Trotz eines spektakulären 6:0-Heimsiegs gegen Valencia musste der FC Barcelona erneut vor nur 6.000 Zuschauern auflaufen. Der Grund? Das legendäre Camp Nou ist auch nach Monaten der Bauarbeiten noch immer nicht bezugsfertig. Während andere Vereine vor vollen Rängen spielen, fristet der spanische Meister ein Dasein in der Provinz.

Stadion-Chaos beim spanischen Meister

Am Dienstag bestätigte der Verein offiziell: Auch das zweite Heimspiel findet im Trainingsstadion Johan Cruyff statt. "Der Verein arbeitet intensiv daran, die behördlichen Genehmigungen für die Eröffnung zu erhalten", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Doch die Uhr tickt unerbittlich.

Eigentlich sollte die Rückkehr ins Camp Nou bereits im November 2024 erfolgen. Die Verzögerungen haben nun unangenehme Konsequenzen: Der Mietvertrag für das Ausweichquartier im Olympiastadion ist abgelaufen. Die Arena auf dem Montjuic ist mittlerweile an andere Veranstalter vermietet.

Teilöffnung als Lichtblick

Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer. Der Club arbeitet an einer Teilöffnung der Heimstätte. Nach Abschluss aller Bauarbeiten soll das modernisierte Stadion bis zu 105.000 Fans beherbergen können. Doch wann dieser Zeitpunkt kommt, bleibt ungewiss.

Die aktuelle Situation führt zu kuriosen Szenen. Während der LigaZwa-Kracher zwischen Liefering und Austria Salzburg über 8.000 Zuschauer anzog, musste sich Barça mit deutlich weniger Begleitung begnügen. Dabei liegt das nicht am mangelnden Interesse der Fans.

Ticket-Chaos für die Anhänger

Die Ticketvergabe für das Valencia-Spiel folgte einem komplizierten System. Vorrang hatten Dauerkartenbesitzer des Olympiastadions. Besonders berücksichtigt wurden jene, die beim letzten Spiel leer ausgegangen waren. Ein mühsamer Prozess für eine eigentlich selbstverständliche Sache: Heimspiele in einem angemessenen Stadion.

Das dürfte die Verantwortlichen unter Druck setzen. Denn eines ist klar: Ein Verein von Weltformat gehört nicht dauerhaft in ein Trainingsstadion. Die Frage ist nur: Wann endlich kehrt Barça zurück in seine eigentliche Heimat?