Allianz Aktie: Solide Basis
Gemischte Analystenstimmen, starke Zahlen und eine klarere Strategie – die Allianz startet 2026 mit einem interessanten Mix aus Rückenwind und Skepsis. Im Fokus steht die Frage, ob die jüngsten Hochstufungen das Kurspotenzial nach der starken Rally des Vorjahres noch erweitern können.
Analysten uneins, Stimmung hellt auf
Der Konsens der sechs aktuell aktiven Analysehäuser liegt bei „Hold“. Hinter dieser scheinbar neutralen Einstufung verbirgt sich jedoch ein deutlich gespaltenes Bild:
- 1 Verkaufsempfehlung
- 3 Halteempfehlungen
- 1 Kaufempfehlung
- 1 „Strong Buy“
Für Aufmerksamkeit sorgten zuletzt zwei deutliche Aufwertungen:
- Die Erste Group Bank hob ihr Votum von „Hold“ auf „Strong Buy“ an.
- Keefe, Bruyette & Woods stufte auf „Moderate Buy“ hoch.
Damit hat sich der Ton in Teilen der Analystengemeinde klar verbessert. Die Einstufungen spiegeln wider, dass die solide operative Entwicklung und die Kapitalstärke zunehmend als Argumente für weiteres Potenzial gesehen werden – trotz bereits deutlich gestiegener Kurse.
Rekordnahe Ergebnisse stützen Bewertung
Fundamentalen Rückenwind liefern die im November 2025 vorgelegten Zahlen. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,87 Euro über der Konsensschätzung von 0,78 Euro. Die Eigenkapitalrendite von 17,38 Prozent unterstreicht die hohe Profitabilität des Konzerns.
Wesentliche Eckpunkte:
- Operativer Gewinn 2025: Erwartung mindestens 17 Mrd. Euro (Obergrenze der ursprünglichen Prognose)
- Eigenkapitalrendite: 17,38 %
- Aktienrückkaufprogramm über 2 Mrd. Euro: vollständig abgeschlossen
- Dividendenrendite: knapp 4 %
- Solvency-II-Quote: 209 %
Die Kombination aus hoher Kapitalquote und abgeschlossenem Rückkaufprogramm zeigt: Die Bilanz ist robust genug, um gleichzeitig Aktionäre zu bedienen und Wachstum zu finanzieren.
Strategie: Connected Platforms und Partnerschaften
Parallel zu den Zahlen treibt das Management seine strategische Neuausrichtung voran. Unter dem Label „Connected Platforms“ sollen Geschäftsbereiche stärker verzahnt und skalierbarer aufgestellt werden.
Ein Kernpunkt ist die engere Zusammenarbeit von Allianz Partners mit der Schadensmanagement-Tochter Solvd. Ab Januar 2026 übernimmt Dirk Vogler die Leitung des neuen Mobilitätsbereichs, der Dienstleistungen rund um Mobilität und Schäden bündeln soll.
Zusätzlich stärkt Allianz ihre Position im Rückversicherungsgeschäft:
- Partnerschaft mit Oaktree Capital
- Aufbau eines neuen Rückversicherungs-Syndikats bei Lloyd’s
- Zugang zu zusätzlichen AA-gerateten Rückversicherungskapazitäten
Diese Schritte zielen darauf ab, Risiken effizienter zu verteilen und das Ertragspotenzial in margenstarken Nischen zu erhöhen.
Kursentwicklung: Starke Rally, leichte Atempause
Nach einem beeindruckenden Kursanstieg von rund 30 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten hat die Allianz-Aktie zuletzt leicht nachgegeben. Am Freitag schloss der Titel bei 387,70 Euro, ein Minus von 0,72 Prozent zum Vortag.
Einige technische Eckpunkte:
- 52-Wochen-Hoch: 460,12 Euro
- Abstand zum Hoch: rund -15,7 %
- 52-Wochen-Tief: 295,10 Euro
- Abstand zum Tief: gut +31 %
- 50-Tage-Durchschnitt: 377,02 Euro (Aktie leicht darüber)
- 200-Tage-Durchschnitt: 358,71 Euro (aktuell rund 8 % darüber)
- RSI (14 Tage): 37,3
Der Kurs verläuft damit weiterhin oberhalb wichtiger gleitender Durchschnitte, während der moderat niedrige RSI auf eine abgekühlte, aber nicht überverkaufte Marktlage hinweist. Nach der Rally 2025 wirkt die aktuelle Seitwärts- bis leichte Abwärtsbewegung wie eine Konsolidierung auf höherem Niveau.
Ausblick auf 2026: Nächste Bewährungsprobe im Februar
Die nächste zentrale Wegmarke steht bereits fest: Am 26. Februar 2026 will Allianz die kommenden Quartalszahlen vorlegen. Für das laufende Jahr rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von rund 2,63 Euro (ADR-adjustiert). Entscheidend wird sein, ob der Konzern das operative Gewinnziel von mindestens 17 Milliarden Euro bestätigt oder sogar anheben kann und wie schnell die „Connected Platforms“-Strategie in belastbare Ergebnisbeiträge übersetzt wird.
Damit hängt das weitere Kurspotenzial im neuen Jahr vor allem an zwei Faktoren: an der Bestätigung der starken Profitabilität und an greifbaren Fortschritten bei der strategischen Neuausrichtung.
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