Voestalpine meldet einen Rekordauftrag in der Lagertechnik und erhält zugleich deutlich höhere Kursziele von Barclays und UBS. Auf dieser Kombination aus operativer Stärke und Rückenwind von Analysten basiert die jüngste Kursdynamik – doch wie gut ist das Fundament für die weitere Entwicklung?

Die Fakten im Überblick

  • Barclays hebt das Kursziel von 35 auf 44 Euro (+26 %) und bestätigt „Overweight“
  • UBS hatte bereits Anfang Januar auf „Buy“ hochgestuft, Kursziel 43 Euro
  • Größter Einzelauftrag der Konzerngeschichte in der Lagertechnik: 41 Mio. Euro in der Türkei
  • Halbjahreszahlen 2025/26 mit stabilem Ergebnis und deutlich verbesserter Bilanzstruktur
  • Bestätigte Jahresprognose, Aktie mit rund 130 % Plus auf 12-Monats-Sicht

Deutlich höhere Kursziele

Barclays hat am 19. Januar das Kursziel für die Voestalpine Aktie von 35,00 auf 44,00 Euro angehoben. Das entspricht einer Erhöhung um 26 Prozent. Die Einstufung lautet weiterhin „Overweight“.

Die Analysten erwarten für das laufende Quartal ein solides Ergebnis, rechnen aber mit einem sequenziellen Rückgang gegenüber dem Vorquartal. Für die kommenden Geschäftsjahre sehen sie steigende Gewinne:

  • Geschäftsjahr 2025/26: Gewinn je Aktie 2,58 Euro
  • Geschäftsjahr 2026/27: Gewinn je Aktie 3,83 Euro
  • Geschäftsjahr 2027/28: Gewinn je Aktie 4,27 Euro

Parallel dazu kalkuliert Barclays mit anziehenden Dividenden von 0,80 Euro (2025/26) über 1,10 Euro (2026/27) bis 1,30 Euro (2027/28).

Bereits Anfang Januar hatte UBS die Aktie auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 43 Euro genannt. Hintergrund sind die geplanten EU-Quotenkürzungen bei Stahlimporten um 47 Prozent. Davon dürfte vor allem das Stahlgeschäft profitieren, da europäische Anbieter im Heimatmarkt gestärkt werden.

Rekordauftrag stützt Lagertechnik-Sparte

Am 15. Januar meldete Voestalpine den größten Einzelauftrag seiner Geschichte im Bereich Hochregallager-Systeme. In Istanbul entsteht für einen führenden türkischen Logistikdienstleister ein neues Logistikzentrum für Sportartikel. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 41 Millionen Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Voestalpine?

Die Dimensionen des Projekts:

  • Höhe: knapp 40 Meter
  • Länge: 222 Meter
  • Breite: 86 Meter
  • Geplante Fertigstellung: April 2027

Das Projekt umfasst ein Hochregallager sowie ein automatisiertes Kleinteilelager („Miniload“) und zählt nach Unternehmensangaben zu den größten und effizientesten Lagerlösungen in der Region Istanbul.

Der Türkei-Auftrag ist Teil einer Reihe größerer Mandate in der Lagertechnik. In den Niederlanden wurden zuletzt zwei 45 Meter hohe Hochregallager für das Distributionszentrum des Möbelhändlers JYSK fertiggestellt. In Großbritannien entsteht aktuell ein vollautomatisches Palettenregalsystem mit 30 Metern Höhe. Diese Projekte unterstreichen die internationale Position der Sparte im automatisierten Lagerbau.

Operative Basis und Bilanz

Die positive Analystenstimmung basiert auch auf einer soliden Entwicklung im ersten Halbjahr 2025/26 (April bis September 2025). Der Konzern erzielte:

  • Umsatz: 7,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,0 Mrd. Euro)
  • EBITDA: 722 Mio. Euro (Vorjahr: 718 Mio. Euro)
  • EBIT: 345 Mio. Euro (+2 % zum Vorjahr)
  • Gewinn vor Steuern: 278 Mio. Euro (+12 %)
  • Free Cashflow: 296 Mio. Euro

Während der Umsatz leicht rückläufig war, legten Ergebnis und Cashflow zu. Gleichzeitig sank die Nettoverschuldung auf 1,5 Mrd. Euro. Der Verschuldungsgrad (Gearing) erreichte mit 19,5 Prozent den niedrigsten Stand seit dem Geschäftsjahr 2006/07. Finanzielle Flexibilität und geringere Zinslast bilden damit ein klares Fundament für Investitionen und Dividendenpolitik.

Der Vorstand bestätigte auf Basis dieser Zahlen die Prognose für das Gesamtjahr 2025/26. Erwartet wird weiterhin ein EBITDA zwischen 1,40 und 1,55 Mrd. Euro. Positiv entwickeln sich vor allem die Segmente Bahnsysteme, Luftfahrt sowie Lagertechnik, während Automobilzulieferung und Maschinenbau schwächer laufen.

Bewertung und Kursniveau

Mit einer 52-Wochen-Performance von über 130 Prozent hat die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten stark zugelegt. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 38,76 Euro und damit spürbar unter den neuen Kurszielen von Barclays (44 Euro) und UBS (43 Euro).

Damit klafft weiterhin eine Lücke zwischen aktuellem Marktpreis und den Einschätzungen der beiden Großbanken. Ob diese Differenz im laufenden Geschäftsjahr kleiner wird, hängt wesentlich davon ab, ob Voestalpine die bestätigte EBITDA-Prognose erreicht und die Pipeline an Großaufträgen – insbesondere in der Lagertechnik – auf dem aktuellen Niveau halten kann.

Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 21. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...