XRP: Signale prallen aufeinander
XRP steht zum Wochenstart im Spannungsfeld widersprüchlicher Signale. Während institutionelle Anleger in großem Stil Gelder aus strukturierten Produkten abziehen, deuten On-Chain-Daten auf eine mögliche Unterbewertung hin. Hinzu kommt ein nervöses Gesamtumfeld am Kryptomarkt, in dem Liquidationen und hohe Volatilität den Ton angeben. Wie lässt sich dieses Bild einordnen?
Marktumfeld und Derivatedruck
Der Kryptomarkt erlebt aktuell eine breitere Korrektur, die Gesamtmarktkapitalisierung ist unter die Marke von 3 Billionen US‑Dollar gefallen. XRP konnte sich diesem Abwärtsdruck nicht entziehen und liegt mit rund 2,31 % Plus seit Jahresbeginn nur leicht im grünen Bereich, bei zuletzt 1,92 US‑Dollar.
Trotz der verhaltenen Kursentwicklung bleibt das Interesse an Derivaten hoch. Das offene Interesse in XRP-Futures summiert sich auf rund 3,3 Milliarden US‑Dollar. Diese hohe Positionierung zeigt, dass Trader stark engagiert bleiben – erhöht aber zugleich das Risiko plötzlicher, heftiger Bewegungen, wenn Positionen zwangsweise geschlossen werden müssen.
In den vergangenen 24 Stunden wurden XRP-Positionen im Umfang von etwa 11,46 Millionen US‑Dollar liquidiert, Teil von rund 670 Millionen US‑Dollar an marktweiten Liquidationen. Solche Werte unterstreichen die angespannte Lage im gehebelten Handel.
On-Chain-Daten: Argumente für Unterbewertung
Parallel zum Druck aus dem Derivatemarkt senden On-Chain-Kennzahlen ein deutlich anderes Signal.
MVRV im „Kaufzonen“-Bereich
Der 30‑Tage‑MVRV‑Wert (Market Value to Realized Value) von XRP ist auf etwa –5,7 % gefallen. Ein negativer MVRV bedeutet, dass viele kurzfristige Käufer aktuell Buchverluste halten. Historisch wurde eine solche Konstellation häufig als Phase interpretiert, in der der Verkaufsdruck nachlässt und Erholungen wahrscheinlicher werden.
Die Analyseplattform Santiment ordnet genau diesen Bereich statistisch als „Buying Opportunity“ ein – basierend auf vergangenen Marktzyklen. Aus Sicht der On-Chain-Daten wirkt XRP damit eher gedrückt als überhitzt.
Sprunghafter Anstieg großer Transaktionen
Auffällig ist zudem ein kräftiger Anstieg von Großtransaktionen im Netzwerk. An einem Tag wurden 2.802 Transfers mit einem Volumen von jeweils über 100.000 US‑Dollar registriert.
Solche Aktivität wird häufig mit sogenannten „Whales“ in Verbindung gebracht. In Kombination mit einem schwächeren Kursverlauf deuten Marktbeobachter diese Muster oft als Hinweis darauf, dass größere Akteure eher akkumulieren als kapitulieren. Sicher ist das nicht – aber das Bild passt zur MVRV-Sicht auf eine mögliche Unterbewertung.
Institutionelle Gegenströmung: Grayscale-Abflüsse
Auf der institutionellen Seite zeigt sich dagegen ein deutlich skeptischeres Bild. Der Grayscale XRP Trust (GXRP), ein Produkt für professionelle und regulierte Investoren, verzeichnete zuletzt starke Mittelabflüsse.
Am 21. Januar zogen Anleger an nur einem Tag 55,4 Millionen US‑Dollar aus dem Trust ab. Das entspricht rund 25,7 % des zuvor verwalteten Vermögens, das damit auf 215,9 Millionen US‑Dollar zurückging. Ein solch kräftiger Abfluss ist ein klares Signal, dass ein Teil der institutionellen Investoren Risiko in XRP reduziert.
Diese Entwicklung fügt sich in einen etwa dreimonatigen Abwärtstrend, in dem der XRP-Kurs um rund 28,4 % korrigiert hat. Damit entsteht eine deutliche Diskrepanz: Während On-Chain-Daten auf mögliche Akkumulation hindeuten, reduzieren traditionelle, regulierte Produkte ihr XRP-Exposure spürbar.
Makro-Krypto-Kontext: Liquidität vorhanden, aber vorsichtig
Die Entwicklung von XRP spielt zudem vor dem Hintergrund wichtiger Marktströme im gesamten Kryptosektor.
- Die Marktkapitalisierung aller Stablecoins ist laut DeFiLlama auf ein Rekordniveau von über 311 Milliarden US‑Dollar gestiegen. Diese Reserven gelten als „trockene Pulver“ – potenzielle Kaufkraft, die bei besserer Stimmung in risikoreichere Assets wie XRP fließen könnte.
- Gleichzeitig erreicht Gold mit über 5.000 US‑Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch. Das wirft die Frage auf, ob Kapital aus digitalen Assets in traditionelle „sichere Häfen“ umgeschichtet wird, was die kurzfristigen Aufwärtsspielräume für Kryptowährungen begrenzen könnte.
Damit stehen reichlich Liquidität und ein potenzieller Schub für Kryptowerte einem Umfeld gegenüber, in dem ein Teil des Kapitals klare Präferenzen für klassische Absicherungen zeigt.
Technische Ausgangslage und Fazit
Charttechnisch agiert XRP derzeit in einer spannenden Zone: Mit 1,92 US‑Dollar liegt der Kurs nur knapp über dem 52‑Wochentief bei 1,81 US‑Dollar und rund 36 % unter dem 52‑Wochenhoch von 3,04 US‑Dollar. Der 14‑Tage‑RSI von 28,8 signalisiert bereits überverkaufte Bedingungen, während der Preis unter dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 1,99 US‑Dollar notiert.
Damit verdichtet sich das Bild:
- On-Chain-Metriken (negativer MVRV, Whale-Transaktionen) und ein überverkaufter RSI sprechen für eine mögliche Gegenbewegung.
- Starke Abflüsse aus dem Grayscale XRP Trust und die jüngste Korrektur von knapp 30 % in drei Monaten zeigen zugleich, dass institutionelle Anleger weiter auf die Bremse treten.
Kurzfristig dürfte vor allem entscheidend sein, ob XRP die Zone knapp über dem Jahrestief stabil halten kann. Hält dieser Bereich, würden die Akkumulationssignale der On-Chain-Daten gestützt. Ein deutlicher Bruch nach unten könnte dagegen weitere gehebelte Positionen aus dem Markt drücken und die Korrektur verlängern.
XRP: Kaufen oder verkaufen?! Neue XRP-Analyse vom 26. Januar liefert die Antwort:
Die neusten XRP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XRP-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
XRP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








