XRP: Zielsetzungen aktualisiert
XRP beendet das Jahr 2025 in einer spannenden Konstellation: Der Kurs hängt an einer wichtigen Unterstützungszone, während im Hintergrund institutionelles Geld und On-Chain-Daten ein anderes Bild zeichnen. Technisch wirkt der Markt angeschlagen, fundamental stehen jedoch mehrere potenzielle Kurstreiber bereit. Wie passt das zusammen?
Technische Lage: Schwacher Kurs, überverkauftes Niveau
XRP notiert aktuell bei 1,84 US‑Dollar und damit knapp über seinem 52‑Wochen‑Tief von 1,81 US‑Dollar. Vom Hoch der vergangenen zwölf Monate bei 3,04 US‑Dollar ist der Coin deutlich entfernt, der Abstand liegt bei rund 40 %. Auch der Blick auf den 50‑Tage‑Durchschnitt von 2,04 US‑Dollar zeigt: Der Markt steht unter Druck, der Kurs liegt knapp 10 % darunter.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) bei 28,8 signalisiert ein überverkauftes Niveau. Technische Analysten sehen hier häufig ein Umfeld, in dem es entweder zu einer kurzfristigen Gegenbewegung kommen kann – oder eine bestehende Schwächephase sich noch einmal beschleunigt, wenn wichtige Marken fallen.
Derivate und Volatilität: Hebel steigt deutlich
Während der Spotmarkt konsolidiert, kam es am 31. Dezember zu einem markanten Ausschlag im Derivatehandel. Innerhalb von vier Stunden sprang das Open Interest um rund 80 % auf etwa 1,74 Milliarden XRP (entspricht rund 3,26 Milliarden US‑Dollar).
Dieses rasche Anziehen des gehebelten Engagements deutet darauf hin, dass Trader verstärkt auf eine größere Bewegung setzen, ohne dass die Richtung bereits klar ist. Das passt zur grundsätzlichen Charakteristik von XRP im Jahr 2025: Die Volatilität lag doppelt so hoch wie bei Bitcoin. Das Risiko im kurzfristigen Handel ist damit deutlich erhöht.
Institutionelles Geld: ETF-Zuflüsse als Gegenpol
Auf der anderen Seite steht ein stabiler Strom institutioneller Mittel. US‑amerikanische Spot‑XRP‑ETFs verbuchen seit über 30 Tagen in Folge Nettozuflüsse – eine Serie, die Bitcoin- und Ethereum‑Produkte im gleichen Zeitraum nicht erreichen konnten. Seit ihrem Start Ende 2025 summiert sich das verwaltete Vermögen dieser Fonds auf rund 1,27 Milliarden US‑Dollar.
Regulatorische Entwicklungen untermauern dieses Bild. Am 30. Dezember reichte Roundhill Investments einen nachträglichen Prospektnachtrag bei der US‑Börsenaufsicht SEC für einen „XRP Covered Call Strategy ETF“ ein. Zwar handelt es sich nicht um einen weiteren Spot‑ETF, doch die Struktur zeigt, dass XRP zunehmend als Basiswert für regulierte Finanzprodukte etabliert wird.
Analysten von Standard Chartered verweisen explizit auf diese ETF‑Nachfrage als zentralen Treiber ihres XRP‑Kursziels von 8 US‑Dollar für 2026 – auch wenn der aktuelle Markt mit diesem Niveau noch wenig zu tun hat.
On-Chain-Daten: Angebotsseite zieht sich zurück
Parallel dazu verändert sich die Angebotslage im Markt deutlich. Die XRP‑Bestände auf zentralisierten Börsen sind auf etwa 1,6 Milliarden Token gefallen – der niedrigste Stand seit sieben Jahren. Vor einem Jahr lagen die Reserven noch bei fast 4 Milliarden XRP.
Diese starke Abnahme legt nahe, dass Investoren ihre Bestände in Cold‑Storage‑Lösungen oder in Verwahrstrukturen außerhalb der Börsen verschieben. Liquidität auf den Orderbüchern nimmt damit ab, was kurzfristig zwar das Risiko größerer Ausschläge erhöht, mittelfristig aber auf eine sinkende unmittelbare Verkaufsbereitschaft hindeutet.
Bemerkenswert ist die Kombination mit der Stimmungslage: Der Crypto Fear & Greed Index zeigte am 31. Dezember einen Wert von 24 von 100 – „Extreme Fear“. Historisch war gerade die Divergenz aus pessimistischer Stimmung und gleichzeitiger On‑Chain‑Akkumulation häufig ein Vorläufer erhöhter Volatilität.
Angebotsereignis zum Jahresstart: Escrow-Unlock am 1. Januar
Im Mittelpunkt des kurzfristigen Fokus steht nun der programmierte Escrow‑Unlock am 1. Januar 2026. Ripple wird planmäßig 1 Milliarde XRP freigeben, was auf Basis der aktuellen Kurse einem Volumen von rund 1,9 Milliarden US‑Dollar entspricht.
Die bloße Größenordnung solcher Unlocks sorgt regelmäßig für Nervosität, weil sie als potenziell verwässernd wahrgenommen werden. Historische Daten zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild: Ripple legt üblicherweise 60 bis 80 % der freigegebenen Token wieder in neue Escrow‑Verträge zurück. Im Dezember 2025 wurden beispielsweise 700 Millionen der 1 Milliarde freigewordenen XRP erneut gesperrt. Damit fällt der effektive Anstieg des zirkulierenden Angebots deutlich moderater aus, auch wenn der psychologische Effekt bei Marktteilnehmern nicht zu unterschätzen ist.
Ökosystem und Regulierung: Mehr Nutzung, weniger Rechtsunsicherheit
Abseits der Kursentwicklung wächst die XRP‑Infrastruktur weiter in Richtung klassischer Finanzwelt. Ripple testet derzeit den RLUSD‑Stablecoin auf der XRP‑Ledger in Kooperation mit Mastercard und WebBank. Ziel ist der Einsatz im Bereich Kreditkartenzahlungen. Zusätzlich ist für 2026 eine DeFi‑Roadmap geplant, die Ethereum‑Kompatibilität in das Ökosystem bringen soll.
Auf regulatorischer Ebene hat sich die Lage im Laufe des Jahres 2025 spürbar beruhigt. Mit dem 125‑Millionen‑US‑Dollar‑Vergleich im Verfahren SEC vs. Ripple im August 2025 ist ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor vorerst abgeräumt. Für Januar 2026 richten Marktteilnehmer den Blick zudem auf eine mögliche Behandlung des CLARITY‑Act im US‑Senat, der digitale Vermögenswerte rechtlich schärfer definieren könnte.
Fazit: Technische Schwäche trifft auf strukturelle Unterstützung
Zum Jahreswechsel steht XRP an einer kritischen Unterstützungszone, der Markt wirkt kurzfristig angeschlagen und überverkauft. Gleichzeitig deuten 30 Tage anhaltende ETF‑Zuflüsse, Exchange‑Reserven auf Mehrjahrestiefs, wachsende Kooperationen im Zahlungsverkehr und ein deutlich entschärftes regulatorisches Umfeld auf einen konstruktiven Unterbau hin. Die Marktreaktion auf den Escrow‑Unlock am 1. Januar 2026 und die Auflösung des zuletzt stark gestiegenen Hebeleinsatzes im Derivatemarkt werden die Richtung der nächsten Bewegung maßgeblich prägen.
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