Amazon Aktie: Hohe Investitionen
Amazon steckt Milliarden in Infrastruktur, KI und Automatisierung, während Analysten den kurzfristigen Spielraum nach oben vorsichtiger einschätzen. Die Aktie pendelt um 239 US-Dollar und verarbeitet zugleich eine deutliche Investitionsoffensive und neue Wettbewerbsimpulse.
Wie passt dieser hohe Kapitaleinsatz zu den eher moderaten Kursaussichten der nächsten Monate?
Analystenreaktion: Kursziel leicht gesenkt
Raymond James hat das Kursziel für Amazon von 275 auf 260 US-Dollar reduziert, das Rating „Outperform“ aber bestätigt. Analyst Josh Beck verweist dabei auf Risiken durch sogenanntes „Agentic Commerce“: KI-Agenten könnten Bestellungen künftig autonom auslösen und so die etablierten E‑Commerce-Strukturen verändern.
Trotz der Zielsenkung sieht das Haus weiter Potenzial. Begründet wird dies unter anderem mit starken Feiertagsumsätzen und AWS-Schätzungen, die aus Sicht von Raymond James weiterhin erreichbar wirken.
Infrastruktur und KI: Ausbau auf Hochtouren
Parallel zu den vorsichtigeren Kurszielen baut Amazon seine Infrastruktur für das KI-Zeitalter konsequent aus. AWS sichert sich dabei gezielt kritische Ressourcen für seine Rechenzentren.
Zentral ist ein Kupfer-Liefervertrag mit Rio Tinto. Vereinbart wurde die Lieferung von 14.000 Tonnen über vier Jahre aus der Kennecott-Mine in Utah und Arizona. Kupfer ist ein Schlüsselrohstoff für den Ausbau von Rechenzentren und unterstreicht, dass die KI-Nachfrage zunehmend reale Industrieproduktion bindet.
Zudem vertieft AWS seine Präsenz im Profisport. Die PGA Tour weitet ihre Zusammenarbeit mit AWS aus und nutzt generative KI, um Golfübertragungen und Fan-Interaktion zu verbessern.
Robotik stützt Margen
Im Handels- und Logistikgeschäft setzt Amazon stark auf Automatisierung. Das Unternehmen hat weltweit über 1 Million Roboter in Betrieb, ein Meilenstein, der bereits im Juli 2025 erreicht wurde und nun messbare Effekte zeigt.
Wichtige Kennzahlen zur Effizienzsteigerung:
- Kosteneinsparungen: Morgan Stanley erwartet durch robotikgestützte Logistikzentren jährlich 2 bis 4 Milliarden US-Dollar wiederkehrende Einsparungen bis 2027.
- Langfristiges Potenzial: Sollten 30 bis 40 % der US-Bestellungen über diese neuen Lagerstrukturen laufen, könnten die jährlichen Einsparungen bis 2030 auf rund 10 Milliarden US-Dollar steigen.
- Capex-Sprung: Zur Finanzierung des Robotikausbaus und des AWS-Wachstums sollen die Investitionsausgaben 2025 über 125 Milliarden US-Dollar liegen – etwa 42 Milliarden mehr als 2024.
Die Bilanz: Die kurzfristig höhere Kapitalbelastung steht klaren Effizienzgewinnen gegenüber, die sich über die nächsten Jahre in den Margen niederschlagen sollen.
Wettbewerb, Logistik und Energie
Börsentechnisch blieb Amazon 2025 mit einem Kursplus von rund 5 % hinter dem Rest der „Magnificent Seven“ zurück. Gleichzeitig verschärft sich der globale Wettbewerb: Unter anderem drückt der chinesische Anbieter Temu im internationalen Onlinehandel auf das Volumen und stellt Amazons dominante Stellung infrage.
Amazon reagiert mit einer breiteren Logistikaufstellung. In Großbritannien startete das Unternehmen gestern ein „Quick Commerce“-Angebot, um im Segment extrem schneller Lieferungen mitzuspielen. Ergänzend treibt Amazon den Umbau der Stromversorgung voran: In Oregon wurde ein Solar- und Speicherprojekt mit einer Kapazität von 1,2 Gigawatt für 83 Millionen US-Dollar übernommen, um den energieintensiven Betrieb abzusichern und zu diversifizieren.
Markteinschätzung und technische Lage
Die Aktie spiegelt derzeit ein Unternehmen im Investitionsmodus wider. Um 239 US-Dollar konsolidiert der Kurs unterhalb eines Widerstandsbereichs nahe dem Allzeithoch von etwa 258 US-Dollar.
- Das neue Kursziel von Raymond James bei 260 US-Dollar signalisiert im Vergleich zu früheren Erwartungen einen begrenzteren kurzfristigen Aufwärtsspielraum.
- Auf der Unterseite wirken Fundamentaldaten stabilisierend: Amazon erzielte im dritten Quartal 2025 Werbeerlöse von 17,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 24 % im Jahresvergleich.
- Hinzu kommen die in Aussicht gestellten Einsparungen aus der Logistikautomatisierung, die das Ergebnisprofil über die nächsten Jahre spürbar verbessern könnten.
Im Kern steht somit die Abwägung zwischen einem Investitionsprogramm von 125 Milliarden US-Dollar und der Perspektive, sich in KI, Cloud und automatisierter Logistik dauerhaft eine führende Position zu sichern.
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