Amazon stellt diese Woche gleich an zwei Fronten die Weichen neu: im klassischen Filialgeschäft und bei KI-Anwendungen für Unternehmen. Mit einem ersten großflächigen Superstore-Format in der Nähe von Chicago und einem prominenten Neuzugang für AWS schärft der Konzern sein Profil gegen etablierte Rivalen wie Walmart, Target und Microsoft. Im Markt sorgt das für Rückenwind – die Aktie notiert aktuell auf Rekordniveau.

Neuer Superstore als Testfall

Herzstück der aktuellen Strategieoffensive ist der Einstieg in großformatige stationäre Märkte. Der Gemeinderat von Orland Park bei Chicago hat am 19. Januar endgültig grünes Licht für eine 230.000-Quadratfuß-Filiale gegeben – größer als ein typischer Walmart Supercenter.

In dem Markt sollen Lebensmittel, frisch zubereitete Speisen, Haushaltswaren und ein breites Sortiment an Alltagsartikeln angeboten werden. Damit tritt Amazon deutlich sichtbarer gegen die klassische US-Superstore-Konkurrenz an und verlässt den bisherigen Nischenansatz seiner früheren Konzepte wie Buchläden oder 4-star-Stores.

Wichtig ist auch die Integration mit dem Online-Geschäft: Geplant sind dedizierte Abholbereiche und eine enge Verzahnung mit dem E-Commerce-Angebot. Kunden benötigen keinen Prime-Account, um dort einkaufen zu können – ein Signal, dass Amazon Reichweite und Kundenbasis im stationären Handel deutlich ausweiten will.

Der Markt soll voraussichtlich Ende 2027 eröffnen und rund 500 dauerhafte Arbeitsplätze schaffen. Für Amazon ist das Projekt damit nicht nur ein Image- und Strategiethema, sondern auch eine signifikante Investition in physische Infrastruktur.

KI-Offensive bei AWS

Parallel verstärkt der Konzern seine Ambitionen im Bereich KI-gestützter Unternehmenssoftware. Amazon Web Services meldete am 21. Januar die Verpflichtung von Jigar Thakkar, einem Gründungsmitglied von Microsoft Teams.

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Thakkar übernimmt die Rolle des Vice President für die neue „Amazon Quick Suite“. Dieses Produktbündel soll KI-basierte Anwendungen speziell für Geschäftskunden bündeln und damit direkt im Markt für produktivitätssteigernde Business-Software mitspielen – einem Feld, das bislang klar von Microsoft geprägt ist.

Der Wechsel eines so hochrangigen Profils vom Rivalen Microsoft zu AWS unterstreicht den Anspruch, im Wettbewerb um KI- und Cloud-Kunden stärker anzugreifen. Marktbeobachter sehen darin ein klares Signal, dass Amazon die Lücke zwischen Infrastruktur-Cloud und anwendungsnaher Unternehmenssoftware verkleinern will.

Analystenstimmen und Kursbild

Die jüngsten strategischen Schritte fallen in eine Phase überwiegend positiver Analystenkommentare. Am 21. Januar hat unter anderem Arete sein Kursziel für die Aktie angehoben. Bereits in den Wochen zuvor hatten mehrere Häuser ihre Einschätzungen nach oben angepasst, was zu einem breiten Konsensrating „Strong Buy“ geführt hat.

An der Börse spiegelt sich diese Zuversicht im Chart wider: Gestern schloss die Aktie bei 247,50 US-Dollar und markierte damit ein neues 52-Wochen-Hoch. Vom Tiefpunkt im April 2025 ist das Papier inzwischen gut 63 % entfernt, der Kurs liegt deutlich über den gängigen gleitenden Durchschnitten, was einen stabilen Aufwärtstrend signalisiert.

Einordnung und Ausblick

Strategisch markiert der großformatige Store in Orland Park eine neue Phase in Amazons stationärer Präsenz. Anders als frühere, eher experimentelle Formate zielt dieses Konzept klar auf die direkten Konkurrenten im US-Massenmarkt – mit der Möglichkeit, Logistik- und Datenkompetenz aus dem Onlinegeschäft in ein physisches Superstore-Modell zu übertragen.

Gleichzeitig verschiebt Amazon mit der Quick Suite und dem Neuzugang von Microsoft-Teams-Mitgründer Thakkar den Schwerpunkt von AWS stärker in Richtung anwendungsnaher KI-Produkte. In einem Umfeld, in dem Unternehmen vermehrt KI-gestützte Produktivitätswerkzeuge einsetzen, erhöht der Konzern damit seinen Anspruch auf einen größeren Anteil des Enterprise-Software-Kuchens.

Der nächste wichtige Prüfstein folgt kurzfristig: Ende Januar oder Anfang Februar steht der nächste Quartalsbericht an. Dann wird sich zeigen, wie sich E-Commerce, Werbung und vor allem die AWS-Sparte operativ entwickeln – und ob die aktuellen Investitionen in Superstore-Infrastruktur und KI-Angebote sich in der Ergebnis- und Margenentwicklung bereits andeuten oder zunächst vor allem als Wachstumsfantasie für das Jahr 2026 wirken.

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