Alibaba Aktie: KI-Fantasie trifft Druck
Chinas Tech-Werte starten mit Schwung ins neue Jahr – und Alibaba steht wieder im Mittelpunkt. Rückenwind bringt vor allem der KI-Boom im Reich der Mitte, doch unter der Oberfläche bleiben Margendruck, hohe Investitionen und harter Wettbewerb ein Thema. Wie robust ist die aktuelle Erholung, wenn man tiefer in Zahlen und Marktumfeld blickt?
KI-Schub aus dem chinesischen Tech-Sektor
Der jüngste Auftrieb für Alibaba kommt nicht isoliert, sondern aus einem deutlich verbesserten Sentiment für chinesische Tech-Titel insgesamt. Der CSI 300 kratzt an Niveaus, die zuletzt Anfang 2022 erreicht wurden, Technologieaktien führen die Bewegung an.
Auslöser der neuen Zuversicht: Baidu will seine KI-Chipsparte Kunlunxin separat in Hongkong an die Börse bringen. Anleger werten das als Stärkung der heimischen Chip-Kapazitäten – ein strategischer Punkt angesichts der anhaltenden Spannungen mit den USA und Beschränkungen bei High-End-Halbleitern. Von dieser Dynamik profitieren besonders Konzerne, die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz bereitstellen.
Bei Alibaba richtet sich der Blick dabei vor allem auf die Cloud-Sparte. Dort werden KI-Workloads hochgefahren und neue Anwendungen rund um das hauseigene Qwen-Sprachmodell integriert. Analysten sehen hier Potenzial für steigende KI-bezogene Umsätze in den kommenden Quartalen. Nomura betont, Alibaba sei gut positioniert, um von einer schnelleren KI-Adoption in China zu profitieren – verweist aber weiterhin auf regulatorische und geopolitische Risiken.
Operativ gemischtes Bild
Trotz der verbesserten Stimmung zeigt der jüngste Quartalsbericht, dass das operative Umfeld anspruchsvoll bleibt. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte der Umsatz um 5 % auf 247,8 Mrd. RMB zu. Gleichzeitig brach das operative Ergebnis um 85 % von 35,2 Mrd. RMB auf 5,4 Mrd. RMB ein – ein klarer Hinweis auf massiven Margendruck.
Treiber sind vor allem die Entwicklungen im heimischen E‑Commerce:
- Stärkerer Wettbewerb durch PDD Holdings, ByteDance (Douyin) und JD.com
- Lokale E‑Commerce-Umsätze steigen zwar um 16 %,
- …aber nur mit Hilfe hoher Marketingausgaben und aggressiver Rabatte über das „10‑Billion Subsidy“-Programm
Kurz gesagt: Volumen wächst, aber zu einem deutlich höheren Preis.
Infrastrukturoffensive belastet Cashflow
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Parallel dazu investiert Alibaba massiv in seine Schnellliefer-Infrastruktur. Über die Logistikeinheit Cainiao sollen bis Januar 2026 in 31 Festland-Städten neue oder erweiterte Lager für Vier-Stunden-Lieferungen von Lebensmitteln entstehen.
Die Folge für die Finanzkennzahlen:
- Investitionsausgaben steigen um 80 % im Jahresvergleich
- Der freie Cashflow rutscht im Quartal auf ‑21,8 Mrd. RMB
Das Management verweist darauf, dass die Ökonomie im Quick-Commerce besser wird: Der Verlust pro Bestellung sei seit Mitte 2025 um 50 % reduziert worden. Dennoch bleibt klar: Der Ausbau verschlingt kurzfristig viel Kapital und verschiebt die Profitabilität nach hinten.
Wettbewerb verschärft sich weiter
Der Druck kommt nicht nur aus der Kosten- und Investitionsseite, sondern auch von sehr aktiven Wettbewerbern. JD.com meldete im Oktober 2025 über 700 Mio. jährliche aktive Kunden. Die Instant-Retail-Plattform JD NOW liefert Bestellungen teils in nur neun Minuten aus – eine Messlatte, an der sich Alibaba messen lassen muss.
Beim Singles Day im November 2025 legte JD.com bei der Zahl der Käufer um 40 % zu, das Bestellvolumen stieg sogar um knapp 60 %. Auch JD und andere Wettbewerber kämpfen mit hohen Infrastrukturkosten, wirken laut Markteinschätzungen aber besser in der Lage, diese zu tragen – dank höherer Grundprofitabilität und strengerer Kapitaldisziplin.
Bewertung, Kursbild und Ausblick
Bewertungsseitig spiegelt sich die wiederbelebte Zuversicht bereits in den Kennzahlen wider: Die Alibaba-Aktie legte in den vergangenen sechs Monaten um 30,3 % zu und damit deutlich stärker als die E‑Commerce-Peer-Group mit rund 4,2 %. Sie wird aktuell auf Basis des erwarteten Umsatzes der nächsten zwölf Monate mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,23 gehandelt.
Gleichzeitig hat der Markt die Eintrübung auf der Gewinnseite im Blick: Der Konsens für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 6,42 US‑Dollar Ergebnis je Aktie, was einem Rückgang von 28,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der nächste zentrale Termin ist der 19. Februar 2026, wenn Alibaba neue Quartalszahlen vorlegt – dann wird sich zeigen, ob KI-Wachstum, Cloud-Geschäft und Infrastrukturinvestitionen beginnen, den aktuellen Margendruck sichtbar zu kompensieren oder ob weitere Zugeständnisse bei der Profitabilität nötig sind.
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