XRP: Enttäuschung spürbar?
XRP startet ins Jahr 2026 mit einem interessanten Kontrast: Auf der einen Seite schrumpfen die an Börsen verfügbaren Bestände auf den niedrigsten Stand seit 2018, dazu kommen anhaltend starke ETF-Zuflüsse. Auf der anderen Seite steckt der Kurs weiter unter einem hartnäckigen Widerstand fest, während die Stimmung im Markt deutlich ins Negative kippt. Dieser Mix aus verknapptem Angebot, institutioneller Nachfrage und pessimistischer Stimmung prägt aktuell das Bild.
Aktuelle Marktlage und Kurszone
XRP notiert heute bei rund 1,92 US‑Dollar und liegt damit etwa 5 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 2,03 US‑Dollar. Nach leichten Zugewinnen in den vergangenen sieben Tagen steht über den letzten 30 Tagen dennoch ein zweistelliger Rückgang zu Buche, der Coin bewegt sich klar unter seinem 52‑Wochen-Hoch und nur knapp über dem jüngsten Jahrestief.
Charttechnisch bleibt der Bereich unmittelbar unter 2,00 US‑Dollar die zentrale Zone. Mehrfach sind Aufwärtsversuche dort abgeprallt. Kurzfristig relevante Widerstände liegen um 1,92–1,93 und dann psychologisch klar bei 2,00 US‑Dollar. Auf der Unterseite gelten 1,82–1,83 sowie 1,77 US‑Dollar als wichtige Unterstützungen; darunter rückt ein tieferer Bereich zwischen 1,65 und 1,70 US‑Dollar in den Fokus.
Der RSI von 28,8 signalisiert ein bereits deutlich überverkauftes Niveau. Einige Momentum-Indikatoren zeigen positive Divergenzen – die Dynamik bessert sich, obwohl der Kurs noch nicht ausgebrochen ist. Bestätigt wäre ein Dreh nach oben aber erst, wenn XRP sich nachhaltig über die aktuellen Widerstände schiebt.
Angebot verknappt sich an Börsen
Auf der Angebotsseite tut sich im Hintergrund Entscheidendes: Die an zentralisierten Handelsplätzen gehaltenen XRP-Bestände sind seit Oktober 2025 um rund 57 % auf etwa 1,6 Milliarden Token gefallen – der niedrigste Wert seit acht Jahren.
Diese Entwicklung deutet auf einen strukturellen Shift hin:
- Mehr XRP werden in langfristige Verwahrung und Custody-Lösungen verschoben
- Weniger Token stehen kurzfristig für Verkäufe zur Verfügung
- Der Rückgang fällt zeitlich mit steigender institutioneller Aktivität über regulierte Produkte zusammen
Ein derart ausgedünntes Handelsangebot kann Kursbewegungen verstärken, sobald Nachfrage aufkommt. Garantiert ist ein Anstieg allerdings nicht: Gerade der Bereich um 2,00 US‑Dollar hat sich zuletzt als klarer Verkaufsbereich erwiesen, an dem Angebot immer wieder auf den Markt drückt.
Starke XRP-ETF-Zuflüsse trotz schwacher Stimmung
Besonders auffällig ist der Blick auf die neuen XRP-Spot-ETFs in den USA. Seit ihrem Start im November 2025 haben sie Nettozuflüsse von rund 1,25 bis 1,3 Milliarden US‑Dollar eingesammelt. Über mehr als 30 Handelstage in Folge floss Kapital in diese Produkte, allein am 30. Dezember waren es 15,55 Millionen US‑Dollar.
Im Dezember 2025 avancierten XRP-ETFs damit zur stärksten Krypto-ETF-Kategorie: Während Bitcoin- und Ethereum-Produkte Abflüsse sahen, legte XRP weiter zu. Diese Ströme spiegeln eher mittel- bis langfristige Allokationsentscheidungen institutioneller Investoren wider, weniger kurzfristige Trading-Signale. Sie stützen die These einer stabilen, strukturellen Nachfrage, unabhängig von der momentanen Volatilität am Spotmarkt.
Damit steht das institutionelle Bild in deutlichem Kontrast zur Stimmung unter Privatanlegern.
Stimmung dreht in den Extrembereich
Der Crypto Fear & Greed Index fiel Ende Dezember 2025 auf 24 Punkte – ein Niveau, das klar als „extreme Angst“ gilt. Daten der Analyseplattform Santiment zeigen, dass bärische Kommentare zu XRP im Vergleich zu November um 20–30 % zugenommen haben.
