Der österreichische Stahlkonzern erlebt ein ungewöhnliches Szenario: Die Aufnahme in den ATX five am 23. März verspricht automatische Käufe durch Indexfonds. Gleichzeitig kündigte Voestalpine eine Aufstockung der Wandelanleihe um bis zu 35 Millionen Euro an – eine Maßnahme, die traditionell für Verkaufsdruck sorgt. Binnen einer Woche verlor die Aktie über 13 Prozent. Welcher der beiden Faktoren dominiert, entscheidet über die kommenden Wochen.

Indexaufnahme bringt strukturelle Nachfrage

Ab dem 23. März ersetzt Voestalpine den Energieversorger Verbund im ATX five, dem Index der fünf höchstkapitalisierten Titel an der Wiener Börse. Die Konsequenz: ETFs und Indexfonds müssen Aktien des Stahlkonzerns kaufen – unabhängig von fundamentalen Bewertungen. Diese regelbasierte Nachfrage entsteht rein mechanisch durch die Indexzugehörigkeit.

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Die Nominierung belohnt eine starke Kursentwicklung. Seit dem Tief bei rund 20 Euro im April 2025 hatte sich die Aktie zwischenzeitlich mehr als verdoppelt.

Wandelanleihe belastet den Kurs

Fast zeitgleich kam die Gegennachricht: Voestalpine stockt die Wandelanleihe 2023 um bis zu 35 Millionen auf insgesamt 285 Millionen Euro auf. Die Platzierung bei institutionellen Investoren ist für die zweite Märzhälfte geplant, Bezugsrechte für Aktionäre gibt es nicht.

Für mögliche Wandlungen will der Vorstand eigene Aktien verwenden. Der Konzern hält 7,1 Millionen eigene Aktien, das entspricht 3,98 Prozent des Grundkapitals. Dennoch sorgt die Maßnahme für Druck: Zeichner sichern sich häufig ab, indem sie parallel Aktien verkaufen. Die Folge zeigt sich bereits im Chart – die Aktie gab binnen sieben Tagen deutlich nach.

Operative Basis überzeugt

Fundamental präsentiert sich Voestalpine in verbesserter Verfassung. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 steigerte der Konzern das EBITDA um 7,2 Prozent auf eine Milliarde Euro. Das EBIT kletterte um gut ein Fünftel auf 473 Millionen Euro.

Besonders der Schuldenabbau überzeugt: Die Nettoverschuldung sank um über 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Am Ausblick hält Voestalpine fest und erwartet für 2025/26 ein EBITDA von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro. Die neue Dividendenpolitik sieht eine Ausschüttung von 30 Prozent des Gewinns je Aktie vor, mindestens jedoch 0,40 Euro.

Regulatorischer Rückenwind

Neben dem Indexeffekt profitiert Voestalpine von strukturellen Entwicklungen. Der seit Januar 2026 greifende Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der EU verteuert billige Stahlimporte aus Drittländern und schützt europäische Produzenten.

Parallel investiert der Konzern 1,5 Milliarden Euro in Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz. Ab 2027 sollen dort jährlich 2,5 Millionen Tonnen CO₂-reduzierten Stahl produziert werden. Bis 2029 strebt das Unternehmen eine CO₂-Reduktion von 30 Prozent gegenüber 2019 an.

Entscheidung in den kommenden Wochen

Der März wird zum Lackmustest: Am 23. März greift die ATX-five-Umstellung mit strukturellen Käufen. In der zweiten Märzhälfte folgt die Platzierung der Wandelanleihe mit potenziellem Verkaufsdruck. Sobald diese Maßnahme abgeschlossen ist, dürften die fundamentalen Daten wieder in den Vordergrund rücken – steigendes EBITDA, reduzierte Verschuldung und eine klare Dekarbonisierungsstrategie bieten dafür eine solide Basis.

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