Amazon steht an einem spannenden Punkt: Der Konzern steckt Milliarden in künstliche Intelligenz, öffnet mit Satelliteninternet neue Märkte – und muss gleichzeitig zeigen, dass sich diese Wetten auch im Gewinn niederschlagen. Im Zentrum steht dabei die Cloud-Sparte AWS, die lange als unantastbare Ertragsquelle galt, nun aber stärker unter Beobachtung steht. Anleger fragen sich: Wer verdient am Ende wirklich an der KI-Welle – und welche Rolle spielt Amazon dabei?

KI und AWS: Vom Kostenblock zum Gewinnhebel

Der wichtigste Kurstreiber bleibt Amazons Position im KI-Ökosystem. Tech-Konzerne investieren derzeit massiv in Rechenzentren, Chips und Infrastruktur, um KI-Anwendungen bereitzustellen. Davon profitieren Chip-Hersteller unmittelbar über steigende Gewinnprognosen – bei Software- und Serviceanbietern ist das Bild komplexer, weil neue KI-Tools bestehende Geschäftsmodelle unter Druck setzen können.

Für Amazon verschiebt sich der Fokus der Investoren: Weg von der Frage, wer am meisten in KI investiert, hin zu der, wer daraus stabile Erträge ziehen kann. In diesem Umfeld rückt AWS wieder stärker in den Vordergrund. Die Cloud-Sparte wird zunehmend als direkter Profiteur der KI-Nachfrage gesehen, weil Training und Betrieb großer Modelle enorme Cloud-Ressourcen benötigen.

Trotz aller Vorteile ist das Bild jedoch nicht nur rosig. AWS bleibt zwar ein margenstarker „Profitmotor“ des Konzerns, die Wachstumsdynamik hat sich aber zuletzt abgeschwächt – nicht zuletzt wegen härterem Wettbewerb im Cloud-Markt. Genau hier entscheidet sich, ob Amazon aus den KI-Investitionen tatsächlich dauerhaft mehr Gewinn herausholt.

Satelliteninternet: Neuer Markt in Afrika

Parallel zur KI-Offensive baut Amazon sein globales Geschäft weiter aus. Ein zentraler Baustein ist das Satelliteninternet-Projekt Kuiper. In Nigeria hat das Unternehmen nun eine Lizenz erhalten, um den Dienst anzubieten – mit Start der Übertragungen ab 2026.

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Damit tritt Amazon in direkte Konkurrenz zu Starlink und eröffnet sich einen neuen Wachstumsmarkt: In vielen afrikanischen Ländern ist ein großer Teil der Bevölkerung noch immer ohne zuverlässigen Internetzugang. Die nigerianische Lizenz läuft sieben Jahre und signalisiert damit klaren langfristigen Anspruch.

Für Amazon ist dieses Engagement mehr als nur ein Nebenprojekt. Es schafft einen zusätzlichen Wachstumspfad außerhalb des etablierten E‑Commerce- und Cloud-Geschäfts und stärkt zugleich die eigene Infrastrukturbasis, auf der später weitere Dienste aufsetzen können.

Nebenschauplätze und Kursbild

Abseits der großen strategischen Themen beeinflussen auch kleinere Entscheidungen die Aktie. So sorgte die Ankündigung, das Online-Spiel „New World“ einzustellen, am Freitag, 16. Januar, für einen leichten Rückgang des Kurses. Das zeigt, dass selbst kleinere Geschäftsbereiche kurzfristig Spuren im Aktienchart hinterlassen können – auch wenn sie für das Gesamtergebnis kaum eine Rolle spielen.

Das klassische Online-Handelsgeschäft bleibt ein Volumengigant mit vergleichsweise geringen Margen. Verbesserungen bei der Profitabilität hängen hier stark von Automatisierung und Effizienzsteigerungen in Logistik und Abwicklung ab. Solche Fortschritte kommen nicht schlagartig, sondern eher Schritt für Schritt.

Ein Blick auf die jüngste Kursentwicklung zeigt: Die Aktie liegt mit einem Schlusskurs von 239,12 US‑Dollar nur wenige Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch und deutlich über dem Jahrestief. Der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten und ein RSI von 66,8 deuten auf einen kräftigen Aufwärtstrend, der aber schon recht weit gelaufen ist.

Fazit: Wachstum mit klaren Stellschrauben

In der aktuellen Phase wird Amazons Bewertung vor allem von drei Faktoren bestimmt: der Fähigkeit von AWS, sich als klarer Gewinner der KI-Nachfrage zu etablieren, dem Erfolg von Projekten wie Kuiper in neuen Märkten wie Nigeria sowie der laufenden Effizienzsteigerung im margenschwachen E‑Commerce-Geschäft. Wie stark diese drei Bereiche in den kommenden Quartalen liefern, entscheidet darüber, ob die Aktie ihren Aufwärtstrend festigen oder in eine Konsolidierungsphase übergehen dürfte.

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