Der globale Ölmarkt erlebt derzeit eine der schwersten Belastungsproben seiner Geschichte. Während die Blockade der Straße von Hormuz die Versorgungssicherheit massiv bedroht, versuchen die USA und die IEA mit Notfallmaßnahmen gegenzusteuern. WTI-Rohöl konsolidiert am heutigen Freitag nach dem gestrigen Kurssprung von fast zehn Prozent auf hohem Niveau um die Marke von 95 USD.

Zwischen Versorgungsangst und Notfallmaßnahmen

Der heutige Handelstag ist von extremer Volatilität geprägt. Nachdem WTI gestern bei 95,73 USD schloss, markierte der Kurs am Nachmittag ein Zwischentief bei 93,74 USD, bevor Käufer im Bereich der 94-Dollar-Marke erneut zugriffen. Hintergrund der Anspannung ist die faktische Schließung der Straße von Hormuz durch den Iran. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Schiffsverkehr dort auf eine einstellige Zahl von Schiffen pro Tag eingebrochen. Normalerweise passieren 138 Schiffe die Meerenge. Damit sind rund 20 Prozent des weltweiten Ölflusses blockiert.

Um den physischen Mangel abzufedern, haben die IEA-Mitgliedstaaten die koordinierte Freigabe von 400 Millionen Barrel aus ihren strategischen Reserven gestartet. Allein 172 Millionen Barrel stammen dabei aus den USA. Zusätzlich gewährte die US-Regierung eine 30-tägige Lizenz für den Kauf von russischem Öl, das sich bereits auf See befindet. Diese Schritte sorgten für eine vorübergehende Beruhigung, können das strukturelle Defizit durch die Blockade jedoch nur kurzfristig überdecken.

Sollten Anleger jetzt Gewinne mitnehmen? Oder ist WTI Öl noch einen Einstieg wert?

Auswirkungen auf den Aktienmarkt

Die massiven Preisbewegungen beim Öl führen zu einer deutlichen Zweiteilung an den Märkten. Während die großen Indizes wie der Dow Jones unter Inflationssorgen leiden, zeigen sich Energie-Schwergewichte widerstandsfähig:

  • ExxonMobil: JPMorgan hob die EPS-Schätzung für 2026 auf 6,73 USD an.
  • Chevron: Die EBITDA-Prognose für 2026 wird nun auf 44,3 Mrd. USD taxiert.
  • TotalEnergies: Das Unternehmen meldete einen produktionsbedingten Stopp von 15 % seiner regionalen Kapazitäten.
  • United Airlines & UPS: Steigende Treibstoffkosten belasten die Margen; United Airlines verlor in den letzten Sitzungen bereits über 8 %.

Technische Hürden und Ausblick

Technisch steht die Marke von 95 USD im Fokus. Die aktuelle Konsolidierung findet genau am 50 % Fibonacci-Retracement bei 94,61 USD statt. Ein nachhaltiger Ausbruch über das Widerstandsniveau bei 99,02 USD könnte den Weg in Richtung der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke ebnen, die die Sorte Brent bereits überschritten hat. Der Relative-Stärke-Index (RSI) nähert sich mit 68,4 der überkauften Zone, was die heutigen Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rallye erklärt.

Analysten von Goldman Sachs halten in einem Extremszenario, sollte die Straße von Hormuz einen vollen Monat geschlossen bleiben, Spotpreise von über 150 USD für möglich. Die Bank erhöhte zudem ihr WTI-Ziel für das vierte Quartal 2026 auf 67 USD.

Die diplomatischen Bemühungen zwischen den USA, Russland, Indien und dem Iran stehen nun im Zentrum des Interesses. Ohne eine Deeskalation in der Straße von Hormuz bleibt die Freigabe der IEA-Reserven lediglich ein kurzfristiges Hilfsmittel. Händler beobachten nun genau die Marke von 94,61 USD; ein Schlusskurs darüber würde den Weg für einen Test der 100-Dollar-Marke ebnen.

WTI Öl: Kaufen oder verkaufen?! Neue WTI Öl-Analyse vom 13. März liefert die Antwort:

Die neusten WTI Öl-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für WTI Öl-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

WTI Öl: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...