Die Adidas-Aktie steckt in einer Phase der Neubewertung. Eine deutliche Kurszielsenkung durch RBC Capital Markets trifft auf zugleich positive operative Signale aus China. Im Zentrum steht die Frage, ob die Erwartungen an das WM-Jahr 2026 zu hoch angesetzt sind oder ob der Sportartikelhersteller seine Prognosen untermauern kann.

Analysten drehen den Daumen leicht nach unten

Zu Wochenbeginn hat RBC Capital Markets das Rating für Adidas von „Outperform“ auf „Sector Perform“ zurückgestuft und das Kursziel klar von 190 auf 160 Euro gesenkt. Die Folge: Die Aktie geriet unter Druck und pendelt seitdem in der Nähe ihrer jüngsten Tiefs. Heute notiert der Titel bei rund 146 Euro und liegt damit fast 44 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 261 Euro.

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RBC sieht vor allem Risiken für das Geschäftsjahr 2026. Zwar steht mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika ein klassischer Umsatztreiber vor der Tür, doch die Analysten halten die aktuellen Markterwartungen für Umsatzwachstum und Margen für ambitioniert. Die Annahme, dass das Turnier allein das Profitabilitätsniveau deutlich heben kann, wird klar angezweifelt.

Charttechnisch spiegelt sich die skeptischere Haltung bereits wider:
- Die Aktie liegt rund 10 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 162,82 Euro
- Der Abstand zur 200‑Tage-Linie bei 181,02 Euro beträgt knapp 19 %
- Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf gut 42 %

Von einer klar überverkauften Situation ist der Titel allerdings noch entfernt: Der 14‑Tage-RSI liegt mit 41,1 im neutralen Bereich, die zuletzt erhöhte Volatilität (30‑Tage, annualisiert: 74 %) unterstreicht jedoch die Nervosität im Markt.

Geteiltes Bild bei den Einschätzungen

Die RBC-Abstufung ist nicht die einzige Stimme am Markt – und sie ist nicht die optimistischste. Zacks Equity Research betont in einer aktuellen Analyse die relative Stärke von Adidas im Vergleich zum US-Konkurrenten Nike. Mit einem „Zacks Rank #2 (Buy)“ wird insbesondere die verbesserte Ertragsperspektive hervorgehoben.

Goldman Sachs bleibt derweil auf neutraler Linie. Die US-Investmentbank bestätigte ihre Einschätzung am Dienstag, ohne das Lager eindeutig der Bullen oder Bären zu verstärken. Unter dem Strich ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Während RBC vor zu hohen Erwartungen warnt, verweisen andere Häuser auf intakte Ertragschancen.

China als operativer Lichtblick

Parallel zu den Analystenkommentaren setzt Adidas operativ neue Akzente. Am 27. Januar 2026 wurde eine strategische Partnerschaft mit der „Jiangsu Provincial City Football League“ für die Saison 2026 bekanntgegeben. Der Konzern wird offizieller Partner dieser regionalen Fußballliga.

China zählt zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der Marke. Die Kooperation soll die Präsenz im Breitensport stärken und die Position im Wettbewerb mit lokalen Anbietern festigen. Für den Konzern ist dies ein Baustein, um das langfristige Wachstum zu stützen – gerade vor dem Hintergrund ambitionierter globaler Ziele.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktueller Impuls: Abstufung durch RBC Capital Markets auf „Sector Perform“
  • Neues RBC-Kursziel: 160 Euro (zuvor 190 Euro)
  • Operative News: Strategische Partnerschaft mit der Jiangsu Football League (Saison 2026)
  • Aktueller Kurs: ca. 146,30 Euro, rund 44 % unter 52‑Wochen-Hoch
  • Nächster Katalysator: Jahresergebnisse 2025, erwartet Anfang März 2026

Klarer Fokus auf März

Der Blick richtet sich nun auf die Vorlage der Jahreszahlen 2025 Anfang März 2026. Dann wird das Management seinen Ausblick auf das WM-Jahr konkretisieren und damit indirekt die Einschätzung von RBC testen. Zeigt sich, dass die formulierten Ziele mit konservativen Annahmen erreichbar sind, könnte das die jüngste Skepsis relativieren. Bestätigen sich dagegen die Bedenken zu Umsatz- und Margenerwartungen, dürfte die aktuelle Bewertung im Bereich knapp über dem 52‑Wochen-Tief von 143,75 Euro weiter auf den Prüfstand geraten.

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