Alphabet erklimmt eine neue Dimension: Der Konzern stößt in den erlesenen Kreis von US-Unternehmen mit über 4 Billionen Dollar Börsenwert vor – und das nicht zufällig. Treiber ist ein strategischer KI-Deal mit Apple, der weit über ein normales Technologieabkommen hinausgeht. Im Kern steht die Frage: Wie stark festigt dieser Schritt Alphabets Rolle als zentrale Plattform im KI-Zeitalter?

Apple setzt auf Gemini

Herzstück der aktuellen Rally ist die nun offiziell bestätigte, mehrjährige Partnerschaft zwischen Google und Apple. Im Rahmen dieser Vereinbarung werden Googles Gemini-Modelle zur technischen Basis für die überarbeitete Sprachassistenz Siri und weitere „Apple Intelligence“-Funktionen, die ab Ende 2026 ausgerollt werden sollen.

Damit dreht sich das Kräfteverhältnis im Apple-Ökosystem spürbar: Bisher zahlte Google Berichten zufolge mehr als 20 Milliarden US‑Dollar jährlich, um als Standardsuchmaschine auf iOS zu bleiben. Nun läuft es umgekehrt – Apple soll rund 1 Milliarde US‑Dollar pro Jahr an Google überweisen, um die Gemini-Architektur zu lizenzieren. Öffentlich spricht Apple von der „fähigsten Grundlage“ für die eigenen Anforderungen.

Für Alphabet ist das ein starkes Signal. Viele Investoren hatten nach dem KI-Hype der vergangenen Jahre Zweifel, ob Google im Rennen um generative KI wirklich vorne mitläuft. Die tiefe Integration von Gemini in zentrale Apple-Dienste wertet der Markt als handfeste Bestätigung der eigenen Technologien.

Analysten drehen Kursziele deutlich hoch

Die Reaktion der Wall Street auf den Apple-Deal und Alphabets Marktposition fällt eindeutig aus. Mehrere große Häuser haben heute ihre Kursziele zum Teil kräftig angehoben:

  • Canaccord Genuity: Ziel von 330 auf 390 US‑Dollar erhöht
  • Bank of America: Ziel von 335 auf 370 US‑Dollar angehoben
  • Cantor Fitzgerald: Ziel 370 US‑Dollar, nennt die Aktie den „King of all AI trades“
  • Wells Fargo: Ziel von 268 auf 350 US‑Dollar erhöht
  • TD Cowen: Ziel 355 US‑Dollar, mit Verweis auf starke Kapitalrenditen im Suchgeschäft

Gemeinsam ist diesen Einschätzungen die Bewertung, dass Alphabet seine KI-Wertschöpfungskette weitgehend vertikal integriert hat – von eigenen Ironwood-TPUs als Hardwarebasis bis hin zur Gemini-Plattform als Anwendungsschicht. Dieses Paket wird als Schutzwall interpretiert, den Wettbewerber nur schwer durchbrechen können.

Aktuell spiegelt sich der Optimismus auch im Kursverlauf wider: Die Aktie schloss gestern bei 331,86 US‑Dollar auf einem frischen 52‑Wochen-Hoch und liegt damit rund 77 % über dem Niveau vor einem Jahr.

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KI wird direkt monetarisiert

Parallel zum Apple-Abkommen treibt Alphabet die kommerzielle Nutzung seiner KI-Modelle selbst voran. Am 12. Januar hat der Konzern das „Universal Commerce Protocol“ (UCP) gestartet – einen offenen Standard, der zusammen mit großen Handelspartnern wie Walmart, Shopify und Target entwickelt wurde.

Über UCP sollen Nutzer direkt in Gemini oder in der Google-Suche Bestellungen abschließen können, ohne auf externe Checkout-Seiten weitergeleitet zu werden. Die Idee: weniger Reibung im Onlinehandel, dafür mehr Wertschöpfung direkt in den eigenen KI- und Suchoberflächen.

Zusätzlich baut Alphabet das Logistik-Ökosystem aus: Walmart will die Drohnenlieferungen mit der Alphabet-Tochter Wing bis 2027 auf 270 Standorte ausweiten. Damit werden KI-gestützte Suche, Commerce-Standard und physische Zustellung stärker miteinander verzahnt.

Fundamentale Basis: Wachstum bei Cloud und KI

Der aktuelle Bewertungssprung steht auf einer soliden Ergebnisbasis. Im dritten Quartal 2025 erzielte Alphabet einen Umsatz von 102,35 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr und über den Markterwartungen von 99,9 Milliarden US‑Dollar.

Besonders dynamisch entwickelt sich Google Cloud: Die Sparte wuchs um 34 %, der Auftragsbestand liegt bei 155 Milliarden US‑Dollar. Das zeigt, dass Unternehmen zunehmend auf Googles Infrastruktur setzen – ein wichtiger Hebel, um KI-Dienste wie Gemini im Unternehmenseinsatz zu skalieren.

Aus Marktsicht preisen Anleger damit nicht nur Fantasie, sondern auch klare Wachstumstrends in den Kernbereichen Werbung, Cloud und KI ein.

Fazit und Ausblick

Alphabet verbindet aktuell mehrere positive Stränge: ein rekordhoher Börsenwert, ein prestigeträchtiger KI-Deal mit Apple, direkte Monetarisierung von KI-Interaktionen über UCP und solide Wachstumszahlen, insbesondere in der Cloud. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn bereits rund 5 % im Plus, nachdem sie in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 77 % zugelegt hat.

Spannend wird nun, ob der Konzern diese Dynamik mit den anstehenden Quartalszahlen Anfang Februar untermauern kann – insbesondere bei Margen und Cloud-Profitabilität. Gelingt das, dürfte die aktuelle Einstufung als zentraler KI-Profiteur zunächst Bestand haben.

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