XRP: Positiv überraschend!
Kurzfristig nehmen Trader beim XRP-Kurs Gewinne mit, während im Hintergrund auffällig viel Kapital von institutioneller Seite in die Kryptowährung fließt. Parallel sinken die Bestände auf Börsen auf ein Mehrjahrestief, und Ripple macht regulatorisch in Europa Tempo. Die zentrale Frage: Wie passt diese eher schwache Kursstruktur zu den robusten Zuflüssen großer Adressen?
Kurzfristiger Rücksetzer am Widerstand
XRP hat in den vergangenen Tagen mehrfach am Bereich um 2,13 US‑Dollar abgeprallt. Kurzfristige Marktteilnehmer nutzten diesen Widerstand, um Gewinne mitzunehmen. Heute notiert der Coin mit rund 2,06 US‑Dollar leicht im Minus, nachdem er in der Woche zuvor noch deutlich höher gehandelt wurde.
Charttechnisch dominiert derzeit ein Muster aus tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Stärke im Bereich um 2,13 US‑Dollar wird verkauft, statt Anschlusskäufe nach sich zu ziehen. Auf der Unterseite rückt damit vor allem die Zone um 2,05 bis 2,06 US‑Dollar in den Fokus, gefolgt von der psychologisch wichtigen Marke von 2,00 US‑Dollar.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 28,8 klar im überverkauften Bereich. Das signalisiert kurzfristig erhöhten Verkaufsdruck, deutet aber gleichzeitig darauf hin, dass übertriebene Bewegungen nach unten auch rascher Gegenbewegungen auslösen können.
ETF-Zuflüsse und sinkende Börsenbestände
Während der Spotmarkt eher von „sell-the-rally“-Muster geprägt ist, zeichnet sich auf der institutionellen Seite ein anderes Bild ab.
Spot-XRP-ETFs verzeichnen seit ihrem Start im November 2025 deutliche Nettomittelzuflüsse. Bis Mitte Januar summieren sich diese Zuflüsse auf rund 1,37 Milliarden US‑Dollar. Auffällig: Über 35 Handelstage in Folge floss Kapital in die Produkte, bevor es am 7. Januar 2026 erstmals zu einem Nettoabfluss von 40,8 Millionen US‑Dollar kam – eine Serie, die weder Bitcoin- noch Ethereum-ETFs im gleichen Zeitraum erreichten.
Treiber dieses einen Abfluss-Tages war vor allem der 21Shares XRP ETF (TOXR) mit Abflüssen von 47,25 Millionen US‑Dollar. Andere Anbieter wie Canary (XRPC), Bitwise und Grayscale konnten mit kleineren Zuflüssen einen Teil davon kompensieren. Bereits am Folgetag drehten die Ströme wieder ins Positive; bis zum 15. Januar summierten sich die erneuten Nettokäufe auf 17,06 Millionen US‑Dollar. Das spricht für anhaltendes Interesse institutioneller Investoren trotz der jüngsten Kursschwäche.
Parallel dazu ist das auf zentralisierten Börsen gehaltene XRP-Angebot unter 2 Milliarden Token gefallen – nach mehr als 4 Milliarden Ende 2025. In der Praxis wird das häufig als Zeichen geringerer sofortiger Verkaufsliquidität gewertet, weil mehr Coins in langfristiger Verwahrung statt auf Handelsplattformen liegen.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Deutliche ETF-Nettomittelzuflüsse seit November 2025
- Erste, kurzzeitige Nettoabflüsse am 7. Januar, danach wieder Zuflüsse
- Börsenbestände auf Mehrjahrestief unter 2 Milliarden XRP
- Hinweis auf zunehmende langfristige Halter und weniger verfügbares Angebot im freien Handel
Regulatorische Fortschritte in Europa
Auf Unternehmensebene meldet Ripple in Europa Fortschritte. Das Unternehmen hat in Luxemburg eine vorläufige Genehmigung für eine E‑Geld-Lizenz erhalten. Damit könnte Ripple regulierte Zahlungsdienste mit digitalen Assets künftig EU-weit stärker ausbauen.
