Valneva Aktie: Strategische Wende
Valneva geht bei seinem Chikungunya-Impfstoff neue Wege. Das französische Biotech-Unternehmen hat die Partnerschaft mit dem indischen Pharmagiganten Serum Institute beendet und übernimmt nun selbst die Kontrolle über Produktion und Vertrieb in den am stärksten betroffenen Regionen. Gleichzeitig verschafft eine Refinanzierung über 500 Millionen Dollar finanziellen Spielraum bis zur erwarteten Zulassung des Lyme-Impfstoffs.
Rückzug aus Indien-Partnerschaft
Zum Jahresende 2025 löste Valneva einvernehmlich die Lizenzvereinbarung mit dem Serum Institute of India für IXCHIQ auf. Der Schritt ermöglicht dem Unternehmen die direkte Vermarktung in Niedrig- und Mitteleinkommensländern – dort, wo die durch Mücken übertragene Krankheit am häufigsten auftritt.
Die wichtigsten Eckpunkte der Neuausrichtung:
- Vollständige Kontrolle über Lieferkette und Kommerzialisierung
- Integration in das bestehende CEPI-Förderabkommen mit EU-Kofinanzierung
- Fokus auf endemische Hochrisikoländer in Asien, Afrika und Amerika
- Beendigung der Kooperation mit dem weltweit größten Impfstoffhersteller
Die WHO stuft Chikungunya als bedeutendes Public-Health-Problem ein. Allein zwischen 2013 und 2023 wurden in Amerika über 3,7 Millionen Fälle registriert. Die klimabedingte Ausbreitung der übertragenden Mücken verstärkt die Relevanz.
Positive Kinderstudie unterstützt Pipeline
Am 10. Dezember präsentierte Valneva finale Phase-2-Daten für IXCHIQ bei Kindern. Die Zwölf-Monats-Ergebnisse der Studie mit 304 Kindern zwischen ein und elf Jahren zeigten hohe Antikörperspiegel in beiden Dosisgruppen. Die volle Dosis erzeugte eine robustere Immunantwort – die Basis für die Dosisauswahl in der geplanten Phase-3-Studie.
Das Unternehmen will die pivotale Kinderstudie nach weiteren Real-World-Daten bei Jugendlichen starten. IXCHIQ ist bereits als weltweit erster und einziger Chikungunya-Impfstoff zugelassen.
Finanzielle Entlastung bis 2030
Im Oktober 2025 refinanzierte Valneva seine Schulden über eine neue Kreditfazilität mit Pharmakon Advisors. Die erste Tranche von 215 Millionen Dollar löste die Altschulden bei Deerfield und OrbiMed vollständig ab. Weitere 285 Millionen Dollar stehen für künftige Geschäftsentwicklung zur Verfügung.
Der entscheidende Vorteil: Die Rückzahlung verschiebt sich von Q1 2026 auf Q4 2030. Valneva muss 2026 keine Tilgungen leisten und zahlt zudem einen niedrigeren Zinssatz – ohne Financial Covenants. Diese Struktur überbrückt die Zeit bis zu den erwarteten Einnahmen aus dem Lyme-Impfstoff VLA15.
Lyme-Impfstoff als Kurstreiber
Die Phase-3-Studie VALOR soll im ersten Halbjahr 2026 Ergebnisse liefern. Partner Pfizer plant anschließend die Zulassungsanträge bei FDA und EMA noch 2026. Bei positiven Daten könnte der Marktstart in der zweiten Jahreshälfte 2027 erfolgen – als erster Lyme-Impfstoff in fortgeschrittener klinischer Entwicklung weltweit.
Daneben entwickelt Valneva Impfstoffkandidaten gegen Shigella und Zika. Die drei bereits vermarkteten Reiseimpfstoffe generieren Einnahmen zur Finanzierung der Pipeline. Die Aktie notiert mit 4,05 Dollar deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,16 Dollar, hat sich aber im Jahresvergleich um 73 Prozent erholt.
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