Alibaba steht vor einem möglichen Technologiesprung in seiner Cloud-Sparte – und zahlt dafür einen hohen Preis. Im Zentrum steht die Frage, ob neue Hochleistungschips von Nvidia die Engpässe beim Training der eigenen KI-Modelle lösen können. Zugleich reagieren Analysten mit gemischten Anpassungen ihrer Kursziele, während der Kurs nach der jüngsten Schwäche an einer wichtigen technischen Zone arbeitet.

Möglicher Durchbruch bei Nvidia-Chips

Auslöser der aktuellen Diskussion ist ein möglicher regulatorischer Durchbruch bei KI-Hardware in China. Mehrere Berichte vom 10. Januar deuten darauf hin, dass die Behörden daran arbeiten, die Einfuhr von Nvidias H200‑Chips der „Hopper“-Generation für kommerzielle Anwendungen bereits in diesem Quartal zu lizenzieren.

Konkret geht es um ein beachtliches Volumen: Alibaba soll sich in Stellung bringen, rund 200.000 Einheiten der H200‑Prozessoren zu erwerben. Diese Chips gelten als klarer Technologiesprung gegenüber den aktuell in China verfügbaren H20‑Modellen, vor allem bei Bandbreite und Rechenleistung.

Noch ist allerdings nichts endgültig beschlossen. Die Genehmigung befindet sich laut den Berichten in der Planungs- und Bewertungsphase. Peking soll Technologiechefs zusammengezogen haben, um Bedarf und Auswirkungen auf die angestrebte technologische Eigenständigkeit zu prüfen, bevor endgültige Lizenzen erteilt werden.

Für Alibabas Cloud Intelligence Group wäre eine Freigabe ein wichtiger Meilenstein. Die H200‑Chips würden zentrale Hardware-Flaschenhälse bei der Entwicklung und beim Training der hauseigenen Qwen‑KI-Modelle deutlich entschärfen.

Analysten zwischen KI-Fantasie und Investitionsdruck

Die Perspektive auf leistungsfähigere KI-Infrastruktur trifft auf eine zweite Entwicklung: steigende Investitionsausgaben. Banken und Häuser reagieren mit einer eher vorsichtig-optimistischen Ausrichtung und angepassten Kurszielen.

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Auffällig ist die Entscheidung von Freedom Capital vom 6. Januar: Die Analysten stuften die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab – begründet mit zunehmendem Kostendruck –, hoben gleichzeitig aber das Kursziel deutlich von 140 auf 180 US‑Dollar an. Dahinter steht die Einschätzung, dass insbesondere das Cloud-Geschäft langfristig erhebliches Potenzial bietet.

HSBC bleibt bei einer Kaufempfehlung, senkte das Kursziel jedoch von 205 auf 193 US‑Dollar und verweist auf makroökonomische Gegenwinde. Morgan Stanley reduzierte sein Ziel ebenfalls auf 180 US‑Dollar, hält aber an einer „Overweight“-Einstufung fest.

Im Kern spiegelt sich darin ein anhaltender „China‑Abschlag“ wider: Die Aktie wird laut den Daten mit einem erwarteten KGV von rund 16,7 gehandelt – deutlich unter dem Niveau vergleichbarer US‑Cloud-Anbieter, obwohl das Wachstumspotenzial im KI-Bereich als attraktiv eingeschätzt wird.

Wesentliche Punkte im Überblick:

  • Potenzielle H200‑Lizenzierung könnte Alibabas KI-Infrastruktur deutlich stärken
  • Analysten sehen langfristige Chancen, reagieren aber auf steigende Capex
  • Kursziele liegen gebündelt im Bereich um 180–193 US‑Dollar
  • Bewertung bleibt im Vergleich zu US‑Peers klar rabattiert

Technische Lage nach Kursrutsch

Charttechnisch steht die Aktie vor einer Bewährungsprobe. Nach den jüngsten Verlusten der vergangenen Woche von knapp 17 % auf 129,40 Euro am Freitag rückt eine mögliche Bodenbildung in den Fokus. Der Relative-Stärke-Index (14 Tage) liegt mit 29,4 im überverkauften Bereich, was technisch für eine fortgeschrittene Korrektur spricht.

Im US‑Handel wird insbesondere die Marke von 150 US‑Dollar als zentrale Unterstützungszone beobachtet. Dieser Bereich fungierte zuvor als Widerstand und wird nun als potenzielle Auffanglinie getestet. Ein klarer Ausbruch über rund 160 US‑Dollar gilt unter technischen Analysten als Signal für eine neue, momentumgetriebene Aufwärtsbewegung. Die Richtung der nächsten größeren Kursbewegung hängt dabei stark von einer möglichen offiziellen Bestätigung der Nvidia‑H200‑Lizenzen ab.

Fazit: KI-Lizenz als möglicher Katalysator

Anleger stehen damit vor einem klassischen Trade‑off: Kurzfristig belasten die hohen Ausgaben für den Ausbau der KI‑Infrastruktur und der jüngste Kursrückgang, langfristig lockt die Chance auf eine stärkere und profitablere Cloud-Sparte. Sollte Peking die Einfuhr der H200‑Chips tatsächlich freigeben, wäre das ein greifbarer Katalysator, der sowohl die KI‑Strategie von Alibaba als auch den Ausbruch aus der aktuellen Konsolidierungsphase der Aktie untermauern könnte.

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