Charakteristisch für diese Phase:
- Negative Begriffe wie „dump“, „crash“ oder „scam“ erzielen sehr hohe Reichweiten
- Positive oder fundamental begründete bullishe Beiträge finden deutlich weniger Beachtung
- Alte Diskussionen rund um die SEC-Klage werden in sozialen Medien wieder aufgewärmt, obwohl der Rechtsstreit bereits seit August 2025 beigelegt ist
Studien, unter anderem in Nature Scientific Reports, zeigen, dass Extremzustände in Sentiment-Daten mit einer hohen Trefferquote für Wendepunkte im Kryptomarkt korrelieren können. Für XRP selbst gingen frühere extreme Angstphasen in der Vergangenheit deutlichen Anstiegen voraus, in Einzelfällen mit mehreren Hundert Prozent Performance. Das ist kein Automatismus, erklärt aber, warum die aktuelle Stimmungslage von manchen Marktbeobachtern als potenziell konstruktiv für die mittlere Frist gesehen wird.
Ripple-Escrow: Jahresauftakt ohne Schockeffekt
Zum Jahresbeginn hat Ripple turnusgemäß 1 Milliarde XRP aus dem Escrow freigegeben – der erste planmäßige Unlock 2026. Auf Basis der aktuellen Kurse entspricht das einem Nominalwert von rund 1,9 Milliarden US‑Dollar.
In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass diese Unlocks deutlich weniger Druck erzeugen, als die Überschriften vermuten lassen. Seit Einführung des Escrow-Mechanismus 2017 verfährt Ripple nach einem festen Muster:
- Üblicherweise werden 60–80 % der freigeschalteten Tokens wieder in neue Escrow-Verträge zurückgelegt
- Im Dezember 2025 flossen etwa 70 % direkt zurück
- Die effektiv zusätzliche, liquide Menge fällt daher regelmäßig deutlich niedriger aus als die 1 Milliarde XRP pro Monat
Setzt sich dieses Muster im Januar fort, dürfte der tatsächliche Netto-Angebotszuwachs im Bereich von 300–400 Millionen XRP liegen und damit im Rahmen der gewohnten Liquiditätssteuerung bleiben.
Technischer Ausblick und wichtige Marken
Aus technischer Sicht steht XRP an einer Weggabelung aus engerem Angebot, starker institutioneller Nachfrage und schwacher Stimmungslage. Die kurzfristig entscheidenden Marken lassen sich klar benennen:
Widerstände:
- 1,92–1,93 US‑Dollar: aktueller Bereich, in dem Verkäufer auftreten
- 2,00 US‑Dollar: psychologisch wichtig und seit Wochen robust verteidigt
- 2,08 US‑Dollar: nächste Zielmarke, falls ein Ausbruch nach oben gelingt
Unterstützungen:
- 1,82–1,83 US‑Dollar: kurzfristiger Bodenbereich
- 1,77 US‑Dollar: nächster klarer Nachfragebereich
- 1,65–1,70 US‑Dollar: tiefere Zone bei anhaltendem Verkaufsdruck
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 115 Milliarden US‑Dollar bleibt XRP unter den größten Kryptowerten weltweit. Das 24‑Stunden-Volumen von etwa 1,8 Milliarden US‑Dollar entspricht einem Volumen-Marktwert-Verhältnis von gut 1,5 %, was auf einen weiterhin liquiden Handel hindeutet.
Fazit: Enger Markt, klare Zonen
Zusammengefasst startet XRP mit einem knappen Handelsangebot, kräftigen ETF-Zuflüssen und einem auffällig pessimistischen Sentiment in das Jahr 2026. Die Angebotsseite an Börsen ist so dünn wie seit Jahren nicht, während institutionelle Vehikel stetig akkumulieren – gleichzeitig spiegeln Kursniveau und Stimmungsindikatoren erhebliche Skepsis wider. Kurzfristig wird der Markt maßgeblich durch die klar definierte Handelsspanne geprägt: Nach unten begrenzen vor allem 1,77 US‑Dollar das Risiko, nach oben bleibt der Bereich 1,92–2,00 US‑Dollar die Hürde, deren Bruch die aktuelle Struktur zugunsten einer dynamischeren Bewegung verändern könnte.
XRP: Kaufen oder verkaufen?! Neue XRP-Analyse vom 02. Januar liefert die Antwort:
Die neusten XRP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für XRP-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
XRP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








