Amazon setzt die Woche mit zwei strategisch wichtigen Expansionen fort. In den USA sichert sich der Konzern ein großes Solar- und Batteriespeicherprojekt, in Europa startet ein neues Schnelllieferangebot für Lebensmittel in London. Im Raum steht damit die Frage, wie gut sich Wachstumsoffensive und Effizienzprogramm miteinander verbinden lassen.

Großprojekt für grüne Energie

Am Mittwoch hat ein US-Gericht die Übernahme des Sunstone-Projekts im Bundesstaat Oregon genehmigt. Amazon erwirbt die Anlage vom insolventen Entwickler Pine Gate Renewables. Das Paket besteht aus einem Solarpark mit 1,2 Gigawatt Leistung und einem Batteriespeicher im gleichen Umfang.

Mit dem Kauf stärkt Amazon die Versorgung seiner energieintensiven Rechenzentren, insbesondere für die Cloud-Sparte AWS und KI-Anwendungen. Der Konzern verfolgt das Ziel, seinen Betrieb zunehmend mit erneuerbaren Energien zu decken und seine Klimaziele zu erreichen.

Der Erwerb aus einer Insolvenz heraus könnte Amazon zudem finanziell entgegenkommen. Gleichzeitig erhöht der Konzern damit die Kontrolle über Energieversorgung und -kosten – ein zentraler Faktor für die Margen im Cloud-Geschäft.

30-Minuten-Lieferung in London

Parallel treibt Amazon sein Europageschäft im Handel voran. Seit Montag läuft in London der neue „Quick Commerce“-Dienst an, zunächst im Stadtteil Southwark. Kunden sollen frische Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs innerhalb von bis zu 30 Minuten geliefert bekommen.

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Das Angebot basiert auf kleineren, spezialisierten Logistikstandorten in Kundennähe. In den USA hatte Amazon dieses Modell zuvor in Städten wie Seattle und Philadelphia getestet. Die Einführung in einer Metropole wie London bringt den Konzern in direkten Wettbewerb mit etablierten Supermarktketten und spezialisierten Schnelllieferdiensten.

Wachstum und Effizienz im Spagat

Die beiden Schritte verdeutlichen die Doppelstrategie des Unternehmens:

  • Langfristige Infrastrukturinvestitionen zur Absicherung des Cloud- und KI-Geschäfts
  • Gleichzeitig Ausbau des Direktkundengeschäfts in einem hart umkämpften Markt

Das Sunstone-Projekt adressiert den stark steigenden Energiebedarf von AWS und unterstützt zugleich die Nachhaltigkeitsagenda. Eigene erneuerbare Kapazitäten reduzieren die Abhängigkeit von externen Versorgern und schaffen mehr Planbarkeit bei den Kosten.

Der Start der 30-Minuten-Lieferung zeigt, dass Amazon trotz eines konzernweiten Effizienzprogramms unter CEO Andy Jassy weiter offensiv in Wachstumsfelder investiert. Dazu gehören auch bereits angekündigte umfangreiche Stellenstreichungen, die ab dem 26. Januar erwartet werden. Ziel ist es, strukturelle Kosten zu senken und gleichzeitig Dienste zu stärken, die den Alltag der Kunden noch stärker an Amazon binden.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Im Fokus steht nun der anstehende Quartalsbericht am 29. Januar. Dann wird klarer, wie sich Schlüsselbereiche wie AWS und das Werbegeschäft entwickelt haben und welche finanziellen Auswirkungen die laufenden Effizienzmaßnahmen und Expansionsprojekte haben.

Analysten an der Wall Street sind überwiegend positiv eingestellt, die meisten Einstufungen liegen im Bereich „Buy“ oder „Strong Buy“. Im vorbörslichen Handel am Dienstag reagiert die Aktie zunächst nur verhalten auf die Nachrichten, während der Markt auf die reguläre Eröffnung und weitere Einordnung der aktuellen Schritte wartet.

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