud-Sparte AWS unabhängiger von volatilen Weltmarktpreisen und möglichen Handelskonflikten.

Charttechnik blendet Risiken aus

Trotz der fundamentalen Warnhinweise zeigt sich die Aktie in einer bemerkenswerten Verfassung und scheint die Risiken derzeit auszublenden. Mit einem Schlusskurs von 247,50 US-Dollar notiert das Papier am 52-Wochen-Hoch und bestätigt den starken Aufwärtstrend der letzten Monate.

Die Diskrepanz zwischen der technischen Stärke und den operativen Warnsignalen definiert die aktuelle Gemengelage. Während der Chart bullisch bleibt, mahnt die Realität der steigenden Verbraucherpreise zur Vorsicht. Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob die Konsumenten die angekündigten Preiserhöhungen akzeptieren oder ob das Wachstum im Kerngeschäft durch die Zollpolitik tatsächlich ausgebremst wird.

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