Der Kryptomarkt ist launisch – doch bei XRP herrscht im Januar 2026 regelrechte Panik. Der Token von Ripple notiert bei 1,93 US-Dollar und damit 47 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Juli 2025. Seit dem Jahreshoch Anfang Januar ging es 19 Prozent abwärts. Die Stimmung? Laut Santiment im Bereich "extreme Angst". Doch während die Kurse fallen, verdichten sich On-Chain-Signale, die auf eine mögliche Trendwende hindeuten könnten.

Börsen laufen leer

Die vielleicht bemerkenswerteste Entwicklung spielt sich abseits der Charts ab: XRP verschwindet von den Handelsplattformen. Glassnode-Daten zeigen einen Rückgang der Börsenbestände von rund 4 Milliarden Token Anfang 2025 auf nur noch 1,5 bis 1,7 Milliarden Ende Dezember – ein Minus von 57 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 2017/18.

Allein seit Oktober 2025 flossen mehr als 2 Milliarden XRP von zentralisierten Börsen ab. Auch auf Binance schrumpften die Bestände deutlich, während südkoreanische Plattformen wie Upbit und Bithumb Anfang Januar zusammen 22 Millionen XRP verloren.

Parallel dazu haben Spot-XRP-ETFs seit ihrem Launch im November 2025 rund 750 Millionen Token eingesammelt – gesichert durch kumulierte Zuflüsse von 1,37 Milliarden US-Dollar. Die Gesamtvermögen der ETFs übertrafen Mitte Januar die Marke von 1,5 Milliarden Dollar. Allerdings verzeichnete der 20. Januar mit 53,32 Millionen Dollar den größten Tagesabfluss seit Start – ein Hinweis auf institutionelle Umschichtungen.

Netzwerkaktivität steigt

Während die Kurse schwächeln, läuft das XRP-Ledger auf Hochtouren. Die täglichen Transaktionen kletterten im Januar 2026 auf ein Sechsmonatshoch von 1,45 Millionen. Historisch betrachtet ein interessantes Signal: Ähnliche Anstiege im dritten Quartal 2020 gingen deutlichen Kursgewinnen voraus.

Ripple selbst expandiert weiter. Im Januar erhielt das Unternehmen die FCA-Zulassung für erweiterte Krypto-Zahlungsdienste in Großbritannien. Über RippleNet arbeitet Ripple mittlerweile mit mehr als 300 Banken weltweit zusammen. CEO Brad Garlinghouse kündigte beim Weltwirtschaftsforum in Davos Kooperationen zur Integration von Tokenisierung und DeFi-Funktionen über das XRP-Ledger an.

Technische Hürden bleiben

Charttechnisch steckt XRP in der Klemme. Die Widerstandszone bei 1,97 bis 2,00 Dollar erweist sich als hartnäckig – mehrfache Ausbruchsversuche scheiterten. Die Marke von 1,90 Dollar fungiert als kritische Unterstützung. Ein Bruch würde den Weg in Richtung 1,78 bis 1,80 Dollar öffnen. Erst ein nachhaltiger Sprung über 2,00 Dollar würde ein Umdenken signalisieren.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei XRP?

Die Halterstruktur bereitet einigen Analysten Sorgen. Das aktuelle Muster ähnelt dem von Anfang 2022 – damals folgte ein monatelanger Abwärtstrend. Neuere Käufer der vergangenen Wochen sitzen auf durchschnittlichen Einstiegskursen unter denen längerfristiger Halter – ein Setup, das im Februar 2022 zu einem Rutsch von 0,78 auf 0,30 Dollar führte.

Umstrittene Datenlage

Nicht alle teilen die Einschätzung, dass schwindende Börsenbestände automatisch bullish sind. XRPL-Validator Vet_X0 argumentiert, dass eine breitere Erfassung 14 bis 16 Milliarden XRP über Dutzende Plattformen verteilt zeige – weit mehr als oft berichtet. Die schnelle Settlement-Geschwindigkeit von XRP ermögliche zudem rasche Bewegungen zwischen Handelsplätzen, was die tatsächliche Liquidität flexibler halte als Schlagzeilen suggerieren.

Hinzu kommt die Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Ripples Dollar-Stablecoin RLUSD, Ende 2024 gestartet, könnte XRP als Bridge Currency Konkurrenz machen. Die nahezu null Volatilität macht RLUSD für institutionelle grenzüberschreitende Zahlungen attraktiver, bei denen Preisschwankungen während kurzer Haltefristen ein Risiko darstellen.

Regulierung als Rückenwind

Einen wichtigen Unsicherheitsfaktor hat Ripple im März 2025 hinter sich gelassen: Die SEC ließ ihre vierjährige Klage fallen – Teil der kryptofreundlicheren Regulierungsagenda. Im Juni 2025 folgte der GENIUS Act, der unter anderem volle Reservedeckung und monatliche Audits für Stablecoins vorschreibt.

Garlinghouse zeigte sich in Davos optimistisch für den Gesamtmarkt und prognostizierte neue Allzeithochs 2026. Analysten von Standard Chartered sehen XRP bei 8 Dollar in 2026 und 12,50 Dollar bis 2028 – Schätzungen, zu denen sich Garlinghouse nicht konkret äußern wollte.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die schrumpfenden Börsenbestände und steigende Netzwerkaktivität ausreichen, um die bearishe Marktstimmung zu drehen. Die Unterstützung bei 1,90 Dollar bleibt vorerst das Maß der Dinge.

Anzeige

XRP: Kaufen oder verkaufen?! Neue XRP-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:

Die neusten XRP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XRP-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

XRP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...