Uranium erlebt Anfang 2026 ein starkes Comeback – und Uranium Energy Corp (UEC) gehört zu den größten Profiteuren. Getrieben von steigenden Preisen, politischer Rückendeckung in den USA und einem klaren Ausbaukurs im eigenen Portfolio hat die Aktie in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt. Im Kern steht die Frage, wie nachhaltig dieser Mix aus Marktknappheit und US-Strategiewechsel für das weitere Wachstum von UEC ist.

Uranmarkt unter Druck – und Chance

Die jüngste Kursstärke der Aktie spiegelt vor allem die Dynamik am Uranmarkt wider. Die Terminpreise kletterten am 20. Januar 2026 auf 85,25 US‑Dollar je Pfund und damit auf den höchsten Stand seit Mitte 2024. Der Spotpreis liegt rund 12 % über dem Niveau zum Jahresende 2024, langfristige Vertragsabschlüsse bewegen sich laut Berichten in Richtung der Marke von 100 US‑Dollar je Pfund.

Treiber ist ein strukturelles Angebotsdefizit. Die US‑Uranförderung brach im dritten Quartal 2025 laut EIA um 44 % auf nur noch 329.623 Pfund ein, während der jährliche Bedarf im Inland bei über 50 Millionen Pfund liegt. Diese Lücke lenkt die Aufmerksamkeit verstärkt auf Unternehmen, die ihre Kapazitäten ausbauen – UEC positioniert sich hier offensiv.

Zusätzlichen Druck auf das knappe Angebot erzeugt die Nachfrage institutioneller Anleger. Sprotts Physical Uranium Trust, der weltweit größte physische Uranfonds, hat seine Bestände in den vergangenen Wochen um 100.000 Pfund auf über 75 Millionen Pfund erhöht. Diese Käufe entziehen dem Markt weiteres Material und stützen die Preise.

US-Politik stärkt heimische Förderung

Ein zentraler Rückenwind kommt von der Politik in Washington. Am 14. Januar 2026 unterzeichnete Präsident Trump eine Section‑232‑Proklamation zu „processed critical minerals“ und stufte Uran offiziell als kritischen Rohstoff mit nationaler Sicherheitsrelevanz ein. Damit beginnt eine 180‑tägige Verhandlungsphase mit Handelspartnern, an deren Ende im Konfliktfall auch Zölle oder Importbeschränkungen stehen könnten.

Das Handelsministerium hatte zuvor festgestellt, dass die USA „zu stark von ausländischen Quellen“ für kritische Mineralien abhängen und unter „nicht tragfähiger Preisvolatilität“ leiden. Uran wird dabei ausdrücklich als essenziell für die Energieversorgung und nukleare Anwendungen genannt.

Diese Maßnahme baut auf einem wichtigen Schritt vom November 2025 auf: Damals setzte der U.S. Geological Survey Uran auf die offizielle „Critical Minerals List“. Zuvor hatte die Behörde jahrelang argumentiert, die Verfügbarkeit sei ausreichend. Die Kehrtwende signalisiert einen klaren politischen Wille, heimische Produktionsketten aufzubauen – ein Umfeld, in dem Produzenten wie UEC von Förderprogrammen und regulatorischer Unterstützung profitieren können.

Strategische Beteiligung an Anfield Energy

Parallel stärkt Uranium Energy seine operative Basis über Beteiligungen. In einer am 16. Januar 2026 veröffentlichten Schedule‑13D‑Meldung gab das Unternehmen bekannt, auf teilverwässerter Basis 36,8 % an Anfield Energy Inc. zu halten. Insgesamt umfasst die Position 7.159.377 Stammaktien, einschließlich der Aktien aus Warrants und Subskriptionsrechten.

Der Aufbau der Beteiligung erfolgte über mehrere Transaktionen:
- Schulden-Umwandlung im Volumen von 18,3 Mio. US‑Dollar
- Aktienzeichnung über 10,5 Mio. US‑Dollar
- Privatkauf von Anteilen für 14,2 Mio. US‑Dollar

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Auf Grundlage einer Vereinbarung vom 20. Februar 2025 erhält UEC zudem das Recht, Mitglieder für den Anfield‑Verwaltungsrat zu benennen. Solange mindestens 9,99 % der Aktien gehalten werden, bestehen außerdem Anti‑Verwässerungs- und Top‑up‑Rechte.

