Die Amazon-Aktie hat Anleger diese Woche kalt erwischt. Nach einem fulminanten Rekordlauf bis auf 260 Dollar Anfang November folgte der jähe Rückschlag – ausgelöst durch ein brisantes Downgrade von Rothschild & Co Redburn. Die Investmentbank kippte ihr Rating von "Strong Buy" auf "Hold" und warnt vor zu viel Optimismus bei Tech-Aktien. Was steckt hinter dieser plötzlichen Skepsis, und droht Amazon eine ähnliche Korrektur wie Anfang 2025?

Rothschild warnt: KI-Euphorie wird überschätzt

Das Timing des Downgrades überrascht. Gerade erst hatte Amazon mit seinen Q3-Zahlen die Erwartungen übertroffen – Gewinn je Aktie bei 1,95 Dollar statt erwarteter 1,57 Dollar, Umsatzwachstum von 13,4 Prozent auf 180,17 Milliarden Dollar. Doch Rothschild & Co Redburn blickt skeptisch auf die massiven KI-Investitionen der Tech-Giganten. Die Analysten warnen: Investoren geben Technologieunternehmen "zu viel Vertrauensvorschuss" bei ihren Milliarden-Ausgaben für künstliche Intelligenz. Die entscheidende Frage: Werden diese Investitionen jemals die Renditen der ersten Cloud-Ära erreichen? Rothschild sieht dafür "keinen klaren Weg zurück zu dieser Profitabilität".

Diese Warnung trifft den Kern einer wachsenden Sorge am Markt: Während Konzerne wie Amazon, Microsoft und Google Milliarden in AI-Infrastruktur pumpen, bleibt unklar, wann und ob sich diese Ausgaben wirklich auszahlen werden.

Technische Warnsignale verdichten sich

Die Kursentwicklung bestätigt die zunehmende Nervosität. Vom Rekordhoch bei 260 Dollar ist die Aktie bereits über 10 Prozent zurückgefallen. Besonders alarmierend: Der Relative Strength Index (RSI) stürzte von über 70 auf unter 50 – ein dramatischer Umschwung von überkauft zu fast überverkauft binnen kürzester Zeit.

Dieses Muster kennen Amazon-Aktionäre. Im Dezember 2024 folgte auf einen ähnlichen RSI-Absturz eine 35-prozentige Talfahrt, die erst im April 2025 endete. Droht jetzt eine Wiederholung? Die Geschwindigkeit und Intensität des aktuellen Ausverkaufs lässt Börsenhändler aufhorchen – zumal die fundamentalen Quartalszahlen eigentlich Stärke signalisiert hatten.

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Starke Zahlen, zwiespältige Signale

Dabei lief das operative Geschäft im dritten Quartal beeindruckend. AWS, Amazons Cloud-Sparte, wuchs um 20 Prozent auf 33 Milliarden Dollar – ein Wachstumstempo, das seit 2022 nicht mehr erreicht wurde. Nordamerika legte 11 Prozent zu, das Auslandsgeschäft sogar 14 Prozent.

Der operative Gewinn von 17,4 Milliarden Dollar enthält allerdings Sonderbelastungen: 2,5 Milliarden für einen Vergleich mit der Federal Trade Commission und 1,8 Milliarden für geplante Entlassungen. Bereinigt hätte Amazon ein Betriebsergebnis von 21,7 Milliarden Dollar erzielt – ein starkes Signal für die operative Kraft des Konzerns.

Interessant: Amazon verkaufte im dritten Quartal sämtliche Anteile am Quantencomputing-Unternehmen IonQ (854.207 Aktien) und am Chip-Hersteller AMD (822.234 Aktien). Gleichzeitig platzierte der Konzern eine 15-Milliarden-Dollar-Anleihe – die erste US-Dollar-Emission seit drei Jahren. Die Erlöse fließen in AI-Infrastruktur. Amazon managt seine Kapitalstruktur offenbar aktiv um, während es massiv in KI investiert.

Was jetzt entscheidend wird

Die Amazon-Aktie steht am Scheideweg. Während die meisten Analysten weiterhin optimistisch bleiben – Konsens-Rating "Moderate Buy" mit durchschnittlichem Kursziel von 294,70 Dollar – mehren sich kritische Stimmen zur Bewertung. Loop Capital setzt zwar auf 360 Dollar, doch das impliziert Vertrauen in die KI-Monetarisierung, die Rothschild gerade anzweifelt.

Entscheidend werden die Q4-Zahlen und der Ausblick für 2026 sein. Kann Amazon zeigen, dass die AI-Investitionen tatsächlich in nachhaltige Gewinne münden? Und wie entwickelt sich die Nachfrage nach Cloud-Diensten in einem möglichen Konjunkturabschwung?

Ein weiterer Faktor: Die Nvidia-Zahlen am 20. November könnten die Stimmung für alle KI-exponierten Titel maßgeblich beeinflussen. Bleibt die AI-Euphorie intakt oder kippt die Stimmung weiter?

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