Nach dem starken Rückgang seit Jahresbeginn steckt XRP in einer schwierigen Phase. Die Ripple-nahe Kryptowährung pendelt knapp über ihren Jahrestiefs, während die Marktstimmung in den Bereich „extreme Angst“ gerutscht ist. Parallel arbeitet Ripple im Hintergrund jedoch weiter an Infrastruktur, Regulierung und institutioneller Anbindung – ein Spannungsfeld, das Anleger nicht ignorieren sollten.

Technische Lage: Druck am Widerstand

Kurzfristig bleibt XRP technisch angeschlagen. Nach mehreren vergeblichen Anläufen prallt der Kurs immer wieder an der Zone um 2 US‑Dollar nach unten ab. Aktuell notiert der Token bei 1,91 US‑Dollar, damit rund 37 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US‑Dollar.

Wichtige Marken im Chart:

  • Unterstützungsbereich: etwa 1,90 bis 1,93 US‑Dollar, hier sind zuletzt mehrfach Käufer eingesprungen
  • Zentraler Widerstand: rund 1,97 bis 2,00 US‑Dollar, diese Spanne hat seit Anfang Januar jede Erholungsbewegung gedeckelt
  • Kritische Unterstützung: 1,78 bis 1,80 US‑Dollar für den Fall, dass die aktuelle Zone nicht hält

Spannend: Der RSI auf Tagesbasis zeigt bereits höhere Tiefs, während der Kurs leicht tiefere Tiefs markiert – ein klassisches bullisches Divergenzsignal, das auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeutet. Mit einem RSI von 28,8 bewegt sich XRP zudem im überverkauften Bereich. Solche Konstellationen haben in der Vergangenheit häufig zumindest technische Gegenbewegungen eingeleitet, ändern aber zunächst nichts am übergeordnet neutral‑bis‑schwachen Trend unterhalb von 2 US‑Dollar.

Ökosystem: Stablecoin als nächster Baustein

Binance-Listing für RLUSD

Auf der Fundamentalseite meldet Ripple einen wichtigen Fortschritt: Binance listet den Ripple-Stablecoin RLUSD. Seit dem 22. Januar ist der dollarbesicherte Coin zunächst auf Ethereum handelbar, Support für das XRP Ledger soll folgen.

Das Listing auf der größten Kryptobörse der Welt ist ein zentraler Schritt für Ripples Stablecoin-Pläne. Es erhöht die Sichtbarkeit des Projekts deutlich und könnte langfristig zusätzliche Liquidität und Nutzung in das Ripple-Ökosystem ziehen – konkrete Effekte auf den XRP-Kurs sind kurzfristig aber noch nicht erkennbar.

Institutionelle Nachfrage im Hintergrund

Trotz schwacher Kursentwicklung bleibt das Interesse institutioneller Investoren präsent. Spot‑ETFs auf XRP verzeichnen anhaltende Zuflüsse, während die Bestände auf den Börsen nahe Mehrjahrestiefs liegen. Historisch war eine solche Konstellation – weniger frei verfügbare Token am Markt bei gleichzeitigem Zufluss in strukturierte Produkte – oft eine Basis für spätere Erholungsphasen. In der aktuellen Marktumgebung hat sich diese Unterstützung jedoch noch nicht in einen nachhaltigen Aufwärtstrend übersetzt.

CEO-Auftritt in Davos und Analystenfantasie

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos zeigte sich Ripple‑CEO Brad Garlinghouse ausgesprochen optimistisch für den Kryptomarkt. Er erklärte in einem CNBC‑Interview, er sei „sehr bullish“ und rechne 2026 mit neuen Allzeithochs im Gesamtmarkt. Für XRP selbst nannte er keine Kursziele, betonte aber, man erwarte in den nächsten fünf bis zehn Jahren „anhaltend sehr positiven Rückenwind“ im XRP‑Ökosystem.

Garlinghouse verwies vor allem auf das verstärkte Interesse großer Finanzinstitute an Kryptowährungen, das er als grundlegenden strukturellen Wandel bewertet – aus seiner Sicht ist dieser in den aktuellen Kursen noch nicht vollständig eingepreist.

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Unterdessen sorgen Analystenprognosen für zusätzliche Langfristfantasie: Standard Chartered sieht XRP theoretisch bei 8 US‑Dollar im Jahr 2026 und 12,50 US‑Dollar bis 2028. Solche Szenarien bleiben allerdings hochspekulativ und hängen von zahlreichen externen Faktoren ab, vom Gesamtmarkt bis zu Regulierung und Adoption.