Mit dieser Struktur vertieft UEC seine Präsenz in US‑Uranprojekten und nähert sich einem integrierten Geschäftsmodell. Die Beteiligung ergänzt das eigene Vorhaben United States Uranium Refining & Conversion Corp (UR&C) und zielt auf eine durchgängig heimische Wertschöpfungskette vom Erz bis zum verarbeiteten Kernbrennstoff.

Operative Fortschritte und Finanzlage

Finanziell ist UEC solide aufgestellt. Im jüngsten Quartalsbericht vom 10. Dezember 2025 (Q1 des Geschäftsjahres 2026) meldete das Unternehmen für seine Wyoming‑Assets eine Gesamtproduktionskostenbasis („Total Cost per Pound“) von 34,35 US‑Dollar je Pfund bei einer Produktion von 68.612 Pfund präzipitiertem Uran. Der Konzern weist eine Bilanz ohne Finanzschulden und Vermögenswerte von 698 Mio. US‑Dollar in Form von Cash, Uranbeständen und Beteiligungen aus.

Operativ wurden mehrere Projekte vorangetrieben:

  • Abschluss wesentlicher Bauarbeiten in Burke Hollow, Grundlage für den Start der neuesten ISR‑Produktionsanlage in Südtexas
  • Fortschritt beim Ausbau von sechs weiteren Header Houses in Christensen Ranch im Powder River Basin (Wyoming)
  • Vollständige Überholung des Yellowcake‑Dickers und Kalzinators in der zentralen Irigaray‑Aufbereitungsanlage
  • Ausbau der Belegschaft auf 84 Mitarbeitende in Wyoming und 86 in Südtexas

Diese Maßnahmen erhöhen die künftige Produktionsflexibilität und sollen UEC in die Lage versetzen, auf die steigende Nachfrage nach heimisch produziertem Uran zu reagieren.

Kursentwicklung und Bewertung des Momentums

Die starke Fundamentaldynamik und die politische Unterstützung spiegeln sich im Kurs wider: Die Aktie notiert aktuell bei 18,80 US‑Dollar und hat ihr 52‑Wochen‑Tief von 3,66 US‑Dollar damit um mehr als das Vierfache hinter sich gelassen. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Plus von rund 163 %, die Volatilität der vergangenen 30 Tage ist mit einer annualisierten Rate von 78 % allerdings hoch.

Damit hat sich die Aktie deutlich vom 50‑ und 200‑Tage‑Durchschnitt entfernt, was die ausgeprägte Momentum‑Phase unterstreicht. Der Relative‑Stärke‑Index (14 Tage) von 64,6 signalisiert einen starken, aber noch nicht extrem überhitzten Markt. Der Titel bleibt damit klar trendstark, aber anfällig für kurzfristige Rückschläge bei Nachrichten oder Preiskorrekturen am Uranmarkt.

Ausblick: Termine und zentrale Treiber

Der nächste konkrete Meilenstein steht bereits fest: Am 11. März 2026 will Uranium Energy die Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorlegen. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die operative Hochlaufkurve in Wyoming und Texas wie geplant fortsetzen kann und ob die Kostenseite stabil bleibt.

Auf Marktebene wirken mehrere strukturelle Faktoren weiter zugunsten höherer Uranpreise:

  • steigender Strombedarf durch KI‑getriebene Rechenzentren und der Bedarf an grundlastfähiger Energie
  • geplante Reaktorprojekte in den USA, China, Indien und der Türkei
  • ab 2028 greifende Beschränkungen für russische Uranimporte
  • staatliche Fördermittel von 2,7 Mrd. US‑Dollar für den Ausbau der inländischen Anreicherungskapazitäten

Bank of America rechnet vor diesem Hintergrund mit weiter anziehenden Uranpreisen im Laufe des Jahres 2026. Reuters‑Analysen gehen davon aus, dass langfristige Vertragsabschlüsse nahe 100 US‑Dollar je Pfund Uran etablieren könnten – ein Niveau, das die Branche zu einem der auffälligsten Rohstoffsektoren des Jahres machen würde und UEC bei erfolgreicher Umsetzung der Projekte zusätzlichen Spielraum für Wachstum eröffnen dürfte.

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