Der Halbleiterausrüster Aixtron erlebt derzeit eine paradoxe Phase an der Börse. Während Umsatz und Gewinn operativ spürbar schrumpfen, treiben Anleger den Kurs kontinuierlich nach oben. Treibt hier reine KI-Hoffnung die Kurse, oder gibt es handfeste strukturelle Gründe für diesen Optimismus?

Ein wesentlicher Faktor für die jüngste Euphorie ist der bevorstehende Aufstieg in den STOXX Europe 600 zum 23. März. Diese Entscheidung des Indexanbieters zwingt passive Fonds und ETFs dazu, die Papiere zwingend in ihre Portfolios aufzuschichten. Die Aussicht auf diese garantierte, kontinuierliche Nachfrage hat den Kurs zuletzt spürbar beflügelt. So markierte das Papier erst gestern ein neues 52-Wochen-Hoch bei 33,27 Euro und blickt auf einen beeindruckenden Wertzuwachs von rund 68 Prozent seit Jahresbeginn.

Schwaches Kerngeschäft

Dieser Börsenerfolg steht jedoch in hartem Kontrast zu den fundamentalen Daten. Das abgelaufene Jahr 2025 war von einem schwierigen Marktumfeld geprägt: Der Umsatz sank um zwölf Prozent auf knapp 557 Millionen Euro, das operative Ergebnis (EBIT) brach sogar um ein Viertel ein. Auch für das laufende Jahr rechnet das Management mit weiteren Umsatzrückgängen. Verantwortlich dafür ist vor allem die zyklische Nachfrageschwäche bei Anlagen für Siliziumkarbid (SiC), die lange Zeit als verlässlicher Wachstumsmotor galten. Um die Kosten an diese neue Realität anzupassen, streicht das Unternehmen am Standort Herzogenrath bereits erste Stellen.

Positiv fällt in dieser Übergangsphase lediglich die solide Liquidität auf. Mit liquiden Mitteln von über 224 Millionen Euro zum Jahresende bleibt das Unternehmen finanziell flexibel und hält die Dividende stabil bei 15 Cent je Aktie.

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Die KI-Wette der Anleger

Der Grund für die anhaltende Kauflaune der Investoren liegt abseits des klassischen Geschäfts im stark wachsenden Segment der Künstlichen Intelligenz. Aixtron erwartet für 2026 eine Verdopplung der Umsätze mit Lasern für die optische Datenkommunikation. Diese Bauteile sind für den schnellen Datenaustausch in modernen KI-Rechenzentren zwingend erforderlich und sollen die Schwäche im SiC-Segment abfedern.

Marktbeobachter wie die Analysten von Jefferies werten das Unternehmen daher als einen noch unterschätzten KI-Profiteur, dem eine signifikante Beschleunigung bevorsteht. Auch die DZ Bank geht davon aus, dass neue Hardware-Architekturen großer Tech-Konzerne in der zweiten Jahreshälfte für volle Auftragsbücher sorgen werden.

Bis zur tatsächlichen Indexaufnahme Ende März dürfte die strukturelle Nachfrage durch ETFs den Kurs technisch weiter stützen. Danach rückt die operative Realität wieder in den Fokus. Spätestens mit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal 2026 muss das Management mit konkreten Zahlen beweisen, dass das boomende Lasergeschäft stark genug wächst, um die anhaltenden Rückgänge im klassischen Halbleitermarkt tatsächlich zu kompensieren.

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