Regulierung: Rückenwind nach SEC‑Vergleich

Ein wesentlicher Belastungsfaktor der vergangenen Jahre ist inzwischen vom Tisch. Im August 2025 endete der vier Jahre währende Rechtsstreit zwischen Ripple und der US‑Börsenaufsicht SEC. Beide Seiten reichten am 7. August 2025 einen gemeinsamen Antrag zur Beendigung ihrer Berufungsverfahren ein, womit der Präzedenzfall offiziell abgeschlossen wurde.

Kernpunkte des Ergebnisses:

  • Zivilstrafe von 125 Millionen US‑Dollar gegen Ripple bleibt bestehen
  • Verbot institutioneller XRP‑Verkäufe in der bisherigen Form
  • Ripple hatte rund 150 Millionen US‑Dollar für die Verteidigung ausgegeben
  • Der ursprüngliche Vorwurf: 1,3 Milliarden US‑Dollar sollen über nicht registrierte Wertpapierverkäufe eingesammelt worden sein

Seitdem hat sich das regulatorische Umfeld deutlich aufgehellt. Der bereits verabschiedete GENIUS Act (Juni 2025) schreibt für Stablecoins unter anderem Vollreserve-Deckung und monatliche Prüfungen vor und setzt damit klare Leitplanken für die Branche. Garlinghouse zeigt sich zudem zuversichtlich mit Blick auf den geplanten Clarity Act, der einen umfassenderen Rahmen für Kryptowährungen schaffen soll: „Wir sind so nah dran wie nie“, so seine Einschätzung.

Auch in Großbritannien gehen die Türen weiter auf: Anfang 2026 erhielt Ripple von der Financial Conduct Authority (FCA) grünes Licht, seine Krypto-Zahlungsaktivitäten im Vereinigten Königreich auszuweiten.

Marktstimmung und Derivateeffekte

Parallel zu den Fortschritten im Ökosystem kippt die kurzfristige Stimmung deutlich. Daten des On‑Chain‑Analysehauses Santiment zeigen, dass die Marktpsychologie nach dem rund 19‑prozentigen Rückgang seit den Januarhochs in den Bereich „extreme Angst“ gerutscht ist. In sozialen Medien dominiert ein klar negativer Ton, viele Trader nutzen Erholungen eher zum Verkauf als zum Neueinstieg.

Ein Teil des jüngsten Rückgangs ist auf den Derivatemarkt zurückzuführen. In den Tagen vor der Abwärtsbewegung hatten sich Futures‑Trader verstärkt auf der Long‑Seite positioniert – offenbar in Erwartung eines Ausbruchs nach oben. Als die Dynamik ausblieb, fielen die Finanzierungsraten zurück, Zwangsliquidationen von Long‑Positionen nahmen zu und verstärkten den Abwärtstrend über den reinen Spot‑Verkauf hinaus.

Ausblick: Schlüsselmarken und Trigger

Kurzfristig entscheidet vor allem die technische Lage über die Richtung. Hält der Bereich um 1,90 US‑Dollar, bleibt ein Szenario der seitwärts gerichteten Konsolidierung mit gelegentlichen Erholungen wahrscheinlich. Ein Bruch dieser Zone würde den Blick rasch auf die tiefere Unterstützung bei 1,78 bis 1,80 US‑Dollar lenken. Auf der Oberseite bleibt die Hürde bei 2,00 US‑Dollar der zentrale Prüfstein für jede ernsthafte Trendwende.

Daneben werden mehrere Faktoren für die nächsten Wochen und Monate wichtig:

  • Entwicklung des Gesamtmarkts, insbesondere bei Bitcoin und Ethereum, die derzeit eher seitwärts laufen
  • Fortschritte beim Clarity Act und weiteren regulatorischen Weichenstellungen
  • Marktakzeptanz und Nutzung von RLUSD nach dem Binance‑Listing
  • Fortsetzung oder Abflauen der institutionellen Zuflüsse in XRP‑Produkte

Solange XRP unterhalb der 2‑US‑Dollar-Marke bleibt und die kurzfristigen Durchschnitte nicht zurückerobert, dominiert ein neutral‑bis‑bärisches Bild mit erhöhter Volatilität. Erst ein stabiler Ausbruch über den zentralen Widerstand würde das technische Gesamtbild spürbar aufhellen und den Boden für einen nachhaltigen Aufwärtstrend bereiten.

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