Alibaba steht vor einer doppelten Belastungsprobe. Neue staatliche Vorgaben aus Peking verschärfen die Spielregeln im chinesischen E-Commerce, während ein führender Analyst seine Einschätzung deutlich zurücknimmt. Die Aktie verlor am Dienstag 3,4 Prozent auf 150,90 Dollar und gab am Mittwoch in Hongkong weitere 4,2 Prozent nach.

Peking greift durch

Die chinesische Regierung hat am Mittwoch weitreichende neue Richtlinien für den E-Commerce-Sektor vorgestellt. Die Maßnahmen der staatlichen Marktaufsicht und der Cyberspace-Administration zielen direkt auf Geschäftspraktiken ab, die den Wettbewerb verzerren:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alibaba?

  • Plattformen dürfen Händler nicht länger zu Rabattaktionen zwingen
  • Irreführende Werbeaussagen durch Online-Influencer werden untersagt
  • Exklusivitätsvereinbarungen mit Händlern werden eingeschränkt
  • Inkrafttreten: Februar 2026

Die Regelungen folgen auf eine Serie von Verwarnungen im Jahr 2025, die neben Alibaba auch JD.com und Meituan trafen. Hintergrund ist ein aggressiver Subventionswettlauf der Tech-Konzerne, der Milliarden verschlingt und vor allem im Bereich Lieferservices und Instant-Commerce ausgetragen wird.

Analyst senkt Kursziel drastisch

Roman Lukianchikov von Freedom Capital Markets stufte die Aktie am 6. Januar von "Buy" auf "Hold" herab und kappte sein Kursziel von 180 auf 140 Dollar. Trotz besser als erwarteter Quartalszahlen sieht der Analyst strukturelle Probleme:

Das Kerngeschäft im Einzelhandel wächst langsamer als bei der Konkurrenz. Gleichzeitig steigen die Kapitalausgaben im Cloud-Bereich stark an, während die Amortisationszeiträume unklar bleiben. Hinzu kommen hohe Werbeausgaben, die allein nötig sind, um die Marktposition zu halten.

Cloud-Sparte glänzt weiterhin

Einen Lichtblick liefert die Cloud Intelligence Group. Der Umsatz kletterte im zweiten Geschäftsquartal um 34,4 Prozent, KI-bezogene Produkte legten sogar dreistellig zu. Alibaba investiert über drei Jahre hinweg rund 53 Milliarden Dollar in Cloud- und KI-Infrastruktur, darunter weltweite Rechenzentren.

Das Instant-Commerce-Segment verbuchte ein Umsatzplus von 59,9 Prozent, belastet aber die Gesamtmarge. Bis Ende Januar 2026 plant das Unternehmen neue Lager für Tmall Supermarkt in 31 chinesischen Städten.

Analysten bleiben gespalten

Die Einschätzungen der Experten gehen auseinander. Während Bernstein mit einem Kursziel von 190 Dollar bei "Outperform" bleibt, vergibt Zacks den niedrigsten Rang. Der Konsens liegt bei einem moderaten "Buy" mit durchschnittlichem Kursziel zwischen 192 und 205 Dollar. Die Bewertung mit einem Forward-KGV von etwa 24 liegt über dem Branchenschnitt von 18.

Institutionelle Investoren wie Axiom und Brighton Jones haben ihre Positionen zuletzt aufgestockt. Derzeit halten institutionelle Anleger 13,47 Prozent der Anteile.

Die Marktkapitalisierung beträgt rund 360 Milliarden Dollar. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, wie Alibaba mit dem verschärften regulatorischen Umfeld umgeht und ob die milliardenschweren Cloud-Investitionen die erhofften Erträge bringen.

Alibaba-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alibaba-Analyse vom 08. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Alibaba-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alibaba-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Alibaba: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...