Regulatorische Fortschritte in Europa, klare Verhältnisse in den USA und anhaltende ETF-Zuflüsse – fundamental sammelt sich bei XRP einiges an Positivem an. An der Kursfront wirkt der Markt dagegen kurzfristig müde, Rücksetzer werden bislang nicht nachhaltig aufgekauft. Wie passt diese Diskrepanz zwischen starken Rahmenbedingungen und zähem Chartbild zusammen?

Kurzfristige Schwäche, intakte Struktur

XRP bewegt sich heute leicht im Minus und notiert mit rund 2,10 US‑Dollar knapp unter den Tageshochs. Auf Wochensicht steht ein kleines Minus, im Monats- und Jahresverlauf jedoch ein zweistelliges Plus. Der Coin liegt damit zwar noch deutlich unter seinem 52‑Wochen‑Hoch, aber klar über dem Tief – ein typisches Bild für eine Konsolidierungsphase nach einer kräftigen Rally.

Technisch fällt vor allem auf: XRP verharrt in einer engen Handelsspanne, während ein überverkaufter RSI von 28,8 auf kurzfristige Erschöpfung auf der Unterseite hindeutet. Dass der Kurs zugleich leicht über dem 50‑Tage‑Durchschnitt liegt, spricht eher für eine Seitwärtskonsolidierung als für einen sauber bestätigten Trendwechsel nach unten.

Chartseitig stehen dabei zwei Marken im Fokus:

  • Unterseite: Bereich um 2,00 US‑Dollar als psychologisch und technisch wichtige Unterstützung
  • Oberseite: Zone um 2,17–2,22 US‑Dollar als Widerstand und kurzfristige Angebotszone

Ein Durchbruch über 2,22 US‑Dollar hätte Luft in Richtung 2,40 US‑Dollar, während ein Rutsch unter 2,00 US‑Dollar den Weg in den Bereich 1,90–1,80 US‑Dollar öffnen könnte.

Europa: E‑Money-Lizenz als Türöffner

Auf der fundamentalen Seite meldet Ripple Labs in Europa einen wichtigen Zwischenerfolg. Das Unternehmen hat in Luxemburg eine vorläufige Genehmigung für eine E‑Geld‑Lizenz erhalten. Damit rückt das Ziel näher, regulierte Zahlungsdienste mit Stablecoins und anderen digitalen Assets EU‑weit unter einem einheitlichen Rahmen anzubieten.

Parallel arbeitet Ripple an einer Zulassung als Crypto Asset Service Provider (CASP) unter der neuen EU‑Verordnung MiCA. Diese Lizenzen würden die Position des Unternehmens im europäischen Zahlungsverkehr deutlich stärken und XRP als Infrastruktur-Token im Umfeld regulierter Lösungen verankern.

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Institutionelle Nachfrage und Angebotsseite

ETF-Zuflüsse als Vertrauenssignal

Auf der institutionellen Seite bleibt das Bild robust: Spot‑ETFs auf XRP verzeichneten in den letzten 24 Stunden Nettozuflüsse von rund 4,9 Mio. US‑Dollar. Seit dem Start Ende 2025 sind kumuliert etwa 1,37 Mrd. US‑Dollar in diese Produkte geflossen. Marktteilnehmer werten diese anhaltenden Zuflüsse als Ausdruck wachsenden Vertrauens in XRP als regulierten Digitalwert – nicht zuletzt seit der SEC‑Vergleichsvereinbarung im August 2025.

Schwindende Börsenbestände

Parallel dazu sinken die XRP‑Bestände auf zentralisierten Börsen weiter und liegen inzwischen unter 2 Mrd. Token – weniger als die Hälfte des Niveaus von Ende 2025. Diese Verknappung des frei verfügbaren Angebots gilt mittelfristig als stützender Faktor, auch wenn sie kurzfristige Schwankungen nicht verhindert.

Dem gegenüber steht das etablierte Escrow‑Programm von Ripple: Zum 1. Januar 2026 wurden planmäßig 1 Mrd. XRP aus dem Escrow freigegeben. Der zusätzliche Umlauf wird bislang jedoch teilweise durch die rückläufigen Börsenreserven aufgefangen.

Netzwerkaktivität und Expansion in Asien

On‑Chain zeigt sich der XRP‑Ledger deutlich belebter: Ende 2025 legte die Aktivität um mehr als 50 % zu, Anfang Januar 2026 nähern sich die täglichen Transaktionen der Marke von einer Million. Das deutet auf eine wachsende Nutzung der Infrastruktur hin.

Strategisch baut Ripple vor allem in Japan weiter aus. Kooperationen mit großen Banken und Finanzinstituten sollen den Einsatz des Netzwerks für grenzüberschreitende Zahlungen erweitern. Diese Integrationen zielen weniger auf kurzfristige Kurseffekte, sondern auf eine breitere, reale Nutzung von XRP im Zahlungsverkehr.

Rechtlicher Rahmen: Klarheit als Standortvorteil

Mit dem SEC‑Vergleich vom August 2025 ist in den USA eine zentrale Streitfrage geklärt: XRP gilt im Sekundärmarkt nicht als Wertpapier. Börsen haben daraufhin den Handel wieder aufgenommen, Vertriebskanäle sind weitgehend normalisiert.

Politisch könnte zusätzliche Klarheit folgen: Der Entwurf des Digital Asset Market Clarity Act im US‑Senat sieht vor, Token dezentraler Netzwerke wie XRP, Solana oder Dogecoin explizit als digitale Rohstoffe einzuordnen – analog zu Bitcoin. Eine solche gesetzliche Festschreibung würde die bereits bestehende regulatorische Linie festigen und für institutionelle Investoren weitere Hürden abbauen.

Fazit: Starke Basis, zähe Konsolidierung

XRP steckt kurzfristig in einer technischen Atempause fest: Widerstand im Bereich 2,17–2,22 US‑Dollar wird bislang nicht überwunden, während Unterstützungen um 2,00 US‑Dollar halten müssen, um ein tieferes Retracement in die Zone 1,90–1,80 US‑Dollar zu vermeiden. Dahinter steht jedoch ein zunehmend konstruktives Umfeld mit klareren Regeln in den USA, regulatorischem Ausbau in Europa, anhaltenden ETF‑Zuflüssen, sinkenden Börsenbeständen und höherer Netzwerkaktivität. Damit bleibt das Setup geprägt von kurzfristiger Konsolidierung bei gleichzeitig deutlich verbesserter mittel- bis langfristiger Grundlage.

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