Der Software-Riese gerät zunehmend in die Defensive. Nachdem bereits mehrere Analysehäuser ihre Ziele senkten, folgte am frühen Montagmorgen der nächste Rückschlag durch Goldman Sachs. Die zentrale Frage, die Anleger umtreibt: Kann das Unternehmen seine KI-Investitionen wirklich monetarisieren oder graben günstige Konkurrenten dem Platzhirsch das Wasser ab?

Die Analystin Gabriela Borges von Goldman Sachs nahm die Bewertung von Adobe mit einer klaren Verkaufsempfehlung („Sell“) auf. Ihr Kursziel von 290 US-Dollar impliziert ein Abwärtspotenzial von rund 14 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Besonders deutlich wird die Skepsis beim Blick auf die Bewertung: Die Investmentbank billigt der Aktie nur noch das 15-fache des erwarteten Gewinns zu – ein Abschlag von etwa 50 Prozent gegenüber vergleichbaren Software-Titeln.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Adobe?

Hintergrund dieser strikten Haltung ist der Vergleich mit der Konkurrenz. Während die Branche beim Umsatz und Gewinn je Aktie zweistellige Wachstumsraten anpeilt, traut Goldman Sachs Adobe hier lediglich Werte um die 10 Prozent zu. Die Sorge ist, dass steigende Ausgaben für Künstliche Intelligenz auf die Margen drücken könnten, während gleichzeitig die Preissetzungsmacht durch die Flut neuer KI-Tools schwindet.

Ein Chor der Skeptiker

Goldman Sachs steht mit dieser pessimistischen Einschätzung nicht allein. Der Schritt folgt auf eine Serie von Herabstufungen, die Adobe im Januar trafen:

  • BMO Capital Markets senkte das Rating auf „Market Perform“. Eine eigene Umfrage zeigte, dass Adobe im Einstiegssegment Boden an Konkurrenten wie Canva verliert – besonders bei Freiberuflern und Studenten.
  • Jefferies stufte die Aktie auf „Hold“ herab und verwies auf den begrenzten kurzfristigen Umsatzbeitrag durch die neuen KI-Funktionen.
  • KeyBanc hatte bereits im Dezember mit einem Kursziel von 310 US-Dollar eine der bärischsten Prognosen am Markt abgegeben.

Marktbeobachter werten diese Häufung als Zeichen dafür, dass die Softwarebranche in eine neue Phase der Beweispflicht eingetreten ist. Während Hardware-Hersteller vom KI-Boom profitieren, müssen Softwareanbieter nun belegen, dass ihre KI-Features nicht nur genutzt werden, sondern auch messbares Umsatzwachstum generieren.

Solide Bilanz, schwacher Ausblick

Dabei lesen sich die jüngsten Zahlen auf den ersten Blick solide. Das Geschäftsjahr 2025 endete mit Rekordwerten beim operativen Cashflow (über 10 Milliarden US-Dollar) und einem Umsatzplus von 11 Prozent. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt, und hier enttäuschte der Ausblick.

Die Prognose für 2026 wurde vom Markt als konservativ aufgenommen. Das prognostizierte Wachstum der jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) von 10,2 Prozent deutet auf eine Verlangsamung gegenüber dem Vorjahr hin.

Dennoch gibt es weiterhin Fürsprecher. Analysten von Bernstein und Piper Sandler halten an optimistischen Kurszielen von bis zu 506 US-Dollar fest. Sie setzen darauf, dass die KI-Plattform Firefly und neue Enterprise-Lösungen langfristig doch für den erhofften Umsatzschub sorgen und den Wert der Abonnements steigern werden.

Ausblick

Klarheit dürfte erst der nächste Quartalsbericht am 12. März 2026 bringen. Angesichts der massiven Kritik im Januar steht das Management unter Zugzwang. Für eine nachhaltige Trendwende der Aktie, die aktuell rund 25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert, braucht es dann konkrete Daten, die belegen, dass die KI-Strategie das Wachstum tatsächlich beschleunigt und nicht nur den Status quo erhält.

Adobe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adobe-Analyse vom 12. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Adobe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adobe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Adobe: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...