Alphabet steht kurz vor neuen Rekorden – und der Auslöser kommt diesmal klar aus der KI-Ecke. Ein deutlich angehobenes Analystenziel, starke Wachstumsprognosen für die Cloud und konkrete Fortschritte bei autonomen Fahrdiensten schieben die Story an. Im Zentrum steht die Frage: Wie weit trägt Alphabets KI-Infrastruktur den Konzern in die nächste Wachstumsphase?

Neues Kursziel und KI-These

Den Ton gibt eine Neubewertung durch Raymond James-Analyst Josh Beck an. Er hat sein Kursziel für Alphabet auf 400 US‑Dollar angehoben und begründet das mit einer „AI-Stack“-Story, die nun in eine Phase schneller Monetarisierung eintrete.

Konkret erwartet das Analysehaus:

  • ein Umsatzwachstum der Google Cloud Platform (GCP) von 44 % im Jahr 2026
  • weitere 36 % Wachstum 2027, also deutlich über dem Marktkonsens
  • einen starken Beitrag aus eigener KI-Hardware

Im Fokus steht Alphabets Vorteil bei eigener Chip-Technologie. Die internen Tensor Processing Units (TPUs) sollen laut Raymond James bis Ende 2027 auf eine annualisierte Umsatz-Run-Rate von rund 25 Milliarden US‑Dollar kommen. Diese vollständige Kontrolle über den „Stack“ – von den Chips über die Cloud-Infrastruktur bis zu den KI-Modellen – wird als wichtiger Schutzgraben gegenüber Wettbewerbern gesehen, die stärker auf Drittanbieter-Hardware angewiesen sind.

Waymo: Robotaxis in Miami

Parallel zur Finanzstory liefert Alphabet mit Waymo handfeste Fortschritte im operativen Geschäft. Am Donnerstag hat die autonome Fahrtochter ihren kommerziellen Robotaxi-Dienst in Miami gestartet. Das Einsatzgebiet umfasst rund 60 Quadratmeilen, darunter zentrale Stadtteile wie Downtown, Brickell und Wynwood.

Bemerkenswert ist die Nachfrage: Bereits zum Start liegt die Warteliste bei mehr als 10.000 Interessenten. Nach San Francisco, Phoenix und Los Angeles ist Miami damit der nächste große Markt, in dem Waymo seinen Dienst ausrollt. Für Investoren ist das ein sichtbarer Beleg dafür, dass Alphabet komplexe KI-Anwendungen nicht nur in der Cloud, sondern auch im Alltag der Nutzer platzieren kann.

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Infrastruktur: Gigawatt-Deal für KI-Strom

Damit die KI-Pläne nicht an Kapazitätsgrenzen scheitern, baut Google gleichzeitig seine Energieversorgung aus. Das Unternehmen hat mit Clearway Energy Stromabnahmeverträge (PPAs) über insgesamt 1,2 Gigawatt CO₂-freie Energie abgeschlossen.

Diese Vereinbarungen sollen vor allem Rechenzentren in wichtigen US-Regionen wie Texas und Ohio absichern. Ziel ist, den weiteren Ausbau von Gemini und GCP in den Jahren 2026 ff. nicht durch Engpässe bei der Stromversorgung auszubremsen – ein kritischer Punkt, da generative KI enorme Rechen- und damit Energiemengen benötigt.

Bewertung und Marktkontext

Die aktuelle Dynamik knüpft an ein starkes Börsenjahr 2025 an, in dem die Aktie rund 65 % zulegen konnte. Anfang Januar überschritt Alphabet kurzzeitig die Marke von 4 Billionen US‑Dollar Börsenwert und reihte sich damit in den engsten Kreis globaler Tech-Schwergewichte ein.

Dieser Bewertungsaufschlag speist sich aus einem veränderten Blick auf das Geschäftsmodell: Der Markt sieht Alphabet zunehmend nicht mehr nur als werbefinanzierten Suchriesen, sondern als breiten Anbieter von KI-Infrastruktur und -Anwendungen. Die Anfang 2024 noch dominanten Zweifel an der KI-Wettbewerbsfähigkeit sind nach der Einführung von Gemini und den KI-Übersichten in der Suche deutlich leiser geworden.

Gleichzeitig rückt ein anderes Thema in den Mittelpunkt: die Profitabilität. Die geplanten Investitionen in Rechenzentren und Infrastruktur halten die Sachinvestitionen (Capex) hoch, was mittelfristig Druck auf die Margen bringen kann, falls das erhoffte Umsatzwachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Aus technischer Sicht spiegelt der Kurs die optimistische Stimmung wider: Mit rund 330 US‑Dollar bewegt sich die Aktie nur knapp unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Spätestens mit den Q4-Zahlen am 4. Februar 2026 steht ein wichtiger Belastungstest an. Der Konsens rechnet mit rund 111 Milliarden US‑Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 2,63 US‑Dollar. Besonders genau verfolgt werden dürfte, ob sich das von Raymond James skizzierte Beschleunigungsszenario im Cloud-Bereich bereits in den Zahlen andeutet.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird, ob Alphabet zwei Punkte gleichzeitig liefern kann: anhaltend hohes Wachstum in KI-nahen Bereichen wie GCP und Gemini – und zugleich eine Capex-Strategie, die die freien Cashflows trotz des massiven Infrastrukturausbaus nicht übermäßig belastet.

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