Die Voestalpine Aktie legt zur Wochenmitte spürbar zu und profitiert sowohl von einem neuen Großauftrag als auch von einer besseren Stimmung im europäischen Stahlsektor. Nach einem Kursplus von gut 3 Prozent gestern setzt sich die positive Tendenz heute im Frühhandel fort. Im Fokus steht die Frage, wie nachhaltig dieser Rückenwind für den Titel sein kann.

  • Kursplus von rund 3 % am Mittwoch, weitere leichte Gewinne heute
  • Neuer Auftrag in Istanbul mit Volumen von rund 41 Mio. Euro
  • Sektorunterstützung durch stabile Zollsignale und höhere Stahlpreise
  • Bewertung: KGV laut Schätzungen rückläufig, Dividendenrendite über 2,6 %
  • Nächster Impuls: Quartalszahlen am 11. Februar

Auftrag und Sektorunterstützung

Auslöser der jüngsten Kursbewegung ist zunächst ein konkreter Auftragserfolg. Voestalpine erhielt in Istanbul den Zuschlag für ein Hochregallagersystem mit einem Volumen von rund 41 Millionen Euro. Im Verhältnis zum Gesamtumsatz ist das kein Großprojekt, es unterstreicht aber die anhaltende Nachfrage nach spezialisierten Lösungen der Metal Engineering Division in einem schwierigen Umfeld.

Parallel kommt Unterstützung von der Sektor- und Makroseite. Nach der Rede von US-Präsident Trump in Davos blieben neue Zolldrohungen gegen Europa aus. Das sorgte für eine höhere Risikobereitschaft der Investoren bei zyklischen Exportwerten wie Stahl- und Industriewerten.

Zudem setzte ein Wettbewerber ein wichtiges Preissignal: ArcelorMittal kündigte eine Anhebung der Angebotspreise für April-Lieferungen um 30 Euro je Tonne an. Der Markt wertet dies als Hinweis auf zurückkehrende Preissetzungsmacht im Stahlsektor. Entsprechend zog nicht nur Voestalpine an, sondern auch andere Werte wie ThyssenKrupp mit einem Plus von 4,75 Prozent.

Im Vergleich zum österreichischen Leitindex ATX, der gestern um 0,73 Prozent zulegte, konnte die Aktie damit klar outperformen.

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Bewertung und Analystensicht

Mit dem Anstieg nähert sich der Kurs wieder der Marke von 40 Euro. Bewertungsseitig liegt der Fokus auf den Prognosen für die kommenden Geschäftsjahre. Auf Basis der Analystenschätzungen für das Geschäftsjahr 2025/26 (Ende 31.03.2026) wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 16 erwartet.

Für 2026/27 sinkt das geschätzte KGV auf etwa 11,2. Gleichzeitig wird eine Dividendenrendite von mehr als 2,6 Prozent prognostiziert. Im historischen Vergleich wirkt die Bewertung damit moderat.

Die Mehrheit der Analysten zeigt sich konstruktiv. Das mittlere Kursziel von elf beobachtenden Häusern liegt bei 41,28 Euro und signalisiert vom aktuellen Niveau aus ein begrenztes, aber vorhandenes Aufwärtspotenzial. Einzelne Institute sind noch optimistischer: Barclays sieht den fairen Wert seit einem Update vom 19. Januar bei bis zu 44 Euro.

Im Sektorvergleich gilt das Geschäftsprofil als etwas robuster als das reiner Stahlproduzenten. Die stärkere Ausrichtung auf Bereiche wie Bahnsysteme und Hochregallager sorgt für zusätzliche Stabilität – der aktuelle Istanbul-Auftrag ist dafür ein Beispiel.

Risiken und Ausblick

Trotz der freundlichen Kursentwicklung weist das Management auf strukturelle Risiken hin. Zu Wochenbeginn warnte der CEO vor einer möglichen Industrieabwanderung, falls Reformen bei CO₂-Zertifikaten ausbleiben. Steigende Regulierungskosten bleiben damit ein strategischer Unsicherheitsfaktor, der über den aktuellen Kursimpuls hinausreicht.

Kurzfristig dürfte die Aktie von der Entspannung bei Zinsen und Zöllen sowie von der verbesserten Sektorwahrnehmung profitieren. Aus technischer Sicht ist das Niveau um 39,50 Euro eine relevante Unterstützung. Ein stabiler Halt darüber würde den Weg in Richtung 40 Euro und darüber hinaus öffnen.

Der nächste konkrete Prüfstein folgt am 11. Februar, wenn Voestalpine die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vorlegt. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,3763 Euro. Ob die jüngsten Preissignale im Stahlmarkt und der Auftragseingang zu höheren Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2026/27 führen, dürfte sich in den anschließenden Ausblicken und möglichen Anpassungen der Analystenschätzungen zeigen.

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