Siliziumkarbid schwächelt, Laser boomen — Aixtron steckt mitten in einer strategischen Neuausrichtung, die der Markt bereits mit Vorschusslorbeeren honoriert. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 71 Prozent zugelegt und erreichte gestern mit 33,47 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Die operative Bestätigung dieser Bewertung steht allerdings noch aus.

Vom Auto-Zulieferer zum KI-Infrastruktur-Profiteur

Der Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2025 lässt sich auf eine klare Ursache zurückführen: Überkapazitäten bei Siliziumkarbid-Chips, ausgelöst durch die Nachfrageschwäche im Automobilsektor. Aixtron musste 2025 einen Umsatzrückgang von zwölf Prozent auf 556,6 Millionen Euro hinnehmen, das operative Ergebnis sank um ein Viertel auf 100,3 Millionen Euro.

Für 2026 plant das Unternehmen mit einem weiteren Erlösrückgang auf 490 bis 550 Millionen Euro. Das Gegengewicht soll das Optoelektronik-Lasergeschäft liefern. Für den Ausbau von KI-Rechenzentren brauchen die riesigen Datencluster lichtschnelle optische Verbindungen — genau die Laser, die auf Aixtrons MOCVD-Anlagen produziert werden. Das Management erwartet für diesen Bereich eine Verdopplung des Umsatzbeitrags im laufenden Jahr. Vorstandschef Felix Grawert sieht zudem Galliumnitrid-Leistungshalbleiter für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren als potenziell größte Einzelanwendung des Konzerns.

Um die Marge in diesem Übergangsjahr zu stützen, greift das Management auch auf der Kostenseite durch. Die Mitarbeiterzahl sank 2025 bereits um sieben Prozent auf 1.117, Anfang 2026 wurde ein weiterer Stellenabbau in Herzogenrath vereinbart — mit Einsparungen im mittleren einstelligen Millionenbereich.

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Analysten ziehen mit

Zwei Banken haben ihre Kursziele zuletzt deutlich angehoben:

  • Jefferies: Kursziel von 30,30 auf 36,50 Euro erhöht, begründet mit erwarteten Auftragseingängen in der Optoelektronik im ersten Halbjahr 2026
  • JPMorgan: Kursziel von 25,20 auf 31,00 Euro angehoben, Einstufung "Overweight" bestätigt

Jefferies bezeichnet den Titel als unterschätzten Profiteur der KI-Infrastruktur-Welle. JPMorgan verweist auf die kurzfristigen Ausgabenmuster im Bereich Datenkommunikation, die die Stärke im Optoelektronik-Segment untermauern dürften.

Q1-Zahlen als erster Härtetest

Ein Risiko bleibt das China-Geschäft. Wie viele europäische Halbleiterausrüster unterhält Aixtron relevante Kundenbeziehungen in China, während bestimmte Technologien — vor allem SiC und Hochfrequenz — bereits Exportbeschränkungen unterliegen. Eine weitere geopolitische Verschärfung könnte die Nachfrage kurzfristig belasten.

Die eigentliche Nagelprobe folgt mit dem Q1-Bericht 2026. Er muss zeigen, ob das Wachstum im Lasersegment die anhaltende SiC-Schwäche tatsächlich kompensiert. Der freie Cashflow von 181,9 Millionen Euro und liquide Mittel von rund 225 Millionen Euro zum Jahresende 2025 geben dem Unternehmen den nötigen Spielraum, diesen Übergang durchzuhalten. Die eigentliche Wachstumsfantasie — das ist Konsens unter Analysten — liegt erst im Jahr 2027.

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