Zusätzlich strebt Ripple eine Zulassung als Crypto-Asset Service Provider (CASP) im Rahmen der EU-Verordnung MiCA an. Diese Lizenzen würden es ermöglichen, XRP und darauf aufbauende Dienstleistungen unter dem neuen europäischen Regulierungsrahmen anzubieten – ein potenziell wichtiger Baustein, um breitere institutionelle Nutzung in Europa zu ermöglichen.
On-Chain-Daten und Angebotsstruktur
Auch auf der Blockchain-Ebene zeigt sich ein lebhafteres Bild. Die Aktivität auf dem XRP Ledger ist Ende 2025 um mehr als 50 % gestiegen, und Anfang Januar 2026 näherten sich die täglichen Transaktionen der Marke von einer Million.
Die umlaufende Menge liegt aktuell bei rund 60,7 Milliarden XRP bei einem maximalen Angebot von 100 Milliarden. Das Escrow-System von Ripple bleibt dabei transparent und planbar:
- Zum 1. Januar 2026 wurden 1 Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben
- Rund 700 Millionen Token wurden anschließend wieder in Escrow gesperrt
- Der Netto-Angebotszuwachs im Monat liegt damit bei etwa 300 Millionen XRP
Insgesamt verbleiben Mitte Januar noch etwa 34,185 Milliarden XRP in Escrow. Diese planmäßige Freigabe- und Rückführungsmechanik schafft aus Sicht vieler Marktteilnehmer Klarheit über den künftigen Angebotsverlauf.
Marktstimmung: Trader verkaufen Stärke, Institutionen akkumulieren
On-Chain-Analysen deuten darauf hin, dass kurzfristige Trader derzeit das Tagesgeschäft im Kurs bestimmen und Kursanstiege schnell zur Gewinnmitnahme nutzen. Das Umfeld gleicht eher einem „Rallys werden verkauft“-Markt als einer klaren Trendwende nach oben. Der Bereich um 2,13 US‑Dollar fungiert hierbei als zentrale Zone, an der Verkäufe einsetzen.
Gleichzeitig lassen die ETF-Ströme und die sinkenden Börsenbestände darauf schließen, dass größere Adressen sukzessive Positionen aufbauen. Das Bild wird durch die Stimmung im Privatanleger-Segment ergänzt: Google-Trends-Daten zeigen eine vergleichsweise niedrige Suchaktivität rund um XRP. Einige Analysten interpretieren das als typisches Muster später Akkumulationsphasen, in denen institutionelle Investoren eher im Hintergrund agieren, während das Interesse der breiten Öffentlichkeit gedämpft ist.
Einordnung und Ausblick
Seit Jahresbeginn liegt XRP trotz des jüngsten Rücksetzers im Plus; gegenüber dem Jahresanfang ergibt sich ein Anstieg von knapp 10 %. Auf Sicht von 30 Tagen steht ebenfalls ein moderates Plus, während der Coin weiterhin deutlich unter seinem 52‑Wochen-Hoch bleibt. Die erhöhte 30-Tage-Volatilität von rund 57 % unterstreicht das weiterhin schwankungsintensive Umfeld.
Kurzfristig bleibt der Blick charttechnisch auf die Unterstützungszone um 2,05 bis 2,06 US‑Dollar gerichtet. Hält dieser Bereich, gilt eine Seitwärtsphase mit erneuten Anläufen an den Widerstand bei 2,13 US‑Dollar als wahrscheinliches Szenario. Erst ein klarer Ausbruch über diese Marke, begleitet von anziehendem Volumen, würde das Momentum in Richtung der nächsthöheren Zone um 2,30 bis 2,40 US‑Dollar verschieben.
Fällt der Kurs hingegen unter 2,05 US‑Dollar, rückt zunächst die runde Marke von 2,00 US‑Dollar in den Vordergrund. Insgesamt wirkt die Struktur unterhalb von 2,13 US‑Dollar weiterhin schwer, da Erholungen regelmäßig auf Angebot treffen. Gleichzeitig sorgen wiederaufgenommene ETF-Zuflüsse, sinkende Börsenbestände und die regulatorischen Fortschritte in Europa für ein Umfeld, das mittel- bis langfristig eher unterstützend wirkt, auch wenn der Markt kurzfristig noch auf einen klaren Impuls für eine neue Trendphase wartet.
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