Die ABO Energy GmbH & Co. KGaA (ehemals ABO Wind AG) steht mit dem Rücken zur Wand. Nach der verheerenden Verlustwarnung von Mitte Januar folgte am Freitagabend der nächste Krisenschritt: Das Unternehmen hat eine Stillhaltevereinbarung mit seinen wichtigsten Finanzgläubigern unterzeichnet. Der Projektentwickler für Erneuerbare Energien kämpft jetzt gegen die Zeit – und um seine wirtschaftliche Existenz.

Die Eckdaten der Krise:
* Erwarteter Konzernverlust 2025: rund 170 Millionen Euro
* Stillhaltevereinbarung mit Banken und Gläubigern unterzeichnet
* Sanierungsgutachten für Anfang Februar angekündigt
* Auch Anleihegläubiger müssen Zugeständnisse machen

Gläubiger gewähren Atempause

Die am Freitagabend veröffentlichte Ad-hoc-Mitteilung brachte zumindest eine kurze Verschnaufpause: Die Gläubiger der Konsortialkredite, bilateralen Darlehen, ausgewählten Avallinien und Schuldscheindarlehen haben einem Stillhalteabkommen zugestimmt. Damit verzichten die Banken vorerst auf ihre Kündigungsrechte. Das verschafft dem Management Zeit, ein tragfähiges Sanierungskonzept nach IDW S6 Standard zu erarbeiten – die Voraussetzung für eine positive Fortführungsprognose.

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170 Millionen Euro Verlust erschüttern Vertrauen

Die Dimension des angekündigten Konzernverlusts hat Analysten und Investoren gleichermaßen überrascht. Statt der ursprünglich erhofften Gewinne oder moderater Verluste rechnet ABO Energy nun mit einem Fehlbetrag von rund 170 Millionen Euro für 2025. Diese Zahl hat das Eigenkapital massiv belastet und die Liquiditätslage prekär werden lassen. Das Vertrauen in die bisherige Unternehmensplanung ist nachhaltig beschädigt.

Anleihegläubiger im Visier

Die Sanierung wird nicht ohne Opfer ablaufen. Nach den Banken rücken nun die Inhaber der Unternehmensanleihe 2024/2029 in den Fokus. ABO Energy plant eine Abstimmung ohne Versammlung, um die Anleihebedingungen anzupassen und den Sanierungsprozess nicht zu blockieren. Marktbeobachter warnen bereits: Die Anleihegläubiger müssen mit erheblichen Zugeständnissen rechnen. Die Sanierungsfähigkeit gilt derzeit noch als unklar.

Aktie in der Schwebe

Trotz der existenzbedrohenden Lage zeigt sich die ABO Energy Aktie auf Tradegate zuletzt bei rund 7,24 bis 7,38 Euro relativ stabil. Diese leichte Erholung gegenüber den Tiefstständen nach der Verlustwarnung sollte jedoch nicht als Entwarnung missverstanden werden. Sie spiegelt lediglich die Erleichterung wider, dass die unmittelbare Insolvenzgefahr durch die Stillhaltevereinbarung vorerst gebannt scheint.

Das Sanierungsgutachten, das in der ersten Februarhälfte vorliegen soll, wird über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Erst dann zeigt sich, ob ABO Energy in seiner jetzigen Form fortbestehen kann und wie stark Altaktionäre und Gläubiger belastet werden. Bis dahin bleibt die Aktie ein hochspekulatives Investment mit erheblichem Totalverlustrisiko.

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