Alphabet setzt heute ein deutliches Ausrufezeichen im KI-Zeitalter. Nach Jahren, in denen der Konzern bei generativer KI zeitweise als Nachzügler galt, rückt das Unternehmen mit einem neuen Großdeal in die erste Reihe. Herzstück ist eine enge Verzahnung mit Apple – ein Schritt, der Alphabet praktisch zum Infrastruktur-Anbieter für einen großen Teil der digitalen Welt macht.

Apple-Deal als Wendepunkt

Auslöser der aktuellen Kursfantasie ist eine strategische Partnerschaft mit Apple, die am 12. Januar 2026 offiziell gemacht wurde. Googles Gemini-KI-Modelle werden künftig tief in das Apple-Ökosystem integriert. Geplant ist unter anderem eine deutlich leistungsfähigere, KI-gestützte Variante von Siri sowie zusätzliche intelligente Funktionen, die erstmals mit iOS 26.4 im Frühjahr ausgerollt werden sollen.

Für Alphabet ist das mehr als nur ein weiterer Kundenvertrag. Apple öffnet damit eines der größten Verbraucher-Ökosysteme der Welt für Gemini – ein neuer, massiver Distributionskanal für die hauseigene KI-Plattform. Die Börse reagierte prompt: Heute markierten die Papiere mit 335,32 US‑Dollar ein neues 52‑Wochen-Hoch und katapultierten die Marktkapitalisierung über die Marke von 4 Billionen US‑Dollar.

Damit reiht sich Alphabet in einen sehr exklusiven Club ein. Neben Nvidia, Microsoft und Apple ist es erst das vierte Unternehmen, das diese Bewertungshürde nimmt. Zugleich überholt Alphabet Apple erstmals seit 2019 wieder und steigt zur zweitwertvollsten Firma der Welt auf.

Mehr als Apple: KI-Ökosystem wächst

Der Rückenwind kommt nicht nur von Apple. Weitere kommerzielle Erfolge stützen das neue Bewertungsniveau:

  • Samsung plant laut Berichten, die Zahl der Mobilgeräte mit Gemini-basierter KI im kommenden Jahr zu verdoppeln.
  • Das Modell Gemini 3 kommt am Markt gut an und gilt als wichtiger Baustein der Produktstrategie.
  • Die Cloud-Sparte Google Cloud wächst dynamisch und profitiert direkt von der stärkeren Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Diese Mischung aus technologischer Wahrnehmung und konkreten Umsatztreibern überzeugt auch die Analysten. Mehrere Häuser an der Wall Street haben am 13. Januar ihre positive Einschätzung bekräftigt. Bank of America und Truist Securities bestätigten jeweils ihre Kaufempfehlungen und verwiesen auf Alphabets starke Ausgangslage in KI sowie anhaltende Stärke im Kerngeschäft Suche.

Vom Sorgenkind zum KI-Treiber

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Noch Anfang 2025 war der Ton deutlich skeptischer. Investoren fürchteten, Alphabet könnte bei generativer KI dauerhaft hinter Rivalen zurückfallen. Der Konzern stand unter Druck, sowohl technologisch als auch an der Börse.

Im Laufe des Jahres drehte sich das Bild jedoch grundlegend. Entscheidend waren mehrere Faktoren:

  • Der erfolgreiche Start von Gemini 3, der die Wahrnehmung der Produktqualität deutlich verbesserte.
  • Ein für Alphabet vorteiliger Ausgang im wichtigen US-Kartellverfahren Ende 2025, der regulatorische Risiken entschärfte.
  • Eine Kursrally von rund 65 % im Jahr 2025, mit der der Titel seine „Magnificent Seven“-Peers hinter sich ließ.

Der Apple-Deal wirkt nun wie eine Bestätigung dieser Trendwende. Aus dem vermeintlichen Nachzügler ist ein zentraler Anbieter von KI-Infrastruktur geworden, auf den selbst direkte Plattform-Rivalen zurückgreifen. Dass zwei Technologieriesen dieser Größenordnung enger zusammenarbeiten, dürfte die Verbreitung generativer KI im Massenmarkt weiter beschleunigen.

Aktuell spiegelt sich dieses Vertrauen auch im Chartbild: Mit dem neuen Rekordstand liegt die Aktie rund 63 % über ihrem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für einen klar etablierten Aufwärtstrend, wenn auch nach einem sehr starken Lauf.

Blick nach vorn: Zahlen und Monetarisierung

Die nächsten Wochen rücken nun zwei Termine in den Fokus. Am 29. Januar will Apple in seinem Earnings-Call weitere Details zu Zeitplan und finanziellen Effekten der Gemini-Integration liefern. Für Alphabet-Anleger sind das wichtige Hinweise darauf, wie groß die wirtschaftliche Dimension der Kooperation tatsächlich wird.

Noch entscheidender wird der 3. Februar: Dann legt Alphabet seine Zahlen zum vierten Quartal vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stark sich die hohen KI-Investitionen bereits in Umsatz und Ergebnis niederschlagen. Besonders stark im Blick: die Cloud-Sparte, in der KI-Dienste direkt monetarisiert werden, sowie mögliche erste Signale für zusätzliche Erlöse aus KI-gestützten Suchergebnissen.

Mit dem Sprung über die Marke von 4 Billionen US‑Dollar und einem frischen Allzeithoch geht Alphabet klar mit Rückenwind in diese Berichtssaison. Ob der Konzern das hohe Vertrauen rechtfertigt, werden die anstehenden Quartalszahlen und konkretere Aussagen zur Apple-Partnerschaft sehr deutlich zeigen.

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