Goldman Sachs stockt massiv auf – und zwar langfristig. Die US-Investmentbank hält nun 6,75 Prozent an Aixtron und wettet mit Derivaten bis 2035 auf einen nachhaltigen Turnaround. Gleichzeitig meldet der Anlagenbauer operative Meilensteine im zukunftsträchtigen SiC-Geschäft. Ist das der Startschuss für die nächste Aufwärtswelle?

Nach der herben Enttäuschung im Oktober scheint sich das Blatt beim Herzogenrather Halbleiterausrüster zu wenden. Doch was steckt hinter dem plötzlichen Optimismus der Wall-Street-Schwergewichte?

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Wall Street glaubt an die Wende

Die jüngste Stimmrechtsmitteilung offenbart mehr als nur eine marginale Positionserhöhung. Goldman Sachs hat seine Beteiligung von 6,68 auf 6,75 Prozent ausgebaut – und die Struktur des Investments ist bemerkenswert. Nur 1,70 Prozent entfallen auf direkte Aktienbestände. Den Löwenanteil machen strategische Finanzinstrumente aus:

  • Swap-Vereinbarungen (2,34 Prozent) mit Laufzeiten bis 2035
  • Call Warrants (0,96 Prozent) bis 2030
  • Weitere derivative Positionen (1,75 Prozent)

Diese Konstruktion ist kein kurzfristiges Trading-Play. Goldman Sachs positioniert sich für einen mehrjährigen Aufwärtszyklus im Halbleitermarkt. Das Signal: Die Amerikaner sehen das aktuelle Kursniveau als Einstiegschance für den nächsten großen Move.

SiC-Boom liefert die Substanz

Die Optimismus der Großinvestoren ist nicht aus der Luft gegriffen. Aixtron meldete kürzlich die Auslieferung des 100. G10-SiC-Systems – ein wichtiger Meilenstein. Diese Anlagen sind das Rückgrat für die Produktion von Siliziumkarbid-Halbleitern, ohne die weder Elektromobilität noch erneuerbare Energien skalierbar sind.

Noch spannender: Die Ohio State University setzt für ihre Forschung an Galliumoxid (Ga2O3) – dem Material der nächsten Halbleitergeneration – explizit auf Aixtron-Technologie. Während der Markt im Oktober noch die schwachen Q3-Zahlen verdaute, arbeitet das Unternehmen im Hintergrund längst am nächsten Produktzyklus.

Das Echo bei den Analysten ist eindeutig. Die Bank of America drehte ihre Einschätzung um 180 Grad: von "Verkaufen" auf "Kaufen" – mit Kursziel 25 Euro. Barclays bewertet den Titel mit "Overweight". Die Performance der letzten 30 Tage spricht Bände: Plus 39,75 Prozent.

Zwischen Überhitzung und Durchbruch

Die Aktie notiert aktuell bei 18,00 Euro, nach einer kurzen Verschnaufpause am Freitag. Charttechnisch zeigt sich ein Bild der Anspannung. Der RSI von 25,1 deutet auf eine kurzfristige Überkauftsituation hin, während die annualisierte Volatilität von 80,35 Prozent die Nervosität des Marktes widerspiegelt.

Die entscheidende Zone liegt jetzt bei 18 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg Richtung 20 Euro öffnen und die Rallye weiter befeuern. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,04 Milliarden Euro und einem geschätzten KGV von 27 für 2025 preist der Markt bereits Wachstum ein – aber längst nicht das volle Potenzial eines neuen Halbleiterzyklus.

Der Oktober-Schock mit der Prognosesenkung (Umsatzziel auf 530 bis 565 Millionen Euro reduziert) scheint verdaut. Investoren bewerten wieder die Zukunft, nicht die Vergangenheit. Und wenn Goldman Sachs mit Milliarden bis 2035 auf genau diese Zukunft setzt, sollten Anleger hellhörig werden.

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